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Für das Branchentreffen waren rund 7.500 Teilnehmende zugeschaltet. (Foto: fizkes/stock.adobe.com)
European Compliance & Ethics Conference

„Die Toleranz für schlechtes Verhalten von Führungskräften ist dramatisch gesunken“

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
13.10.2022
„Leben wir in einer Welt, die gezwungen ist, gut zu sein?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt der virtuellen European Compliance & Ethics Conference (ECEC).

Für das Branchentreffen waren rund 7.500 Teilnehmende zugeschaltet. Das Programm bestand aus Keynotes, Vorträgen, nationalen Breakout-Sessions, Interviews und einer Podiumsdiskussion.

Achim Weick mahnte gleich bei der Begrüßung eindringlich, dass es höchste Zeit sei zu handeln: „Wir haben enorme Schulden gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft gemacht, die wir zurückzahlen müssen“, so der CEO und Gründer des Gastgebers EQS Group. Dafür brauche es neben eigener Motivation auch Transparenz und klare Regeln, etwa das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und das Hinweisgeberschutzgesetz.

Xavier André Justo berichtete, welche harten Konsequenzen Whistleblowern drohen, wenn sie vom Gesetzgeber nicht geschützt werden. Der heute in Spanien lebende Schweizer hatte aufgedeckt, dass der malaysische Staatsfonds 1MDB regelrecht ausgeplündert worden war. Das hatte einen ungleichen Kampf gegen korrupte Milliardäre zur Folge, der unfair, unmoralisch und unethisch gewesen sei, so der Whistleblower.

Einen Schwerpunkt der Konferenz bildeten ESG-Themen. „Die Toleranz für schlechtes Verhalten von Führungskräften ist dramatisch gesunken“, führte Ethik-Unternehmensberaterin Dr. Bettina Palazzo aus. Bereits im Jahr 2018 seien in den USA mehr Vorstände wegen ethischem Fehlverhalten entlassen worden als wegen schlechter Finanzergebnisse.

Die Frage, ob wir Vorschriften für eine bessere Welt brauchen, beantwortete auch Ursula Bittner von Greenpeace Österreich mit einem eindeutigen Ja: „Die Zeit der Freiwilligkeit ist vorbei. Es ist sehr wichtig, dass die Unternehmen ihr Kerngeschäft nachhaltiger gestalten“, sagte die Wirtschaftsexpertin. Dazu gehöre neben klaren Regeln auch ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft.

Weitere Infos zum ECEC finden Sie hier.

Bad Leadership und Bossing

Autor: Dr. Stephan Rusch

Das Thema Führung wird häufig heroisiert. Die „dunkle Seite“ der Führung und ihre Folgen jedoch bleiben oft unbeachtet. Dabei geht es um mehr: Mit „Bossing“ erniedrigen und entindividualisieren Führungskräfte ihre Mitarbeiter, um Kontrolle und Macht über sie auszuüben – zum Schaden der Betroffenen und des gesamten Unternehmens.

Den weitreichenden Schattenseiten der Macht in Form von „Bad Leadership“ und „Bossing“ widmet sich Stephan Rusch mit viel Praxisbezug.

  • Woran erkennt man destruktive Führung, wie entsteht sie und wie geraten Mitarbeiter auf die „Abschussliste“ des Chefs?
  • Was müssen Führungskräfte wissen, um Machtmissbrauch im Unternehmen zu unterbinden?
  • Was sind die Folgen für die Beteiligten, die Mitspieler, das Unternehmen und die Gesellschaft?
  • Welche Präventions- und Interventions-Strategien gibt es, um „Bossing“ gegenzusteuern?

Fallvignetten, Beispiele, Interviewauszüge, Selbsttests und weitere Tools unterstützen Sie beim zielgerichteten Umgang mit dem Phänomen – und der Entwicklung einer lebendigen, konstruktiven Führungskultur.

Programmbereich: Management und Wirtschaft