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Twitter weiterempfehlen  02.07.2015

Hans-Georg Maaßen: „Reale Gefahr aus der virtuellen Welt“

ESV-Redaktion
Hans-Georg Maaßen: Gegen "blinde Sammelwut" der Sicherheitsbehörden (Archiv)
Digitale Ausforschungs- und Manipulationsversuche gehören mittlerweile zum Alltag. Dr. Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, setzt sich in einem Beitrag für die Zeitschrift PinG mit dem Krieg im Cyberspace auseinander. Wo sieht er die Bedrohungen durch die virtuelle Welt?
Angriffe auf die Internetseite des Bundeskanzleramtes, Hacking-Attacken auf den französischen Fernsehsender TV5 Monde, im Mittelpunkt von Cyberattacken stehen vor allem Politik, Wirtschaft und Militär. Laut einer Aussage des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BSI) kommt es aktuell zu 2.000 bis 3.000 Angriffen täglich allein auf das Netz der Bundesregierung.

Allgemein gilt: Je höher die informationstechnische Vernetzung ist, desto größer das Risiko vor Ausspähung. Zu den typischen Verfahren beim Cyberwar zählen vor allem Spionage, Sabotage, Manipulation und Desinformation.

Neben dem „Social Engineering“ und der sogenannten „Drive-By-Infektion“, dürfe vor allem der Faktor Mensch, so Maaßen, als Gefahrenquelle nicht außer Acht gelassen werden. Dieser schaffe Zugänge zur Implementierung von Spionagesoftware, ohne dass eine informationstechnische Vernetzung nötig ist.

Whatsapp, Twitter, Youtube: Treffpunkt für gezielte Propaganda

Anschlagsplanung, Rekrutierung, Propaganda – vor allem Terroristen nutzen die virtuelle Welt für extremistische Ziele. „Das Internet ist zu einem eigenen Schlachtfeld geworden“. Maaßen bezeichnet dies als „Social-Media-Krieg“. Radikale Botschaften werden zunehmend über soziale Netzwerke und Instant-Messenger-Systeme verbreitet. „Online-Aktivitäten junger Kämpfer des Islamischen Staates (IS) finden heute über Youtube, Twitter und Whatsapp statt“, so Maaßen in seinem Beitrag.

Der Infokrieg: Wirksames Mittel asymmetrischer Kriegsführung

Das Internet sorge für eine rasante Verbreitung von Informationen – auch Fehlinformationen seien sekundenschnell im Netz verteilt. Der Rückruf komme erst zeitverzögert, sei aber meist chancenlos. Diesen „Infokrieg“ machten sich fremde Nachrichtendienste und Extremisten zunutze, gebrauchten ihn – vor allem in Krisensituationen – zur Willensmanipulation der Bevölkerung, wie etwa die prorussischen Kommentare im Netz zur Ukrainekrise.

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Gibt es wirksame Abwehrstrategien?

Nach Maaßen bedarf es einer „umfassenden, gesamtgesellschaftlichen Strategie“, um Cyberwar, -Spionage und Infokrieg entgegenzuwirken. Abwehrmöglichkeiten müssten optimiert werden – technisch, rechtlich und analytisch. Die „Cyber-Sicherheitsstrategie“ der Bundesregierung sowie die vom Bundeskabinett formulierte „Digitale Agenda“ und nicht zuletzt das IT-Sicherheitsgesetz (Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme), stellen Meilensteine auf dem Weg zu mehr IT-Sicherheit dar. „Die neuen Möglichkeiten dürfen jedoch nicht zu einer blinden Sammelwut bei Sicherheitsbehörden führen“, sagt Maaßen. (ESV/akb)

Den kompletten Beitrag von Hans-Georg Maaßen finden Sie hier.


Zur Person

Der Jurist Dr. Hans-Georg Maaßen, Jahrgang 1962, ist seit August 2012 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Nach der Tätigkeit in verschiedenen Abteilungen im Bundesministerium des Innern, war der gebürtige Mönchengladbacher Maaßen im Jahr 2000 persönlicher Referent des Sicherheitsstaatssekretärs und 2008 Leiter des Stabes Terrorismusbekämpfung in der Abteilung Öffentliche Sicherheit.

 

Literaturhinweise zum Thema Datensicherheit

Datenschutz ist das Kernthema der Fachzeitschrift PinG – Privacy in Germany, die es als Printversion und als eJournal gibt.

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Programmbereich: Wirtschaftsrecht

 
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