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Das Smartmeter ist als zentrale Kommunikationseinheit eines intelligenten Strommesssystems der Motor für die Digitalisierung der Energiewende (Foto: PiLensPhoto/Fotolia.com)
Digitalisierung der Energiewende

BMWi: Rollout für Smart-Meter rückt näher

ESV-Redaktion Recht
20.12.2019
Das Smart-Meter-Gateway gehört zur den Schlüsseltechnologien für die Digitalisierung der Energiewende. Dem flächendeckenden Einsatz ist Deutschland nun ein Stück näher gekommen, denn kürzlich hat ein dritter Hersteller das Zertifikat für ein solches Gerät erhalten, wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) aktuell mitgeteilt hat.
Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) sieht vor, dass der verpflichtende Rollout der Geräte erst beginnen kann, wenn mindestens drei voneinander unabhängige Unternehmen intelligente Messsysteme am Markt anbieten, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert hat. Nun hat der dritte Hersteller das Zertifikat für ein Smart Meter Gateway (SMGW) erhalten.

Hohe Anforderungen an den Datenschutz

Ein Smart-Meter-Gateway ist die zentrale Kommunikationseinheit eines intelligenten Strommesssystems. Mit dem nun dritten zertifizierten Gateway soll die Digitalisierung der Energiewende auch unter hohen Anforderungen an den Datenschutz und die Informationssicherheit voranschreiten.

Markterklärung

Zusätzlich ist aber noch eine sogenannte „Markterklärung“ des BSI erforderlich. In dieser stellt die Behörde die besonderen Anforderungen in unterschiedlichen Einsatzbereichen den technischen Möglichkeiten der Geräte gegenüber. Die entsprechende Analyse des BSI soll nach Angaben des BMWi Anfang 2020 abgeschlossen werden. Der freiwillige Einbau von zertifizierten Geräten ist aber schon jetzt möglich.

Herkömmliche Messsysteme sollen ersetzt werden

Da die Digitalisierung für die Energiewende entscheidend ist, sieht das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) Regelungen zur sicheren Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen vor. Danach sollen zertifizierte und intelligente Messsysteme herkömmliche Stromzähler und Messsysteme ersetzen, wo die Energiewende entscheidend beschleunigt wird. Das ist der Fall bei
  • verbrauchsstarken Haushalten oder Unternehmen mit einem Jahresstromverbrauch von über 6.000 kWh,
  • größeren Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von über 7 kW
  • und bei steuerbaren Verbrauchern, etwa bei Ladepunkten für E-Mobile, bei Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen.
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Zertifizierung und weitere Verfahren

Im Rahmen der Zertifizierung evaluiert das BSI im Smart-Meter-Gateway die Herstellungs- und Entwicklungsprozesse des Herstellers sowie die Auslieferungswege der Geräte. Zudem ist die Einhaltung der Sicherheitsvorgaben Gegenstand der Zertifizierung. Aktuell durchlaufen laut den Angaben des BMWi weitere Smart-Meter-Gateway-Hersteller das Zertifizierungsverfahren beim BSI.

Neue Geschäftsstelle des BMWi

Wie das Ministerium weiter mitteilt, hatte es im September 2019 die Geschäftsstelle „Technische Standards, Ausschuss Gateway-Standardisierung“ eingerichtet. Der Stelle wurde unter anderem die Aufgabe übertragen, die technischen Standards für die Digitalisierung der Energiewende in den Bereichen Netze, Mobilität, Gebäude und Dienstleistungen weiterzuentwickeln.

Dies soll  der fortlaufenden Umsetzung der „Standardisierungsstrategie zur sektorübergreifenden Digitalisierung nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (BMWi-BSI-Roadmap) dienen.

Quelle: PM des BMWi vom 19.12.2019

  Es werde Licht 

MsbG


Die praktische Umsetzung dieses Gesetzes an der sensiblen Schnittstelle zwischen Energie- und Datenschutzrecht wirft viele Fragen auf, die von den Adressaten nicht immer einfach zu beantworten sind. Zum Beispiel:
  • Wie werden intelligente Messsysteme und moderne Messeinrichtungen in der Praxis installiert und eingesetzt?
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(ESV/bp)

Programmbereich: Energierecht