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Nachgefragt bei: Dietmar Fischer
Twitter weiterempfehlen  08.07.2015

„Die Spezialisierung im Bereich Social Media startet gerade"

ESV-Redaktion
Auf das Social-Media-Konzept kommt es an, meint Autor Dietmar Fischer (Foto: privat)
Wer seine Ziele bei der Nutzung sozialer Netzwerke klar definieren kann, für den bieten Twitter, Xing & Co noch immer gute Entwicklungsmöglichkeiten, meint der Social-Media-Experte Dietmar Fischer.
Mittelständische Unternehmen tun sich oft schwer mit einer klaren Social-Media-Strategie – woran liegt das und was wird hier häufig falsch gemacht?

Dietmar Fischer: Momentan ist es so wie vor 15 Jahren mit Webseiten: Social Media braucht man, weil der Konkurrent es auch hat. Fast niemand fragt, was denn überhaupt das Ziel einer Social-Media-Strategie ist. Die Frage nach dem "Warum" sollte aber beantwortet werden, bevor überhaupt der erste Tweet gesendet oder die erste Meldung auf Facebook gepostet wird. Um sich dem anzunähern, sollte das Unternehmen klären, wer die Zielgruppen sind und wo sich diese im Internet aufhalten, eher in Facebook oder eher in Businessnetzwerken wie Xing? Dann muss sich das Management des Unternehmens klar machen, was es denn überhaupt will: Geld verdienen, Marke aufbauen, Kunden binden, Neukunden gewinnen oder eine der vielen anderen Möglichkeiten.

Sind erfolgreiche Social-Media-Strategien in kleineren Unternehmen eine Frage der Manpower?

Dietmar Fischer: Es ist natürlich wie mit allen Unternehmensprozessen: wenn Sie nicht die entsprechenden Mittel bereitstellen, um Ihre Ziele zu erreichen, dann kann dabei auch nichts Gescheites herauskommen. Aber soviel braucht ein kleines Unternehmen gar nicht. Nehmen Sie z.B. die Ocelot Buchhandlung in Berlin, das ist kein großes Unternehmen und doch macht deren Social-Media-Auftritt Spaß.

Was natürlich nicht klappt, ist eine Ausschreibung, die ich für eine PR-Stelle gefunden habe. Der letzte Satz lautete: "... und beherrscht alle Social-Media-Netzwerke". Da weiß jemand überhaupt nicht, wovon er redet, geschweige denn, was er will.

Hat nach Ihrer Einschätzung jeder Kanal seine eigenen Gesetze: Kann also das, was bei Twitter gut funktioniert, bei Facebook ergebnislos verpuffen?

Dietmar Fischer: Genau! Am besten sieht man sich den Unterschied, wenn man YouTube betrachtet und Facebook, das sind die am weitesten verbreiteten sozialen Netzwerke. Natürlich können Sie Ihr Video auch auf Facebook teilen, aber den größten Effekt hat es auf YouTube. Während Ihr Statusupdate bei Facebook, das Bild mit den süßen kleinen Kätzchen, eher bei Facebook punktet. Und so hat jedes Netzwerk seine eigenen Regeln: Twitter ist der Informationsprofi, Xing und LinkedIn sind Businessnetzwerke, bei Facebook finden Sie Emotionen und Privates, Instagram und Pinterest sind Bildspezialisten und so weiter.

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In manchen Berufsgruppen laufen Spezialisten den Generalisten den Rang ab. Gilt das auch bei Social Media – lieber auf einen Kanal richtig konzentrieren statt halbherzig auf allen Kanälen spielen?

Dietmar Fischer: Die Spezialisierung im Bereich Social Media startet gerade, noch können Sie mit Ihrem gesunden Menschenverstand aber in allen Netzwerken gleich gut sein. Die Erfahrungen eines Netzwerks lassen sich grundsätzlich auch auf das nächste Netzwerk übertragen – obwohl alle im Detail anders funktionieren, sind es doch alles soziale Netzwerke und die Prinzipien sind gleich.

Da es so viele Netzwerke gibt und alle anders ticken, sollten Sie sich aber gerade zu Anfang genau anschauen, wo Sie starten. Denn es geht weniger um Spezialisierung, als um Kontinuität: Nur wer seine Community regelmäßig füttert, kann durchschlagende Erfolge erzielen. Und gerade diese Regelmäßigkeit – immer wieder hochwertige Inhalte zu produzieren, die den Fans gefallen – das kostet Zeit und Hirnschmalz.

Welchem Kanal gehört im professionellen Umfeld Ihrer Meinung nach die Zukunft: Facebook oder Twitter für Unternehmen, Xing oder Linkedin für den Einzelnen?

Dietmar Fischer: Wenn man am Anfang nur einen Kanal bedienen will oder kann, dann ist das genau die Frage: wo starten? Es gibt ja durchaus Netzwerke, die heutzutage tot sind, die VZ-Netzwerke z.B. oder MySpace. Die Zeit, die von Firmen dort investiert wurde, ist also verloren. Deshalb würde ich in jedem Fall nicht nur ein Netzwerk bedienen, sondern diversifizieren.

Xing ist immer noch stark in Deutschland, Facebook wächst noch, das wären für den Start gute Kandidaten. Wenn Sie allerdings international unterwegs sind, ist LinkedIn das dominierende Business-Netzwerk und auch Twitter ist außerhalb der DACH-Region - also Deutschland, Österreich, Schweiz - stärker. Ich empfehle deshalb eine kurze Analyse, wo sich Ihre Kunden aufhalten. Vielleicht ist Ihr Netzwerk dann ja auch YouTube oder Pinterest - oder ein ganz anderes!

Im Zweifel holen Sie sich Hilfe, lassen Sie von Fachleuten ein Einstiegskonzept entwickeln. Das ist nicht untypisch. Das Wichtigste ist aber: Schreiben Sie alles auf Ihre eigene Homepage, in einen Blog oder die Newsrubrik. Nur so haben Sie die volle Kontrolle über Ihre Inhalte und dann können Sie diese auch je nach Art des Blogposts auf verschiedene Netzwerke weiterverteilen. Und am Ende dankt Google es Ihnen auch noch und schickt mehr Besucher auf Ihre Webseite. (ESV/map)


Zur Person

Dietmar Fischer, studierter Volkswirt, ist Social-Media- und Online-Marketing-Spezialist und Autor beim Erich Schmidt Verlag. Seit 2010 leitet er die Agentur New Rules of Marketing. Über die Agentur betreut und coacht er mittelständische Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum, u.a. als Google AdWords Certified Individual. Regelmäßige Lehraufträge in Deutschland und Kuba ergänzen die Agenturtätigkeit.

Literaturhinweis zu Social Media

Noch ist es Zeit, sich in den sogenannten sozialen Medien zu positionieren – insbesondere als kleines und mittelständisches Unternehmen oder als Freiberufler. Mit der richtigen Strategie sowie Zeit und guten Inhalten kann man eigene Themen sichtbar machen. Wie man die verschiedenen Dienste erfolgreich nutzt, erklärt Dietmar Fischer in „Social Media Marketing und Strategien“. Das Buch ist auch als eBook erhältlich.

Programmbereich: Management und Wirtschaft

 
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