Sie haben folgende Möglichkeiten:
  1. zum Login.
  2. zur Navigation.
  3. zum Inhalt der Seite.

Sanierung mittels Insolvenz in Eigenverwaltung als mögliche Alternative für gefährdete Unternehmen. (Foto: Panumas - stock.adobe.com)
KMU-Berater

Corona-Krise: Insolvenz in Eigenverwaltung als mögliche Chance

(ESV-Redaktion/ConsultingBay)
04.05.2020
Der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.“ verweist auf eine Alternative zu Kurzarbeit und Stundungen.
Angesichts der Corona-Krise haben Bund und Länder ein beispielloses Hilfspaket für die Wirtschaft geschnürt. Die Bandbreite reicht von Soforthilfen in Form von Zuschüssen über das Aussetzen von Miet- und Pachtzahlungen und die zinslose Stundung von Steuerzahlungen bis zu Erleichterungen bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld. KfW-Darlehen sollen ebenfalls helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen. 

Was kommt nach den Überbrückungslösungen?

So wichtig solche Überbrückungslösungen auch sind – „es muss bei all diesen Stundungen, Aussetzungen und Darlehen bedacht werden, dass am Ende des Tages die Mieten, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge geleistet werden müssen – und dann unter Umständen auf einmal“, betont Steuerberaterin Dagmar Lang vom Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.“.

„Natürlich können und müssen diese dann fällig werdenden Zahlungen in eine Liquiditätsplanung für die Beantragung eines KfW-Darlehens einfließen. Jedoch auch hier gilt: Das Darlehen muss zurückgezahlt werden.“

Restrisiko Überschuldung

Durch das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht (COVInsAG) wird aktuell die Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 ausgesetzt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (unter anderem muss die Aussicht bestehen, dass eine durch COVID-19 eingetretene Zahlungsunfähigkeit beseitigt werden kann). Doch auch hier ist Vorsicht geboten: „Die Problematik der Überschuldung des Unternehmens ist durch das COVInsAG nicht geklärt, so dass ein Restrisiko bleibt“, warnt Dagmar Lang.

Alternative: Insolvenz in Eigenverwaltung

Unter Berücksichtigung der Gefahr einer möglichen Insolvenzverschleppung und der Tatsache, dass alle Hilfen zu späterer Zeit zurückgezahlt werden müssen, sollten betroffene Unternehmen zumindest darüber nachdenken, ob nicht auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden sollten, beispielsweise eine Sanierung mittels Insolvenz in Eigenverwaltung.

Sanierung durch Asset Deal oder Insolvenzplan

„Innerhalb des Insolvenzverfahrens kann das Unternehmen durch einen Asset Deal oder mittels Insolvenzplan saniert werden.“ Bei einem Asset Deal werden die Vermögensgegenstände an eine neue Gesellschaft veräußert. Der Vorteil besteht darin, dass nur Teile des Unternehmens erworben werden können. Die Verbindlichkeiten bleiben in der alten Gesellschaft beim Insolvenzverwalter.

Der Insolvenzplan sieht einen Vergleich unter Erhalt des Rechtsträgers des insolventen Unternehmens mit allen Gläubigern vor. Das Unternehmen kann bestehende Verträge übernehmen. „Beide Varianten können in einem Zeitraum von etwa drei bis sechs Monaten abgeschlossen sein“, so die Expertin.

Fazit: Insolvenzen unvermeidlich

Dagmar Langs Fazit: „Spätestens wenn die Wirtschaft wieder anläuft, werden Insolvenzen unvermeidbar sein, da viele Kosten wie Mieten, Leasingraten etc. weiterlaufen. Auch Kurzarbeit ist nicht für alle eine Lösung. Denn teilweise müssen Notmannschaften vorgehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass die Umsätze bei einigen Unternehmen nicht das Niveau wie vor Corona erreichen werden. Nicht zu vergessen: Die gestundeten Verbindlichkeiten müssen zurückgezahlt werden.“

Frühzeitig Weichen stellen

Unternehmen sollten sich daher schon frühzeitig über die Weichenstellung Gedanken machen. Gefährlich sei es dagegen abzuwarten, bis die komplette Substanz aufgebraucht sei. „Wir haben mit dem ‚Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen’, kurz ESUG, eine rechtliche Möglichkeit, die unter Umständen einen besseren Ausweg aus der Krise bieten kann.“

Sämtliche Meldungen, die wir für Sie als Info-Service zur Bewältigung der Corona-Krise veröffentlichen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Krisen-, Sanierungs- und Insolvenzberatung - auch als eJournal bestellbar

Rettung statt Liquidation

Unternehmenskrisen entstehen fast nie plötzlich oder durch eine einzelne Fehlentscheidung. Meist sind sie das Ergebnis vielschichtiger Probleme. Das frühzeitige Erkennen drohender Krisen, eine umfassende Ursachenanalyse und rechtzeitiges Gegensteuern werden so zu Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Krisen-, Sanierungs- und Insolvenzberatung.

Setzen Sie auf Früherkennung und Krisenprävention. Werden Sie aktiv, wenn es noch Handlungsspielraum gibt. Die KSI bietet Ihnen fundierte Beiträge zu bewährten Analysemethoden und informiert über neueste fachliche Tendenzen: Exzellentes Praxiswissen für vorausschauende Entscheidungen und ein versiertes Vorgehen in Krisen-, Insolvenz- und Sanierungsfällen.

Fallstudien und Arbeitshilfen

Die Rubrik „Praxisforum“ unterstützt Sie mit aktuellen Best Practices, nützlichen Umsetzungstipps und Checklisten. Mit der Rubrik „Report“ behalten Sie aktuelle Rechtsprechung und neue gesetzliche oder organisatorische Erfordernisse im Blick. Neueste Literatur, kommende Veranstaltungen und interessante Branchennews finden Sie im „Service“.

Testen Sie die KSI hier kostenlos und unverbindlich.


(ESV,uw)

Programmbereich: Management und Wirtschaft