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BaFin: Entwicklungen in der Digitalisierung durch neue Strategie Rechnung tragen (Foto: leungchopan/Fotolia.com)
Finanzaufsicht und Digitalisierung

BaFin erarbeitet Digitalisierungsstrategie

ESV-Redaktion Recht
06.03.2019
Big Data und Künstliche Intelligenz (KI) verändern den Finanzmarkt ganz erheblich. In diesem Bereich ist das Vertrauen in die Stabilität, Integrität und Funktionsfähigkeit besonders wichtig. Deshalb hat die BaFin eine Digitalisierungsstrategie veröffentlicht, in der sie drei Grundfragen formuliert.
Vor allem seit Beginn der 2000er Jahre würden Technologien im Vordergrund stehen, die zum Teil als „disruptiv“ und teilweise das
„schöpferisch zerstörend“ angesehen werden kann. Diese Entwicklungen, so die BaFin könnten Wertschöpfungsketten aufbrechen und neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Zudem mache dies Unternehmen zunehmend angreifbar. Die benannten Grundfragen behandelt die Aufsichtsbehörde in den folgenden drei Handlungsfeldern:
  • Aufsicht und Regulierung
  • IT-Aufsicht und -Sicherheit
  • Transformation der BaFin

Das Ziel: Weltweit unter den führenden Aufsichtsbehörden

Die Digitalisierungsstrategie soll die Weichen der drei Handlungsfelder stellen. Wie die Behörde betont, fängt sie in keinem der Felder bei null an. Danach arbeite und denke sie in zahlreichen Bereichen schon weitgehend digital. Ihr Ziel: Ab 2025 will sie im Umgang mit der Digitalisierung weltweit zu den führenden Aufsichtsbehörden gehören.

Teilschritte der Digitalisierungsstrategie

Für dieses Ziel wären Teilschritte erforderlich, so die Behörde. Daher definiert ihre Digitalisierungsstrategie zunächst übergeordnete Ziele für jedes Handlungsfeld. Neben der Ausgangslage und dem Status quo beinhaltet die Strategie auch eine Auswahl der gegenwärtig geplanten nächsten Schritte zur Erreichung dieser Ziele.

Wegen des ständigen digitalen Wandels könne eine derartige Darstellung aber nicht das gesamte Spektrum aller erforderlichen Maßnahmen umfassen, so die BaFin.

Darüber hinaus wären weder die übergeordneten Ziele noch die Wege dorthin statisch. Da sich alles dynamisch weiterentwickelt, seien Ziele und Wege ständig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Handlungsfeld Aufsicht und Regulierung

Dieses Handlungsfeld befasst sich mit der Sicherheit der innovativen Technologien, IT-Systeme und Daten, die die zu beaufsichtigten Unternehmen nutzen. Hier geht es im Wesentlichen um die Weiterentwicklung der Aufsichtsbehörde im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung. Zum einen intern, aber auch an den Schnittstellen zum Markt.

Im Zentrum steht die Frage, wie die Behörde aufsichtlich und regulatorisch mit den Marktveränderungen – ausgelöst durch die Digitalisierung – umgehen soll. Insoweit skizziert ihre Strategie folgende Ausgangslage:

Technologische Innovationen: Zu den finanztechnologischen Innovationen, die die Digitalisierung im Finanzdienstleistungssektor entscheidend prägen, zählt die Behörde unter anderem:
  • DLT: Distributed Ledger Technology, auch als Oberbegriff etwa für Blockchain-Technologie und Kryptowährungen.
  • Anwendungen zu Big Data und Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence oder BDAI).
  • Verknüpfung der Finanzmarktteilnehmer: zum Beispiel durch Application Programming Interfaces (API) oder Cloud Computing. 
Die Finanzaufseher halten diese Aufzählung allerdings nicht für abschließend. Vielmehr sei damit zu rechnen, dass mit fortschreitender Marktreife neuer Technologien – zum Beispiel durch Quantencomputer oder neue biometrischen Verfahren – immer weitere finanztechnologische Innovationen hinzukommen.

Neue Finanzinstrumente und Geschäftsmodelle:  Die neuen Technologien haben sich der Strategie zufolge bereits in folgenden neuen Finanzinstrumenten und Geschäftsmodellen niedergeschlagen. Hierzu zählen zum Beispiel:
  • Virtuelle Währungen: wie Kryptotoken, Initial Coin Offerings (ICO) bzw. Token Generating Events (TGE),
  • Plattformbildung auf dem Finanzmarkt: wie Open Banking, White Label Banking, Regulatory Technology (RegTech), Crowdfunding, Robo Advice und automatisierte individuelle und kollektive Portfolioverwaltung.
Zuständig wäre insoweit das BaFin-Referat SR 3 (Finanztechnologische Innovationen).

Handlungsfeld „IT-Aufsicht und -Sicherheit”

Hier geht es darum, wie die BaFin dazu beitragen kann, die innovativen Technologien und IT-Systeme sowie Daten, die die beaufsichtigten Unternehmen nutzen, zu sichen.

Für dieses Handlungsfeld ist die Gruppe GIT (IT-Aufsicht/Zahlungsverkehr/Cybersicherheit) zuständig.

Handlungsfeld „Transformation der BaFin“

Wie muss sich die BaFin angesichts der fortschreitenden Digitalisierung weiterentwickeln – und zwar intern und an den Schnittstellen zum Markt?

Zuständig soll künftig ein Chief Digital Officer (CDO) sein. Dieser wird auch die Weiterentwicklung der Gesamtstrategie koordinieren. Die Aufgaben des CDO und seines Büros soll ein gesondertes Konzept beschreiben

Im Überblick: Der wesentliche Inhalt der Digitalisierungsstrategie
Handlungsfeld „Aufsicht und Regulierung“
  • Ausgangslage
  • Übergeordnete Ziele
  • Status quo: Was hat die BaFin bereits erreicht?
  • Nächste Schritte
Handlungsfeld „IT-Aufsicht und –Sicherheit“
  • Ausgangslage
  • Übergeordnete Ziele
  • Status quo: Was hat die BaFin bereits erreicht?
  • Nächste Schritte
 Handlungsfeld „Transformation der BaFin“
  • Ausgangslage
  • Übergeordnete Ziele
  • Status quo: Was hat die BaFin bereits erreicht?
  • Nächste Schritte
        - Binnendigitalisierung
        - Digitalisierung der Aufsichts- und Unterstützungsprozesse
        - Weiterentwicklung der unterstützenden Infrastrukturen
        - Ausstattung der Arbeitsplätze
        - Rekrutierung und Fortbildung von Beschäftigten

Umsetzung und Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie

Zur Digitalisierungsstrategie der BaFin

Quelle: Meldung der BaFin vom 26.02.2019

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  • Regulatorische Aspekte: Bankaufsichtsrechtliche Anforderungen, Kreditplattformen, Crowdfunding, Zahlungsverkehr, Robo-Advice
  • Investition in FinTech: Finanzierungsformen, MPL-Verbriefungs-Modell
  • Steuerrechtliche Aspekte des FinTech-Sektors
  • Case-Studies und aktuelle Trends

(ESV/bp)

Programmbereich: Bank- und Kapitalmarktrecht