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Banken sollen die Masken von Kreditbetrügern fallen lassen. (Foto: beeboys/stock.adobe.com)

Betrugsprävention in Krisenzeiten: Was Banken tun können

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
26.05.2020
In der Corona-Krise werden Banken intensiv beobachtet, da sie die staatlichen Kredite zur Stützung der Volkswirtschaften vergeben. Diese Hilfspakete sind von entscheidender Bedeutung, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie so gering wie möglich zu halten.

Die Banken tragen ebenso Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern und den Steuerzahlern, führt Lukayn Hunsicker vom Beratungsunternehmen BAE Systems Applied Intelligence aus. Die Banken müssten sicherstellen, dass nur den Antragstellern Kredite zu genehmigen sind, denen entsprechende Maßnahmen zustehen. Es dürfe kein Geld in falsche Hände geraten.

Betrugsarten, die zu beachten sind

In den USA wird bereits vor Betrugsversuchen gewarnt, so der Global Head of Banking Fraud des Beratungsunternehmens. Das US-Justizministerium habe eine Voruntersuchung in einem Fall eingeleitet, in dem zwei Geschäftsleute Kredite für Unternehmen beantragt haben sollen, die vor der Pandemie gar nicht existierten und auch keine Angestellten hatten. Hier seien Briefkastenfirmen mit dem Zweck gegründet worden, ein Darlehen zu erhalten.

Eine weitere Betrugsart bestehe darin, bei Angaben zur Zahl der Angestellten und der Höhe der Gehälter zu übertreiben. „Betrüger könnten auch Vorstrafen verschweigen, Verbindlichkeiten nicht offenlegen und Steuererklärungen fälschen“, führt Hunsicker aus. Banken sollten auch auf die Betrugsarten achten, die nicht von Geschäftsleuten, sondern von professionellen Betrügern begangen werden. Über Phishing-E-Mails könne etwa versucht werden, Anmeldeinformationen zu den Bankkonten von Unternehmen zu erlangen und dort eingegangene Hilfsgelder abzuschöpfen.

Kooperativer Ansatz beim Kampf gegen Finanzbetrug

Wählten Banken bei der Betrugsprävention einen kooperativen Ansatz, stiegen die Chancen, betrügerische Anträge für Hilfsgelder und Kredite zu erkennen, ist der Berater überzeugt. Kreditinstitute könnten sich etwa an Kontakte zur Regierung oder an Fintechs wenden, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Hilfreich sei auch eine Link-Analyse – eine Analysetechnik, die sich auf Beziehungen und Verbindungen in einem Datensatz konzentriert. Damit ließen sich Verbindungen zwischen verdächtigen Aktivitäten herstellen.

Risikokontrolle und Compliance sollten eng mit der IT-Sicherheit zusammenarbeiten, so dass alle frühen Warnsignale erkannt und ausgetauscht werden können, rät Hunsicker. Die risikobasierten Tools zur Entscheidungsfindung sollten so transparent sein, dass nachvollziehbar ist, weshalb einzelne Anträge abgelehnt werden. Entscheidende Frage für die Corporate Governance: Geht der Vorstand bei der Bewilligung von Krediten ein für das Unternehmen akzeptables Risiko ein?

Update zu Themen mit Coronabezug hat BAE Systems Applied Intelligence hier veröffentlicht.

Alle Meldungen, die wir für Sie als Info-Service zur Bewältigung der Pandemie veröffentlichen, finden Sie auf unserer Corona-Sonderseite.

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(ESV/fab)

Programmbereich: Management und Wirtschaft