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Notker der Deutsche
Twitter weiterempfehlen  15.03.2016

Mittelalterliches Übersetzen: Münchener Psalter aus dem 14. Jahrhundert

ESV-Redaktion Philologie
Ausschnitt aus Notkers „Übersetzung und Auslegung der Psalmen“ (Foto: Bayerische Staatsbibliothek München, Cgm 12, Bl. 1r)
Der Dichter und Gelehrte Notker lebte im 9./10. Jahrhundert in St. Gallen und war Benediktinermönch. Er gilt als der erste Aristoteles-Kommentator des Mittelalters und der bedeutendste Übersetzer ins Deutsche vor Martin Luther. Jetzt liegt die erste vollständige Ausgabe des Münchener Psalters aus dem 14. Jahrhundert vor.
Notker Labeo oder der Deutsche († 1022) war ein sehr gelehrter Benediktinermönch und Leiter der Klosterschule in St. Gallen. Er kommentierte mehrere lateinische Texte und übersetzte sie dann meisterhaft in eine lateinisch-althochdeutsche Mischprosa, darunter vor allem einige logische Schriften des Aristoteles (in der lateinischen Wiedergabe durch Boethius), die Consolatio Philosophiae des Boethius, De nuptiis Philologiae et Mercurii des Martianus Capella, auch den ganzen Psalter. Notkers Psaltertext hatte, wie mehrere Fragmente und Bearbeitungen zeigen, eine weite Ausstrahlung im Süden des Reiches. Eine späte, jetzt lateinisch-spätmittelhochdeutsche, aber neue und bairische Bearbeitung aus dem 14. Jahrhundert liegt in der unikalen Münchener Handschrift Cgm 12 vor, die auch wegen ihres Schreibstils und Schmuckes besonders schön und weit mehr als eine einfache Gebrauchshandschrift ist.

Petrus W. Tax legt mit dem im Erich Schmidt Verlag erschienenen Band die erste vollständige Edition dieses in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrten Codex vor. Es hätte sich für dieses Unternehmen kein besserer Herausgeber finden lassen als Petrus W. Tax, da er als der wohl profundeste Kenner des Notkerschen Œuvres, seiner Vorgeschichte und auch seiner Rezeption gilt.

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Einblick in die Praxis mittelalterlicher Übersetzung und Auslegung

So ist der Band nicht nur für Forscher, die sich mit Notkers Werken und ihrer Rezeption beschäftigen, interessant, sondern auch für alle, die sich für die Geschichte der Exegese und generell für die Geschichte mittelalterlichen Übersetzens interessieren. Der späte Schreiber begnügt sich keineswegs mit der Übertragung des althochdeutschen Textes in eine jüngere, dialektal verschiedene Schreibsprache, sondern erweitert den Text an etlichen Stellen auch inhaltlich. Der Leser wird also in die Lage versetzt, sich einen Einblick in die Praxis mittelalterlicher Auslegung zu verschaffen.

Da die Ausgabe einen möglichst überlieferungsgetreuen Abdruck der Handschrift bietet, finden auch Sprachhistoriker reiches Material. Daher ist der Band auch für diejenigen interessant, die sich mit der Grammatik, Stilistik und Syntax des Spätmittel- und Frühneuhochdeutschen beschäftigen. (ESV/ln)

 
Zum Herausgeber
Petrus W. Tax ist seit 1993 Professor emeritus der Germanistik (University of North Carolina in Chapel Hill, North Carolina, VS). Seine Forschungsgebiete sind vor allem die mittelhochdeutsche höfische Epik (Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach, Hartmann von Aue), die Exegese (v.a. der Psalmen) und das Althochdeutsche. Mit James C. King hat er eine neue Ausgabe (mit exegetischem Kommentar) aller Werke des St. Galler Lehrers und Gelehrten Notker des Deutschen (gest. 1022) veranstaltet (Tübingen 1972-2009); in diesem Unternehmen hat er u.a. Notkers Psalter neu und mit einem umfassenden Quellenkommentar ediert.

Zum Band
Der Titel „Der Münchener Psalter aus dem 14. Jahrhundert. Eine Bearbeitung von Notkers Psalter“ ist in der Reihe „Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (TMA)“ im Erich Schmidt Verlag erschienen. Sie können den Band bequem hier bestellen.

(Weitere Angabe zum Bild: Cgm 12, Bl. 1r urn:nbn:de:bvb:12-bsb00088324-1)


Programmbereich: Germanistik und Komparatistik

 
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