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Preisträger Jörn Hoppmann mit Thomas Breiding (Foto: Martin Börner)
Habilitationsschrift

Nachhaltigkeit: Berichts- und Aufsichtsratsprobleme

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
17.07.2019
Die Umsetzung des im Rahmen der Unternehmensführung mehr und mehr dominierenden Nachhaltigkeitspostulats wird durch Aufsichtsräte und Berichtsmängel gebremst.
Bremsen Aufsichtsräte den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit? Mit strategischen Entscheidungen Nachhaltigkeit in Unternehmen umzusetzen (so die eigentlich nicht strittige Grundforderung) heißt, nicht nur Manager in die Pflicht zu nehmen. Auch Aufsichtsräte müssen sich dem Wandel stellen.

Aufsichtsräte: Bremsspuren und wenige Impulse

Individuelle Interessen von Aufsichtsratsmitgliedern stehen der systematischen Integration von Nachhaltigkeit in Entscheidungsprozesse jedoch oft entgegen. Dies ist eine der Kernaussagen in Jörn Hoppmanns Habilitationsschrift „Organizational Strategies and Innovation toward Sustainability: A Behavioral Perspective”, für die er mit dem MLP-Nachwuchspreis des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB) am 13. Juni 2019 in Rostock anlässlich der Verbandstagung ausgezeichnet wurde. Der Preisträger Jörn Hoppmann betonte, dass Nachhaltigkeit in Unternehmen in erster Linie eine Frage des individuellen und organisationalen Lernens sei. Darin könne ein wichtiger Beitrag gesehen werden, um das Thema aus seiner Ökologie-Nische zu holen und mitten in der Debatte um strategisches Management zu platzieren.

Nachhaltigkeitsberichte: Nur Worthülsen?

Auch den Anforderungen nicht gerecht werdende Nachhaltigkeitsberichte hinterlassen Bremsspuren bezüglich der Glaubwürdigkeit der Unternehmen: „Die im vergangenen Jahr von 131 Unternehmen aus der DAX-Familie vorgelegten Nachhaltigkeitsberichte bieten spärliche Informationen und sind kaum miteinander vergleichbar.”

Zu diesem Ergebnis kommen Kommunikationsberater von Cometis auf der Basis einer systematischen Auswertung der Berichte zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility; CSR). Insbesondere seien die Kriterien für Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung – nach den englischen Begriffen Environment, Social und Governance mit ESG abgekürzt – noch immer stark von der subjektiven Wahrnehmung geprägt und stellen die EU-Kommission vor Schwierigkeiten, ein europäisches Regelwerk für die nachhaltige Ausrichtung des Finanzmarkts zu erstellen.

Ähnlich vage fallen die ESG-Angaben deutscher Unternehmen aus: „Viele Berichte enthalten leider oftmals Worthülsen.” So lautet die eindringliche Kritik des Cometis-Vorstands Henryk Deter (s. dazu u. https://www.cometis.de/de/csr-berichte-noch-ohne-einheitliche-standards). Demzufolge werden messbare Daten zur Nachhaltigkeitsperformance zu selten berichtet. Oftmals sei weder ein Vergleich mit anderen Unternehmen möglich, noch werde eine Entwicklung im Zeitverlauf erkennbar.

Hinweis: Zum Thema ist ein ZCG-Beitrag mit dem Titel „CSR-Berichterstattung mit EU-Rückenwind” für die demnächst erscheinende Ausgabe 4/19 in Vorbereitung, in dem neben einer Bestandsaufnahme bisheriger Praxiserfahrungen auch auf die neuen EU-Leitlinien zur Klimaberichterstattung eingegangen wird.

Zeitschrift für Corporate Governance

Hohe Stakeholder-Erwartungen an unternehmerische Transparenz und klare Kommunikation, aber auch die gestiegene gesellschaftliche Sensibilität für gute und regelkonforme Unternehmenssteuerung nehmen Geschäftsleitungen und Aufsichtsgremien in die Pflicht. Auch Sanktions- und Haftungsrisiken müssen Sie mit Weitsicht und geeigneten Instrumenten begegnen, im Großkonzern genauso wie im Mittelstand.

Anforderungen umsetzen, professionell entscheiden

Die ZCG informiert Sie alle zwei Monate über neueste Entwicklungen. So bleiben Sie auf dem Laufenden, um die Standards guter Unternehmensführung zu erfüllen, eine effektive Aufsicht auszuüben und souverän zu diesem Thema zu beraten.

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(ESV/ps)

Programmbereich: Management und Wirtschaft