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Im Fachgespräch mit der ER: Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, Deutsche Energie-Agentur (dena)
Twitter weiterempfehlen  27.03.2017

Kuhlmann: „Heute haben wir die vielfältigste Energieversorgung der Welt”

ESV-Redaktion Recht
Kuhlmann: „Erneuerbaren Energien sind tragende Säulen der Energieversorgung” (Foto: bluedesign/Fotolia.com)
Am 01.01.2017 trat das EEG in Kraft. Damit wurde das Fördersystem der erneuerbaren Energien auf Ausschreibungen umgestellt. Welche weiteren Schritte notwendig sind, damit die Energiewende gelingt, erläutert Andreas Kuhlmann (Deutsche Energie-Agentur), im Interview mit der Fachzeitschrift Energierecht ER.
„Die Umstellung des Fördersystems auf Ausschreibungen war alternativlos”, zeigt sich Kuhlmann von der Umstellung grundsätzlich überzeugt. Die EEG-Novellen der letzten Jahre sieht er als kontinuierlichen Prozess, bei dem die Kernelemente bis heute beibehalten wurden. Ursprünglich sei das Gesetz zur Förderung einer Nischentechnologie konzipiert worden. Heute wären die erneuerbaren Energien eine tragende Säule der Energieversorgung. Ob das aktuelle Ausschreibungssystem allerdings in seiner konkreten Ausgestaltung alle Erwartungen erfüllt, müsse sich erst noch zeigen.

Kein Abschied von dezentralen Förderstrukturen

Das neu strukturierte Fördersystem des EEG 2017 sieht Kuhlmann aus folgenden Gründen auch nicht als einen Abschied von einer bisher eher dezentral geprägten Energie-Förderwelt:
  • In seinen einfachen ersten Fassungen habe das EEG maßgeblich dazu beigetragen, in Deutschland die erneuerbaren Energien schnell substanziell auszubauen. 
  • Kleinere Marktakteure würden hingegen weiterhin nach den bisherigen Grundsätzen über die geförderte Direktvermarktung vergütet.
  • Bürgerenergiegenossenschaften könnten unter erleichterten Bedingungen an den Ausschreibungen teilnehmen. Allerdings müsse auch hier die Wirkung dieser Maßnahmen abgewartet werden.

Energieeffizienz als Baustein zum Gelingen der Energiewende

Damit die Energiewende erfolgreich wird, sollten aber auch die Energieeffizienzziele weiter ausdifferenziert werden. Ebenso habe der Verkehrsbereich seinen Beitrag zu leisten. Im Weiteren sieht er folgende Schritte als notwendig für eine erfolgreiche Energiewende an: 
  • Ehrliche Diskussion mit den Marktakteuren im Bereich der Gebäudesanierung: Die energetische Gebäudesanierung führt nach Meinung von Kuhlmann zu sehr tiefen Eingriffen in die bisherigen Märkte: „Daher ist es wichtig, die zu erwartenden Effekte sorgfältig zu untersuchen und eine offene und ehrliche Diskussion mit den Marktakteuren zu führen”, führt er hierzu aus. 
  • Fördermix aus Steuervorteilen, Zuschüssen und Krediten: Insoweit begrüßt er zwar die Aufstockung der KfW-Programme. Allerdings reiche dies nicht aus, um die energetische Gebäudesanierung signifikant anzustoßen. „Wir brauchen einen Fördermix aus Zuschüssen, Krediten und Steuerförderung”, meint er hierzu und fährt fort: „Darüber hinaus müssten sinnvolle Informations- und Beratungsinstrumente weiter entwickelt und stärker etabliert werden”. 
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Blockchains: Mehr Energieeffizienz durch direkten Datenaustausch

Auch die intensive Debatte zum Thema Blockchain zeige eine gewaltige Dynamik. Kuhlmann hält technologische Entwicklungen für möglich, die für ganze Teile der Wertschöpfungskette disruptiven Charakter haben und führt hierzu aus: „Einige trauen das der Blockchain zu. Viele arbeiten daran, das Thema weiterzuentwickeln. Vom Hype zur self fullfilling prophecy ist es manchmal aber gar nicht so weit.”

Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz führt zu Vereinfachungen

Den Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz, der das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EE-WärmeG) zusammenführen soll, wertet Kuhlmann positiv.  Dieser führe zu vielen Vereinfachungen, von denen Bauherren, Handwerker, Planer, Behörden und Industrie wegen der besseren Verständlichkeit profitieren werden.

Energiewende in Phasen und Ausblick

Befragt nach seinem Ausblick auf das Jahr 2030 bleibt Kuhlmann vage. Konkretere Visionen richtet er mehr auf das Jahr 2050. Die Energiewende findet ihm zufolge in Phasen statt. Viele Entwicklungen habe niemand vorausahnen können. Vielleicht wäre  es im Jahr 2030 wieder soweit, dass wir wieder sagen: „Wer hätte das für möglich gehalten?”.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Fachzeitschrift Energierecht ER, Ausgabe 02/2017

Lesetipp
Die neuen Berliner Schriften zum Energierecht bieten professionellen Rechtsanwendern jetzt ein konzentriertes Wissensforum für jeweils ausgewählte Schwerpunkte des Energiewirtschafts- und Energieumweltrechts. Die Reihe setzt dabei auch auf aktuelle Impulse aus der renommierten Zeitschrift ER EnergieRecht. Sie bietet viel neuen Raum, um aktuelle Themen und Entwicklungen weiter aufzugreifen und praxisnah zu vertiefen. Den Auftakt macht Moritz Meister mit Band 1, der die Neuausrichtung und -bewertung von Systemdienstleistungen (SDL) im Kontext Erneuerbarer Energien aus juristischer Perspektive beleuchtet.

(ESV/bp)

Programmbereich: Energierecht

 
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