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Steuerrecht
Twitter weiterempfehlen  06.11.2015

Immobilienerben können Erbschaftsteuer vermeiden

ESV-Redaktion Steuern
Erbschaft von Haus oder Wohnung: Selbstnutzung kann Erbschaftsteuer sparen (Foto: Trueffelpix/Fotolia.com)
Erben einer Immobilie sind erbschaftsteuerbefreit, wenn sie diese innerhalb angemessener Zeit selbst nutzen. Zur Frage der Befreiung, wenn sich die Nutzung durch Auseinandersetzung mit den Miterben verzögert, hat sich der Bundesfinanzhof geäußert.
Nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH vom 23.06.2015 – II R 39/13) können Kinder des Erblassers ein vom Erblasser zu Wohnzwecken genutztes Familienheim steuerfrei erwerben, wenn sie innerhalb angemessener Zeit nach dem Erbfall das Familienheim selbst für eigene Wohnzwecke nutzen.

Erwirbt ein Kind als Miterbe im Rahmen der Teilung des Nachlasses über seinen Erbteil hinaus das Alleineigentum an dem Familienheim, so erhöht sich nach dem Urteil des BFH sein steuerbegünstigtes Vermögen unabhängig davon, ob die Vereinbarung über die Erbauseinandersetzung zeitnah, d.h. innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall erfolgt.

Im entschiedenen Fall waren der Kläger und seine Schwester je zur Hälfte Miterben ihres Ende 2010 verstorbenen Vaters. Zum Nachlass gehörte ein Zweifamilienhaus. Eine Wohnung war vom Vater und der Schwester gemeinsam genutzt worden; eine Wohnung war fremdvermietet. Ende 2011 zog der Kläger mit seiner Ehefrau in die vormalige Wohnung des Vaters ein. Bei der Erbauseinandersetzung im März 2012 erhielt der Kläger dann das Alleineigentum an dem Zweifamilienhaus. Das Finanzamt gewährte die Steuerbefreiung für die selbstgenutzte Wohnung nur entsprechend dem Erbteil des Klägers und damit nur zur Hälfte. Die dagegen erhobene Klage hatte Erfolg.


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Befreiung auch nach sechs Monaten nach dem Erbfall bei Darlegung der Gründe für Verzögerung

Der BFH bestätigte die Auffassung des Finanzgerichts und sprach dem Kläger die Steuerbegünstigung in voller Höhe zu, also auch für den erst im Rahmen der Erbauseinandersetzung erworbenen Anteil am Zweifamilienhaus. Dem Kläger stehe die Steuerbefreiung für die selbstgenutzte Wohnung zu, weil er etwa ein Jahr nach dem Erbfall und damit innerhalb angemessener Zeit eingezogen sei.

Eine unverzügliche Bestimmung zur Selbstnutzung könne nach Auffassung des Senats auch vorliegen, wenn die Wohnung erst nach Ablauf von sechs Monaten nach dem Erbfall genutzt werde. Wichtig sei aber, dass die Gründe für die verzögerte Nutzung der Wohnung in einem solchen Fall dargelegt würden. Für unschädlich hielten die Richter, dass die Erbauseinandersetzung erst über ein Jahr nach dem Erbfall erfolgt sei. Die gleichen Grundsätze gelten auch für die vermietete Wohnung; auch der verminderte Wertansatz war nicht von einer zeitnahen Erbauseinandersetzung abhängig, so die BFH-Richter. (ESV/fl)

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Literaturhinweis zum Thema

Das Werk Die Erbengemeinschaft von Notar Sebastian Ruhwinkel vermittelt einen Gesamtüberblick über das Recht der Erbengemeinschaft. Dabei wird ihre Entstehung und Verwaltung ebenso dargestellt, wie die Verfügung über Erbteile und die einvernehmliche bzw. streitige Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft.


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