Leitmerkmalmethode „Manuelle Arbeitsprozesse“ der BAuA evaluiert
Nach den Leitmerkmalmethoden „Heben und Tragen“ sowie „Ziehen und Schieben“ stellte die BAuA 2007 die Leitmerkmalmethode „Manuelle Arbeitsprozesse“ vor. Mittels eines Arbeitsblattes lassen sich Gefährdungen durch körperliche Belastungen bei der Arbeit beurteilen. Das aktuelle Projekt evaluierte den Methodenentwurf „Manuelle Arbeitsprozesse“ von 2007 und sammelte Erfahrungen in seiner Anwendung.
Als Ergebnis schätzt die Leitmerkmalmethode „Manuelle Arbeitsprozesse“ die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Beschwerden im Muskel-Skelett-System. Diese Schätzung stimmt bei Beschäftigten für Beschwerden in den Händen und Handgelenken sowie für Beschwerden in den Ellenbogen und Unterarmen sehr gut und für Schulterbeschwerden moderat mit der wirklichen Beschwerdehäufigkeit überein. Im direkten Vergleich mit anderen Methoden liefert die Leitmerkmalmethode ähnliche Ergebnisse. Wird sie von Experten aus Unternehmen angewandt, so kommen diese zu vergleichbaren Ergebnissen. Die Objektivität der Methode kann als gut bis moderat bezeichnet werden.
Um Fehler bei der Anwendung und Beurteilungsunterschiede zu verringern, wurden die Leitmerkmalmethode und die Anleitung angepasst. Zudem haben die beteiligten Wissenschaftler ausführliche Handlungshinweise mit Referenzbeispielen hinzugefügt. Die so überarbeitete Fassung der Leitmerkmalmethode „Manuelle Arbeitsprozesse“ in der Version 2011 wurde ebenfalls erfolgreich evaluiert. Sie eignet sich für die Anwendung in Unternehmen.
Mehr Informationen zu den Leitmerkmalmethoden der BAuA und den dazugehörigen Arbeitsblättern gibt es unter www.baua.de.