Die externe Risikoberichterstattung der Unternehmen und Konzerne
Zur Beurteilung, inwieweit der Berichterstattende die Interessen der Adressaten und die eigenen Erfordernisse berücksichtigen soll, werden die Gesetze, Vorschriften und Standards zum Risikomanagement erläutert. Als Vorbild wurden Unternehmen aus dem DAX und dem M-DAX gewählt, deren Risikoberichterstattung der Autor als gut beurteilt. Unternehmen, die zwar einen teilweise guten Geschäftsbericht abgeben, die Gesetze aber nicht einhalten, wurden nicht als Maßstab genommen. Erwähnt werden sie, wenn zu zeigen ist, welche der gesetzlichen Anforderungen sie nicht erfüllen, was am Risikomanagementsystem fehlt und welche Auswirkungen das hat.
Insgesamt gesehen erläutert dieses Handbuch aus der Praxis für die Praxis die im Jahr 2022 geltenden Gesetze, Vorschriften und Standards zum Risikomanagement. Darüber hinaus bietet es viele grafische Übersichten, Checklisten und zahlreiche Praxisbeispiele aus den großen DAX- Unternehmen. Die Aufgabe der umfangreichen Anlagen besteht darin, den für die Risikoberichterstattung verantwortlichen Vorständen sowie den Aufsichtsräten und Wirtschaftsprüfern direkt verwertbare Hinweise für ihre praktische Arbeit zu geben.
In diesen Anlagen fällt die Prüfung der VW-Risikoberichterstattung auf, was aber nur am Rande der Kritik an dem Unternehmen und dessen Wirtschaftsprüfern dienen soll. Erläuternd wird in den Vorbemerkungen zu den Anlagen hinzugefügt, dass „als Beispiel aus der Praxis ein weltbekannter Konzern, dessen Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer seit Jahrzehnten rechtswidrig handeln, was von der deutschen Bundesregierung im Rahmen des DCGK bis zum Jahr 2021 zugelassen wurde“, gewählt wurde und damit ein Konzern, dessen Geschichte, dessen Geschäfte und das Verhalten seines Vorstands sowie Aufsichtsrats jedem Wirtschaftsteilnehmer geläufig sei.
Bemerkenswert ist auch, dass das Buch die Erkenntnisse aus den Veröffentlichungen des Experten Dr. Carl Ehlers berücksichtigt, der den Wirecard Untersuchungsausschuss mit Fachmaterial versehen hat. Er habe nachgewiesen, dass Grund für die großen Unternehmensskandale wie Wirecard, Volkswagen oder Deutscher Bank der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sei. Ob das alle Leserinnen und Leser so sehen, sei hier dahingestellt; es bleibt aber ohne Zweifel der Eindruck eines wegen seiner Praxisnähe sehr lesenswerten Fachbuchs.
Dipl.-Kfm. Dr. Hans-Jürgen Hillmer
Quelle: ZCG Zeitschrift für Corporate Governance Ausgabe 2/2023
Programmbereich: Management und Wirtschaft