leer  Ihr Warenkorb ist leer
COMPLIANCEdigital - Treffsicheres Wissen für die Compliance!
 

 
Berliner Handbücher
 
Juris Allianz ESVcampus ESV Akademie Der ESV auf Twitter
 
Kreislaufwirtschaft
Twitter weiterempfehlen  20.10.2016

Wertstoffhöfe: Fester Bestandteil einer ökologischen Abfallwirtschaft

ESV-Redaktion Recht
Wichtig für den Recycling-Erfolg: Sammelcontainer (Foto: pure-life-pictures/Fotolia.com)
Recyclinghöfe sind inzwischen bei den Kunden sehr beliebt und arbeiten sehr wirtschaftlich, meinen Helmut Schmidt, Stadtdirektor der Stadt München und Dietmar Lange, u.a. Leiter der Fachbereiche Wertstoffhöfe. In der Fachzeitschrift Müll und Abfall erläutern sie ihr Erfolgskonzept.
Die Entwicklung der Wiederverwertung begann bereits in den 1960er Jahren, so die Autoren. Damals gab es in München Sperrmüll-Sammelstellen. Deren Flächen hatten meist private Pächter angemietet und sollten der Abgabe von Sperrmüll, Bauschutt, Grüngut, PPK und Metallen dienen.

Die fachliche Beratung der Kunden war allerdings unzureichend. Angenommen wurde nahezu alles, auch das, was nicht erlaubt war. Aufgrund mangelhafter Kontrollen blieb die Stadt dann meist auf den Entsorgungskosten sitzen, so Schmidt und Lange weiter.

Ökologisches Abfallkonzept

Diese Situation änderte sich erst 1989. Der Stadtrat hatte einstimmig das erste ökologische Abfallkonzept beschlossen, so die Verfasser. Dieses Konzept sah 20 Wertstoffhöfe für das gesamte Stadtgebiet vor. Die Höfe waren so verteilt, dass die Bürger innerhalb von maximal 4-5 km (real) den nächstgelegenen Wertstoffhof erreichen konnten. Das Konzept basierte auf folgenden vier Prinzipen:
  • Abfallvermeidung: Vor allem Vermeidung von Verpackungen und Stärkung des Mehrwegsystems.
  • Wiederverwendung: zum Beispiel durch Trödelhallen auf dem Werkstoffhof.
  • Stoffliche Verwertung durch sortenreine Erfassung.
  • Energetische Nutzung des Restmülls.
Mittlerweile verfügt jeder Wertstoffhof über eine Sammelstelle für Problemabfälle. Mit dem Aus-und Neubau der Wertstoffhöfe, gingen diese in kommunale Hände über. Die Verfasser heben hervor, dass sich die Höfe durch eine hohe Wirtschaftlichkeit auszeichnen.

Wertstoffhof plus

Gegenwärtig kämen auf einen Hof rund 125.000 Einwohner. Eine Schwierigkeit sei aber der Platzbedarf: „Ein Wertstoffhof mit 4.500 Quadratmetern ist aufgrund der Frequentierung und der notwendigen Containerzahl für die gewachsene Sammeltiefe schnell an seiner Kapazitätsgrenze angekommen”, meinen Schmidt und Lange. Daher habe man den sogenannten Wertstoffhof plus entwickelt. Dieser sei für größere Mengen konzipiert.

Aktuelle Meldungen
Hier bleiben Sie immer aktuell im Bereich Recht.

Wichtig für den Erfolg der Wertstoffhöfe sind den Verfassern zufolge auch die Trödelhallen und Sammelcontainer: „Hierdurch werden jährlich rund 200.000 Artikel wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt”, führen sie in ihrem Beitrag ein. Zudem könnten leicht reparierbare Fahrräder oder Elektrogeräte über soziale Projekte wiederverwertet werden.

Ein weiterer Erfolgsfaktor: Qualifiziertes Personal

Funktionieren würde dies aber nur, wenn der Kunde auf einen optimalen Service zurückgreifen kann und ihm eine qualifizierte Beratung zur Seite steht. Entscheidend hierfür sei entsprechend qualifiziertes Personal.

Durch gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen würden zum Beispiel die Vorarbeiter an den Höfen zu Fachkräften für Abfall-und Kreislaufwirtschaft ausgebildet. Kundenfreundliche Öffnungszeiten von insgesamt 56 Stunden pro Woche runden das Angebot der Recyclinghöfe ab.

Qualität vor Quantität

Wertstoffhöfe sehen die Verfasser inzwischen als festen Bestandteil einer ökologischen Abfallwirtschaft an. Einen kleinen Nachteil sehen Schmidt und Lange aber in der sortenreinen Erfassung der Wertstoffe: „Hierdurch fallen die inputorientierten Recyclingquoten niedriger aus, als bei der Erfassung mittels Wertstofftonen, in denen sich bis zu 50 Prozent Restmüll befinden”, führen sie hierzu aus. Insoweit gelte aber der Grundsatz: Qualität geht vor Quantität.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift Müll und Abfall, Ausgabe 09/2016, Seite 454 ff.

Zur den Personen
Helmut Schmidt ist Stadtdirektor der Stadt München. Dietmar Lange ist u.a. Leiter der Fachbereiche Wertstoffhöfe in München

Weiterführende Literatur
Das Loseblattwerk TTVAB Technische Vorschriften für die Abfallbeseitigung ist eine ergänzbare Sammlung der einschlägigen Technischen Anleitungen, Technischen Regeln, Richtlinien, Merk-und Musterblätter. Das von Dr.-Ing. Karl-Heinz Lindner, Dr. agr. Claus-Gerhard Bergs und Dr. rer. nat. Claus-André Radde herausgegebene Werk dient vor allem der Vorbereitung, Planung und Durchführung von Maßnahmen zur schadlosen Beseitigung und der Verwertung von Abfällen aus Haushaltungen, Gemeinden, gewerblichen Betrieben und Landwirtschaft einschließlich der Maßnahmen gesundheitstechnischer Art.

Der Kommentar RdA Recht der Abfall- und Kreislaufwirtschaft des Bundes, der Länder und der Europäischen Union, begründet von Prof. Dr. med. habil. Gottfried Hösel, Ministerialdirigent a.D. und Prof. Dr. jur. Heinrich Freiherr von Lersner, Präsident des Umweltbundesamtes a.D., behandelt das komplexe Rechtsgebiet sowohl aus rechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Praxistauglich, umfassend und aktuell, richtet sich das Werk an alle, die sich mit abfallrechtlichen Themen befassen: Behörden, Ingenieure und Akteure aus der kommunalen und privaten Abfallwirtschaft, sowie an Rechtsanwälte und Gerichte.

(ESV/bp)

Programmbereich: Umweltrecht und Umweltschutz

 
Zurück
 
Als Nettopreise angegebene Preise verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer. Alle Nettopreise, also auch die Monatspreise, wurden aus den Bruttopreisen errechnet. Daher kann es wegen Rundungsungenauigkeiten bei einer Rückrechnung zu Abweichungen um wenige Cent kommen.




© 2017 Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG, Genthiner Straße 30 G, 10785 Berlin
Telefon (030) 25 00 85-0 | Telefax (030) 25 00 85-305 | E-Mail: ESV@ESVmedien.de