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CLILiG
Twitter weiterempfehlen  18.05.2016

Zielsprache Deutsch: Verschmelzung von Sprachenlernen und Fachinhalten

ESV-Redaktion Philologie
Mit CLIL zum Erfolg (Foto: Andres Rodriguez/Fotolia.com)
Bereits seit über zwei Jahrzehnten kursiert das englischsprachige Akronym CLIL (Content and Language Integrated Learning) in den internationalen Bildungsdiskussionen. Was steckt dahinter?
Seit wann gibt es fach- und sprachintegriertes Lernen in der Zielsprache Deutsch (CLILiG)?

Besonders bekannt ist der Begriff CLIL im europäischen Kontext, aber man kennt ihn auch außerhalb Europas. Mit dem kleinen Zusatz iG – CLILiG (Content and Language Integrated Learning in German) – hat er bereits vor zehn Jahren als Titel für die erste internationale Erhebungsstudie zum fach- und sprachintegrierten Lernen in der Zielsprache Deutsch fungiert und sich seither als Oberbegriff für unterschiedliche schulische Umgebungen des deutschsprachigen CLIL etabliert.

CLIL – worum geht es?

Hinter dem Akronym CLIL verbirgt sich ein Bildungsansatz, in dessen Kern eine Verschmelzung des Lernens von (Fremd-)Sprachen und sogenannten nicht-sprachlichen (d. h. nicht auf sprachliche Formen und Strukturen fokussierten) Fachinhalten. Ursprünglich als Bezeichnung für fächerübergreifende (Sprach-)Lernumgebungen mit jeweils ca. 25 bis 50 Prozent zielsprachiger Unterrichtsanteile eingeführt, gilt CLIL heute als Oberbegriff für den Bildungsansatz insgesamt. Damit umfasst es eine ganze Reihe verschiedener fächerübergreifend-immersiver Lernumgebungen. Diese können je nach ihren näheren Charakteristika und Zielsetzungen entweder in sprach- oder in sachfachfokussierte Varianten untergliedert werden.

Ferner ist auf der Grundlage der Gesamtintensität sowie der Systematik bzw. der Programmartigkeit der jeweiligen CLIL-Praxis eine weitere Differenzierung möglich: In Anlehnung an unlängst durchgeführte internationale Erhebungen und Dokumentationsstudien zur Umsetzung des CLILiG (Haataja / Wicke, 2015) können vier unterschiedliche Umsetzungsformen in den Blick genommen werden. Diese umfassen sowohl sprach- wie auch fachfokussierte Varianten des Ansatzes und stellen terminologisch gesehen geläufige und in Fachdiskussionen entsprechend oft anzutreffende Arten des CLILiG dar.

Was leistet der fächerübergreifende Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht (FüDaF)?

In vielen schulischen Lernumgebungen weltweit sind etablierte Formen des fach- und sprachintegrierten Lernens auch heute noch nicht gegeben. Dies darf nicht bedeuten, dass den dortigen Lernenden der Erwerb einer fachbezogenen Diskursfähigkeit im Sinne des CLIL verweigert werden muss.

Vielmehr muss dort der Fremdsprachenunterricht diese Funktion mit übernehmen. Dies kann über eine entsprechend fächerübergreifend gestaltete Lernumgebung des Deutschen als Fremdsprache (kurz: FüDaF) geschehen. Ansätze, die in den fremdsprachigen Deutschunterricht Aspekte der schulischen Sachfächer integrieren, konnten in der Vergangenheit immer wieder registriert werden. Gerade in letzter Zeit befasst sich die Didaktik erneut ausführlicher mit diesem Thema (Becker-Mrotzek et al. 2013, 9; Vollmer 2013, 124–125).

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Als eine sprachfokussierte Variante des CLILiG übernimmt der FüDaF eine Art Brückenfunktion im Hinblick auf den mehr fachinhaltlich fokussierten CLILiG-Unterricht (Wicke / Rottmann 2013, 11). Es handelt sich hier also um Sprachunterricht, der Einflüsse des Sachfachunterrichts berücksichtigt. Die fremde Sprache ist im FüDaF nicht nur Gegenstand, sondern gleichzeitig auch ein Kommunikationsmittel sowohl für Lernende als auch für die Lehrkräfte, d. h. sie ist Medium und Inhalt zugleich (Wicke 2014, 60).

Der fächerübergreifende Deutschunterricht zeichnet sich dadurch aus, dass er Inhalte und Besonderheiten der Fachsprache anderer Fächer, zu denen Kunst, Musik, Physik, Chemie, Biologie, Geographie und Geschichte usw. gehören, im Deutschunterricht berücksichtigt. Ein nach diesen Prinzipien ausgerichteter Unterricht bietet den Lernenden die Möglichkeit, in offenen Lehr- und Lernszenarien wie z. B. dem (literarischen) Projektunterricht entsprechende Kompetenzen zu erwerben (Wicke, 2013, 26).

Und worum handelt es sich bei dem bilingualen Sachfachunterricht mit Deutsch als Zielsprache?

Im bilingualen Sachfachunterricht auf Deutsch werden bestimmte Sachfachinhalte statt bzw. neben der Erstsprache der Lernenden – zumindest teilweise – in der Zielsprache Deutsch unterrichtet. Mit welcher Zielsprachenintensität und in welchen Fächern dies jeweils geschieht, kann zwischen den verschiedenen Umgebungen und etwa nach den verfügbaren Lehrerressourcen und dergleichen beträchtlich variieren.

Eine große Variation ist ferner auch für den unterrichtlichen Umgang mit der Zielsprache kennzeichnend: Während in einigen Kontexten bestimmte Sachfächer teils auch weitgehend einsprachig (in der Zielsprache) unterrichtet werden, findet der zielsprachlich erteilte Unterricht in anderen Fällen nur über begrenzte Phasen bzw. auch nur in Projektform statt und bezieht sich somit ausschließlich auf bestimmte ausgewählte Inhalte des jeweiligen Sachfaches. Wie die Bezeichnung „bilingual“ bereits impliziert, ist das Prinzip der Zweisprachigkeit eine Parallelpräsenz der Ausgangs- und der Zielsprache für die Umgebungen des bilingualen Sachfachunterrichts in anderer Weise charakteristisch, als etwa für die Varianten der (auch partiellen) Sprachimmersion. CLILiG-Varianten des bilingualen Sachfachunterrichts sind im europäischen Kontext aus mehreren Ländern bekannt.

Aktuelle Dokumentationen (einschließlich Videoaufzeichnungen zur Unterrichtspraxis sowie Interviews mit Lehrkräften, Schulleitungen und Lernenden) liegen z. B. für entsprechende Lernumgebungen in Schweden und den Niederlanden vor (siehe Schneider 2015; Seelen 2015).

(ESV/lp)

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Im Ende April erschienenen Heft der Zeitschrift Fremdsprache Deutsch zum Thema Fach- und sprachintegriertes Lernen (CLILiG), herausgegeben vom Vorstand des Goethe-Instituts und Christian Fandrych, Britta Hufeisen, Imke Mohr, Ingo Thonhauser, Rainer E. Wicke und Ulrich Dronske als korrespondierendem Mitglied der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, finden Sie viele Artikel zum aktuellen Thema. Sie können das Heft bequem hier bestellen. Zwei Beiträge des Heftes können Sie gratis hier herunterladen.

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