Sie haben folgende Möglichkeiten:
  1. zum Login.
  2. zur Navigation.
  3. zum Inhalt der Seite.

Europäische Arbeitsschutzagentur: Online-Instrument für die Gefährdungsbeurteilung entwickelt sich immer besser

sicher ist sicher Heft 12/2012
03.12.2012
Eine von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) entwickelte frei zugängliche Online-Software versetzt Klein- und Kleinstunternehmen in ganz Europa in die Lage, Gefährdungsbeurteilungen an Arbeitsplätzen einfach und kostengünstig durchzuführen.
Eine von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) entwickelte frei zugängliche Online-Software versetzt Klein- und Kleinstunternehmen in ganz Europa in die Lage, Gefährdungsbeurteilungen an Arbeitsplätzen einfach und kostengünstig durchzuführen.

„Die Gefährdungsbeurteilung ist der Grundpfeiler für Gesundheitsschutz und Sicherheitsmanagement. Mit OiRA, der Online-Software für die interaktive Gefährdungsbeurteilung, geben wir europäischen Unternehmen die Möglichkeit, die Gefährdungsbeurteilung korrekt durchzuführen. Die Entwicklung von OiRA weist uns den Weg für ein besseres Arbeiten in Europa und für eine erhöhte Sicherheit unserer Arbeitsplätze.“

Diese Botschaft vermittelte die Direktorin der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz Christa Sedlatschek auf einer Veranstaltung, die unter der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft im Rahmen der EU-OSHA- Kampagne für gesunde Arbeitsplätze „Partnerschaft für Prävention“ organisiert worden war. Die in der zyprischen Stadt Nicosia abgehaltene Konferenz „Working together for the future of occupational safety and health in Europe“ (Zusammenarbeit für die Zukunft von Sicherheit und Gesundheitsschutz in Europa) beleuchtete die Herausforderungen, denen sich politische Entscheidungsträger, Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Verbesserung von Gesundheitsschutz und Sicherheitsstandards stellen müssen.

Nach Ansicht von Christa Sedlatschek setzt OiRA genau hier an, um europäischen Unternehmen das Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit näher zu bringen. OiRA wird von der Agentur kostenlos online zur Verfügung gestellt und unterstützt Klein- und Kleinstunternehmen in Europa, die möglicherweise nicht über die nötigen Ressourcen und das nötige Know-how verfügen, ihre Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, die Vorschriften der Gefährdungsbeurteilung einzuhalten sowie die Gefahren am Arbeitsplatz zu bewerten und zu kontrollieren, um Verletzungen und Gesundheitsschäden zu vermeiden. OiRA bietet Unternehmen einen einfachen Leitfaden, der sie Schritt für Schritt durch die Gefährdungsbeurteilung führt, zu einem besseren Verständnis dieses Verfahrens beiträgt und ein Risikomanagement ermöglicht.

Eines der ersten OiRA-Instrumente wurde in Zypern selbst entwickelt: ein sektorspezifisches Instrument für die Friseurbranche, die durch einen hohen Prozentsatz berufsbedingter Hautkrankheiten sowie Muskel- und Skeletterkrankungen geprägt ist. Weitere Instrumente werden in Zypern (Büroarbeitsplätze), Frankreich (Straßenverkehr) und auf EU-Ebene (Leder- und Gerbereiindustrie) veröffentlicht. Zu den neuen, in Entwicklung befindlichen und in Kürze verfügbaren OiRA-Instrumenten zählen ein Instrument für Friseure in Belgien, ein generisches Instrument und ein Instrument für die Büroarbeit in Slowenien, ein Instrument für Fleischer in Griechenland sowie ein Instrument für Tankstellenbesitzer in Litauen. Weitere europäische Länder haben Absichtserklärungen in Bezug auf die Entwicklung von OiRA-Instrumenten unterzeichnet, entwickeln gerade neue OiRA-Instrumente oder nehmen an Pilotprojekten teil: Belgien, Bulgarien, Griechenland, Lettland, Litauen, Slowenien, die Tschechische Republik und Zypern. Weitere Arbeiten werden vom Institut national de recherche et de sécurité (INRS) in Frankreich und den Sozialpartnern im Sektor der privaten Sicherheitsdienste in Europa ausgeführt.

EU-OSHA unterstützt nationale Berufsverbände ihre sektorspezifischen Instrumente zu entwickeln und auf ihre nationalen Bedürfnisse anzupassen. Dadurch will EU-OSHA die Risikobeurteilung am Arbeitsplatz besonders in Klein- und Kleinstunternehmen vorantreiben und ihnen ermöglichen, ihr Risiko selber zu überprüfen, ohne ihr Budget zu überschreiten. Alle nationalen Organisationen, die sich für die Unterstützung der EU-OSHA an der Entwicklung der nationalen Instrumente für alle EU Mitgliedstaaten interessieren, können die Agentur via E-Mail kontaktieren: oira@osha.europa.eu. Internet: www.oiraproject.eu