Risikomanagement ungenügend: Großprojekte werden schlecht geplant
- Risiken bei Großprojekten werden in mittelständischen Unternehmen oft unzureichend gesteuert
- Trotz der öffentlichen Diskussionen um Planungsfehler und Kostensteigerungen bei Projekten wie Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 beabsichtigen nur wenige Unternehmen, ihr Projektmanagement zu verbessern.
- Die Unternehmen sehen Bedarf für eine erweiterte Absicherung spezieller Risiken durch Versicherungen.
- Nach wie vor verfügen nur wenige Mittelständler über integrierte Prozesse zur Identifizierung von Risiken.
Die Autoren der Studie konstatieren weiter, dass ein überwiegender Teil der Unternehmen internationale Standards des Risikomanagements nicht oder nur im geringen Maße anwende. Ein Drittel der Befragten hat allerdings zur Beurteilung von Vertragspartnern unternehmensinterne Prozesse zur Überprüfung eingerichtet. Bömelburg betont, dass „die Verhinderung von Korruption und Geldwäsche bei Großprojekten (…) ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements (ist)“. Je größer das Projekt sei, desto mehr nationale und internationale Normen seien zu beachten. Hier sei jedoch aufgrund der großen Skandale der letzten Jahre ein Umdenken zu verzeichnen. Allerdings, so Bömelburg weiter, ist „bei der unternehmensinternen Compliance (…) noch viel Luft für Verbesserungen.”
Ein Zeichen für die wachsende Sensibilität ist auch der von den Unternehmen geäußerte Wunsch nach passenden Absicherungsmöglichkeiten durch spezielle Versicherungen. Allerdings sind nach Meinung von Löffler neue Versicherungslösungen in den Unternehmen häufig noch ungekannt. Den Grund hierfür sieht Löffler darin, dass „Versicherungs- und Risikomanagement in Unternehmen (oft) noch ablauforganisatorisch voneinander getrennt (sind), so dass Informationslücken zu verfügbaren Instrumentarien entstehen.”
Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie ist, dass die Hauptgründe für Schwierigkeiten bei Großprojekten vorwiegend in den Unternehmen selbst gesehen werden. Kritisiert werden u.a.:
- Mängel bei der Definition und Konzeption der Projekte,
- Budgetüberschneidungen besonders in der frühen Planungsphase,
- ein Ungenügendes Projektmanagement sowie
- ungeplante Zeitverschiebungen.
Die Studie „Risiko- und Projektmanagement bei Investitionsentscheidungen und Großprojekten im deutschen Mittelstand” kann bei den Ansprechpartnern für die Presse angefordert werden. Dort können Sie auch die gesamte Pressemeldung nachlesen.