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PASCH-Initiative
Twitter weiterempfehlen  12.05.2016

Wenn chinesische Schüler Theater machen

Karin Benkelmann-Zhang
Theaterspielen auf Deutsch (Foto: Goethe-Institut)
Die Zahl der chinesischen Schülerinnen und Schüler, die Deutsch lernen, wächst: Über 15.000 unter ihnen werden an Schulen unterrichtet, die im Rahmen der PASCH-Initiative vom Goethe-Institut oder der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen gefördert werden. Lesen Sie hier einen Erlebnisbericht.
Wie wird an Schulen Interesse für die deutsche Sprache und Kultur geweckt? Wie können diejenigen, die sich für Deutsch entschieden haben, in ihrer Wahl bestärkt werden? Was macht den Deutschunterricht attraktiv?

16.–19. April 2015, 67. Mittelschule Peking: Die 36 kreativsten Deutschlernenden aus chinesischen Grund-, Mittel- und Oberschulen sind zum Finale des Nationalen Kreativwettbewerbs „Stadt der Talente“ angereist. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Erstens lernen sie an zwölf der insgesamt 128 PASCH-Schulen in China Deutsch; zweitens haben sie mit ihrer Deutschklasse über zwei Monate erfolgreich ein 5–7-minütiges Theaterstück zum Thema „Stadt“ entwickelt.

32 PASCH-Schulen („Schulen: Partner der Zukunft”) hatten sich über mehrere Wochen sozialkritisch mit dem Thema beschäftigt und sich mit selbst gezeichneten Storyboards und Fotos aus den ersten Proben für das Finale beworben. Anschließend hatten sie über weitere zwei Monate an ihren Stücken gefeilt, bevor jeweils drei Lernende und die betreuende Deutschlehrkraft der zwölf ausgewählten Schulen zu einem zweitägigen Theater-Workshop mit der deutschen Schauspielgruppe „Die Mimosen“ reisen durften. Während des Workshops lernten sie grundlegende Theatertechniken kennen und arbeiteten an Ausdruck und Darstellung, bevor sie ihre Theaterstücke vor einer Jury und rund 150 Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Gästen präsentierten.

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Obwohl alle Teilnehmenden erst zwischen sieben und 18 Monaten Deutsch lernen, überzeugten sie sowohl sprachlich als auch durch schauspielerisches Talent. Jedes Stück war einzigartig und lebte von einem hohen Grad an Leidenschaft und Kreativität. Gewonnen haben die Deutschlernenden der Shanghai Welt-Fremdsprachen-Mittelschule und der Jinhua Fremdsprachenschule. Sie fliegen im Sommer mit Stipendien des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes für mehrere Wochen nach Deutschland.

Theater in der Schule: Wie lief die Projektarbeit ab?


Alle Deutschklassen bearbeiteten das Thema „Stadt“ zunächst im Deutschunterricht (beispielsweise anhand der Einheit im Lehrwerk „Prima“). An den meisten Schulen teilte sich jede Klasse anschließend in mehrere Gruppen, die jeweils ein eigenes Theaterstück zum Thema schrieben. An einigen Schulen gab es intern einen Wettbewerb zur Auswahl des Stücks, das in die Endauswahl gehen sollte, oder die Deutschklassen entschieden gemeinsam über das finale Stück und die Teilnehmenden. Die Gruppen, die sich qualifizierten, trafen sich nach der Auswahl unterschiedlich oft; in den meisten Schulen zwei bis drei Mal pro Woche außerhalb des Deutschunterrichts.

In einer Schule trafen sich die Schülerinnen und Schüler jeden Tag in der Mittagspause oder nach der Schule, um an ihrem Stück zu arbeiten. In die Projektarbeit waren zudem oft noch weitere Personen neben der Deutschlehrkraft involviert, z. B. die Musiklehrerin, der Kunstlehrer oder die Englischlehrkraft, die sich mit ihrer jeweiligen Expertise einbrachten. Das ist eine Vorgehensweise, die die Merkmale einer sprachfokussierten CLILiG-Variante sowie deren Umsetzung gleichsam in einem Fächerverbund bzw. in Kooperation mit Lehrkräften weiterer Fächer deutlich wiedergibt (vgl. z. B. Haataja / Wicke 2015, 13–15; Grzebién / Götz 2015, 39–44).

So haben es die Schüler empfunden


„Wir fühlen uns fantastisch! Ich möchte später in Göttingen Philosophie studieren. Nun bin ich meinem Ziel wieder ein Stückchen näher“, sagte Zhang Qingning von der Shanghaier Welt-Fremdsprachen-Mittelschule nach der Entscheidung.

„Die Theater-Workshops mit den ‚Mimosen‘ haben uns unheimlich viel Spaß gemacht. Wir haben viele kreative und neue Übungen gemacht, die uns sehr geholfen haben“, so Zhang Haijiao von der Xi’an Fremdsprachenschule.

Die betreuenden Deutschlehrkräfte aus Shanghai und Xi’an sind sich einig. Jiang Ying war sehr überrascht zu entdecken, wie viel Talent ihre Schützlinge beim Schauspielen zeigten. Die beiden deutschen Schauspieler hätten die Schülerinnen und Schüler sehr gut motiviert und bei der Arbeit viel mit ihnen gelacht. Guo Jingyu freut sich, dass ihre Lernenden nun viel mehr Mut zeigen, auf Deutsch zu sprechen.

Lesen Sie den ganzen Text in der aktuellen Ausgabe von Fremdsprache Deutsch.

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Zur Person
Karin Benkelmann-Zhang ist Expertin für Unterricht am Goethe-Institut China und im Rahmen der PASCH-Initiative verantwortlich für die Unterstützung der Schulen im Großraum Shanghai, nationale Veranstaltungen und Lehrerfortbildungen. Ihre Schwerpunkte sind Basisqualifizierung, Umsetzung der Fort- und Weiterbildungsreihe „Deutsch Lehren Lernen“ (DLL), projektbasiertes Lernen an Schulen, Seminartechniken.

Zum Heft
Im Ende April erscheinenden Heft der Zeitschrift Fremdsprache Deutsch zum Thema „Fach- und sprachintegriertes Lernen (CLILiG)“, herausgegeben vom Vorstand des Goethe-Instituts und Christian Fandrych, Britta Hufeisen, Imke Mohr, Ingo Thonhauser, Rainer E. Wicke und Ulrich Dronske als korrespondierendem Mitglied der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, finden Sie viele Artikel zum aktuellen Thema. Sie können das Heft bequem hier bestellen.

Programmbereich: Deutsch als Fremdsprache

 
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