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Aufschwung, aber nicht ohne Risiken

14.05.2013
Die Finanzchefs (CFOs) in deutschen Unternehmen sehen deutlich positiver in die Zukunft als noch vor einigen Monaten, behalten aber eine defensive Grundhaltung. Neuer Risikofaktor Nr. 1 sind die Energiekosten.

Die Finanzchefs (CFOs) in deutschen Unternehmen sehen deutlich positiver in die Zukunft als noch vor einigen Monaten, behalten aber eine defensive Grundhaltung. Neuer Risikofaktor Nr. 1 sind die Energiekosten.

Seit der letzten Befragung vor sechs Monaten haben sich die Konjunktur-Optimisten unter den Teilnehmern mehr als verdoppelt. Auch die Erwartungen für die Aussichten des eigenen Unternehmens haben sich stark verbessert. Dies ist vor allem einem Rückgang der Unsicherheit zu verdanken, nicht zuletzt aufgrund größeren Vertrauens in die Zukunft der Euro-Zone. Dennoch wollen die Finanzchefs (noch) nicht in Wachstum investieren, sondern vor allem in Rationalisierungsmaßnahmen. Generell stehen Kostensenkungen und Risikomanagement im Fokus, das größte Risiko auf Sicht von einem Jahr sehen die CFOs in steigenden Energiekosten. Dies sind die Kernergebnisse zeigt des aktuell am 14. Mai 2013 vorgelegten Deloitte CFO Survey unter 124 deutschen CFOs aus verschiedenen Branchen.

Kostensenkungen und die Erhöhung des operativen Cashflows sind demnach die hauptsächlichen strategischen Prioritäten. Im Vergleich zur letzten Umfrage hat sich die strategische Ausrichtung der Unternehmen verfestigt. Wegen des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds legen die CFOs bei Investitionsentscheidungen großen Wert auf Risikosteuerung, Liquiditätsaufbau und sichere Entscheidungsprozesse. Im Bereich M&A stehen eher kleinere Transaktionen auf der CFO-Agenda. Am Standort Deutschland werden im nächsten Jahr vor allem Rationalisierungsinvestitionen geplant.

Der neue Risikofaktor Nummer eins sind die Energiekosten. Für 45 Prozent stellen sie ein hohes Risiko dar, in der Fertigungsindustrie sind es 58 Prozent. Bei der Energiewende selbst sehen die CFOs eher die Risiken als die Chancen. Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen strebt ein gutes Drittel an, fast doppelt so viele erwarten Kostensteigerungen, sehr viele beklagen die fehlende Beständigkeit in den Rahmenbedingungen. Für das eigene Unternehmen wollen die meisten CFOs die Energieeffizienz erhöhen und die Energiebeschaffung optimieren.

Mittelfristig wird auch Inflation wieder ein Thema sein. Während 97 Prozent der CFOs auf kurze Sicht weniger als drei Prozent Inflation erwarten, so ändert sich das auf Sicht von drei Jahren. Über ein Drittel der Finanzchefs erwartet dann eine Inflationsrate von 3,0 bis 3,9 Prozent.

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern