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Twitter weiterempfehlen  12.09.2017

Berufspendler: Die Wege zur Arbeit werden länger

ESV-Redaktion Arbeitsschutz
Zuwachs: Die Zahl der Fernpendler ist auf 1,3 Millionen gestiegen (Foto: Mike Kotsch/Unsplash)
Sowohl die Zahl der Pendler als auch die Entfernung zum Arbeitsplatz wächst. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor - und spiegelt eine sich verändernde Arbeitswelt.
60 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland sind 2016 in eine andere Gemeinde zur Arbeit gefahren. 2000 waren es 53 Prozent. Der einfache Arbeitsweg verlängerte sich im Schnitt von 14,6 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,8 Kilometer 2015. Besonders lang sind die Distanzen in dünn besiedelten Gebieten abseits der Ballungsräume. In großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts legen Beschäftigte im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. Auch die Zahl der Fernpendler mit einem einfachen Arbeitsweg von mehr als 150 Kilometern ist laut den Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) seit der Jahrtausendwende gestiegen – von einer Million auf 1,3 Millionen.

Pendler-Hochburg München

Besonders viele Menschen pendeln in die Großstädte. Zwei Drittel der Beschäftigten, die in den Metropolen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart arbeiten, wohnen außerhalb der Stadtgrenzen. Die meisten Pendler gibt es in München. 355.000 Menschen pendelten 2016 täglich in die Stadt, 21 Prozent mehr als im Jahr 2000. Frankfurt am Main folgt mit 348.000 Pendlern (+14 Prozent). Am dynamischsten entwickelte sich Berlin: Hier nahm die Zahl der Pendler gegenüber dem Jahr 2000 um 53 Prozent auf 274.000 zu.

Dass viele Menschen zum Arbeiten vor allem in die Großstädte pendeln, liegt auch an einem deutlichen Beschäftigtenzuwachs in den vergangenen Jahren. „Insbesondere die Umlandkommunen profitieren vom Wachstum der wirtschaftsstarken Großstädte”, sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. „Es hat aber auch Nebenwirkungen, dass immer mehr Beschäftigte außerhalb wohnen. Der Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung steigen. Deshalb ist es wichtig, dass die Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt hält und das Umland gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden bleibt.”

Wichtig sind daher die Themen Verkehrsinfrastruktur und ÖPNV – und das, obwohl sich der Zuwachs an Pendlern in den letzten Jahren wegen der positiven Situation auf dem Arbeitsmarkt etwas abgeschwächt hat. Besonders lang sind die Distanzen zu den Arbeitsmarktzentren in den dünn besiedelten Räumen abseits der Ballungsräume. „Viele Beschäftigte nehmen für eine ihrer Qualifikation entsprechende Anstellung längere Distanzen in Kauf und sind nur über das Wochenende zuhause. Die Ballungsräume sind gut vernetzt. Das fördert die Mobilität, auch über große Distanzen”, so Herrmann.

Berufspendler: Auf welche Daten wird zurückgegriffen

Datenquelle: Grundlage sind die Pendlerverflechtungsmatrizen der Bundesagentur für Arbeit. Dabei handelt es sich um eine im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung erstellte Bestandsaufnahme der rund 30 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die anhand der Betriebsnummer des Arbeitgebers und der Anschrift des Versicherten einem Arbeitsort und einem Wohnort zugeordnet werden können.

Pendelbeziehung:
Bei einer räumlichen Trennung von Arbeitsort und Wohnort wird indirekt auf eine Pendelbeziehung geschlossen, ohne dass diese Information direkt abgefragt bzw. erhoben wurde.

Art des Pendelns: Es geht daher nicht aus den Daten hervor, ob es sich um Tagespendler, Wochenendpendler oder nur um gelegentliches Pendeln handelt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass bei relativ geringen Pendeldistanzen (bis zu 150 km) das Tagespendeln dominiert.




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(ESV/ck)

Programmbereich: Arbeitsschutz

 
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