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Nachgefragt bei: Dr. Giovanni di Stefano
Twitter weiterempfehlen  03.08.2015

„Ich bin mit dem italienischen Film groß geworden“

ESV-Redaktion
Spielt eine gute Rolle: Italiens Film (Foto: Kovalenko/Fotolia.com)
Fellini, Visconti, Morricone, Rota: Musik und Film haben in Italiens Kino stets eine faszinierende Symbiose gebildet. Welche ganz persönlichen Erinnerungen verknüpft Giovanni di Stefano mit der italienischen Filmkultur?
Große Namen prägen das italienische Kino: Wessen Werke haben es am stärksten beeinflusst?

Giovanni di Stefano: Die Glanzzeit des italienischen Films erstreckt sich etwa vom Kriegsende bis in die 1960er Jahre. Die großen Werke des Neorealismus – wie Rom, offene Stadt und Paisà von Rossellini, Fahrraddiebe von De Sica, Die Erde bebt und später Rocco und seine Brüder von Visconti sowie genialer Einzelgänger wie Fellini mit La strada, La dolce vita, Achteinhalb, Antonioni mit Blow up, Pasolini mit Accattone – haben sich nicht nur in das kollektive Gedächtnis der Italiener, sondern auch in das zahlreicher Cineasten auf der ganzen Welt tief eingeprägt. Diese Regisseure haben heute den Status von Klassikern, auf die die jüngere Generation der Filmemacher immer wieder Bezug nimmt.

Wodurch haben Sie – ganz persönlich – zum italienischen Film gefunden?

Giovanni di Stefano: Ich wurde in Italien geboren und bin sozusagen mit den italienischen Filmen groß geworden. Viele bedeutende Filme habe ich, als ich sehr jung war, zum ersten Mal im Fernsehen gesehen, das damals die großen Klassiker nicht nur des italienischen Films zur besten Sendezeit – und ohne Werbung zwischendurch! – zeigte.

Im Band „Italienische Filme des 20. Jahrhunderts in Einzeldarstellungen“ dürften auch die drei Filme sein, die Ihrer Ansicht nach das italienische Kino am stärksten geprägt haben: Welche sind das?

Giovanni di Stefano: Sehr schwer zu sagen. Vielleicht Rom, offene Stadt, La dolce vita und Il Gattopardo wegen der identitätsstiftenden und mythenbildenden Wirkung, die sie ausgeübt haben und noch heute ausüben.

Können Sie bei solch enger Verbundenheit und Kenntnis einen italienischen Regisseur besonders hervorheben?

Giovanni di Stefano: Wenn ich nur einen Namen hervorheben soll, würde ich wegen seines eigenartigen, unnachahmlichen, assoziativen und visionären Stils Fellini nennen. Seine Filme beschwören einerseits die Magie und Fähigkeit des Kinos, ganz ungewöhnliche Bilderwelten zu entwerfen, und geben andererseits wie auf einem großen Fresko die italienische Wirklichkeit wieder.

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Ist der Erfolg des italienischen Films denkbar auch ohne die fantastische Filmmusik, etwa von Ennio Morricone?

Giovanni di Stefano: Nein, die Musik spielt eine ganz große Rolle. Ohne die genialen Einfälle von Ennio Morricone wäre ein ganzes Genre wie der „Western all’italiana“ undenkbar. Morricone hat den Soundtrack zu unzähligen anderen bedeutenden Filmen von Pasolini bis Tornatore geliefert. Neben ihm ist aber zumindest noch Nino Rota zu nennen, der für nahezu alle Filme Fellinis sowie für Visconti und außerhalb Italiens für Coppolas Der Pate komponiert hat.

An wen wenden Sie sich mit dem Band „Italienische Filme des 20. Jahrhunderts in Einzeldarstellungen“, wen sehen Sie also als Hauptzielgruppe – und wen könnte das Buch darüber hinaus interessieren?

Giovanni di Stefano: Als Italianisten denken wir zunächst einmal an unsere eigenen Studierenden, daneben aber auch an Studierende der Film- und Medienwissenschaft. Eine weitere Zielgruppe stellen Lehrer dar, denen der Band eine schnelle Orientierung für den Einsatz von Filmen im Schulunterricht bieten kann. Darüber hinaus richtet sich das Buch aber an alle, die sich für das Kino im Allgemeinen und Italien im Besonderen interessieren. (ESV/lp, map)

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Zur Person
Dr.Giovanni di Stefano ist Lektor für Italienisch an der Universität Münster. Er hat zahlreiche Publikationen zur deutschen und italienischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts veröffentlicht und gibt regelmäßig Lehrveranstaltungen und Vorträge zum italienischen Kino.

Das Buch
„Italienische Filme des 20. Jahrhunderts in Einzeldarstellungen“, herausgegeben von Andrea Grewe und Giovanni di Stefano, ist Mitte Juli 2015 im Erich Schmidt Verlag erschienen.


Programmbereich: Romanistik

 
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