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Italien-Lexikon
Twitter weiterempfehlen  05.11.2015

Was versteht man unter Berlusconismo?

ESV-Redaktion Philologie
Unfreiwilliger Namensgeber: Silvio Berlusconi im Jahr 2003 (Foto: Richard Brütting)
Diese und zahlreiche weitere Fragen beantwortet das neue Italien-Lexikon. Für alle, die ihr Wissen über Italien vertiefen oder sich auf die nächste Reise in die Toskana, nach Umbrien oder Apulien – jenseits des vordergründigen Reiseführerwissens – vorbereiten wollen.
Was bezeichnet man als „Battaglia del grano“?

So nennt man den 1925 durch Mussolini begonnenen Propagandafeldzug zugunsten der Erhöhung der inländischen Getreideproduktion; die ideologisch überhöhte Förderung der Agrarwirtschaft war Teil der wirtschaftlichen Autarkiepolitik der faschistischen Regierung.

Was versteht man im Italienischen unter einem „Blitz“?

Anders als im Deutschen verwendet man in Italien das Wort „Blitz“ für eine schnell, überraschend durchgeführte Polizeiaktion (im deutschen „Razzia“, was wiederum im Italienischen so viel wie „Raubzug/Raubüberfall“ heißt). Die italienische Verwendung des Wortes Blitz kommt von der deutschen Bezeichnung „Blitzkrieg“ aus dem 1. Weltkrieg.

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Was ist Berlusconismo?

Als Berlusconismo bezeichnet man jene besondere Form von Populismus oder plebiszitärer Demokratie, in der der Wahlsieger kraft der Souveränität der Wähler weitgehend der Einhaltung von Gesetzen und moralischen Regeln, von der Verfassung bis zu denen der parlamentarischen Demokratie und den Regelungen der Marktwirtschaft, enthoben ist; im weiteren Sinn eine Lebensform, die von extremem Individualismus und Streben nach Reichtum und Macht im Glanz der Massenmedien gekennzeichnet ist.

Was ist ein „Vucumprà“?

Mit dem seit dem Ende der 1980er Jahre gebräuchlichen Neologismus bezeichnete man zunächst (abwertend) fliegende Händler, zumeist Einwanderer aus Nord- und Zentralafrika, später Einwanderer (aus ärmeren Ländern) allgemein. Der Ausdruck leitet sich von der ungenauen Aussprache des Satzes „Vuoi comprare?“ („möchtest du etwas kaufen?“) ab. Zunehmend wird der Ausdruck nicht mehr gebraucht, sondern durch die (allerdings ebenfalls negativ konnotierte) Bezeichnung „extracomunitari“ ersetzt. „Vu’ cumprà“ ließ mit der Zeit ähnliche Ausdrücke entstehen, z. B. „Vu’ lavà“ für Personen, die Autoscheiben beim Halt an einer Ampel waschen, oder „Vu’ drugà“ für Drogendealer. Diese Ausdrücke beziehen sich sowohl auf Einwanderer als auch auf Italiener selbst, die einfachen oder illegalen Tätigkeiten nachgehen.

Was ist ein „Condono edilizio“?

Der Condono edilizio ist eine sehr italienische Angelegenheit. Praktisch ist es eine Art nachträgliche Genehmigung von Schwarzbauten durch Zahlung einer Extrasteuer (was Geld für die Staatskasse bedeutet). Diese Jahr für Jahr geschaffene Möglichkeit einer Amnestie für illegale Bauten hat die Strenge der Vorschriften in diesem Bereich irreparabel geschwächt. Man glaubt, dass die Schwarzbauten allein in der Stadt Rom bislang 5.900 ha umfassen, d. h. 4,5 % der städtischen Fläche. Große illegale Bauten, die besonders hässlich aussehen, nennt man übrigens „Ecomostri“.

(Vorabveröffentlichung aus dem Italien-Lexikon)


Literaturhinweis

Die 2. Auflage des Italien-Lexikons erscheint am 11. Dezember 2015. Sie können es jederzeit über den Buchhandel oder unsere Homepage vorbestellen.

Programmbereich: Romanistik

 
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