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Von der Strategietagung zum Live-Stresstest (Grafik: yanlev/stock.adobe.com)
Davos 2026

Die neue Risiko-Realität – Geopolitik, KI und Klima im Stresstest

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
26.01.2026
Das Wirtschaftsforum in Davos 2026 war weniger eine Strategietagung als vielmehr ein Live-Stresstest: Geopolitik dominierte die Agenda, während KI als Produktivitäts- und Machtfaktor alles überlagerte. Klimarisiken rutschen zwar kurzfristig in der Priorisierung ab, stehen aber langfristig als systemische Top-Risiken weiter ganz oben.

Internationale Pressestimmen betonen die geopolitischen Spannungen, die viele Debatten auf dem Forum bestimmten. Handelskonflikte, Sanktionsdrohungen und fragile Sicherheitslagen erhöhten die politische Volatilität – mit unmittelbaren Folgen für Lieferketten, Investitionen und Kapitalmärkte. Die Nachrichtenagentur Reuters beschreibt eine Lage, in der politische Unberechenbarkeit zu einem prägenden Merkmal geworden ist. Unternehmen können nicht mehr mit Stabilität planen, sondern mit permanenter Unsicherheit. Für das Risikomanagement bedeutet das: Szenarien statt Prognosen, Resilienz statt Effizienz.

Künstliche Intelligenz spielte in vielen Panels eine zentrale Rolle. Sie gilt als Wachstumstreiber und zugleich als neue Risikoklasse. Fragen nach Abhängigkeiten von wenigen Tech-Anbietern, nach Cyber- und Reputationsrisiken und nach Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte standen im Fokus. The Guardian warnt vor einem „Job-Tsunami“, während das Handelsblatt die strategische Abhängigkeit Europas von US-Technologie thematisiert. Risikomanagement wird damit zur Governance-Aufgabe: Wer KI nutzt, muss sie kontrollieren können.

Obwohl Klimaschutz in Davos weniger Aufmerksamkeit erhielt als in früheren Jahren, bleibt er ein systemisches Risiko. Extremwetter, steigende Versicherungskosten und das Risiko „gestrandeter“ fossiler Vermögenswerte verschwinden nicht, nur weil andere Krisen lauter sind. Das Magazin Time betont, dass der wirtschaftliche Abschied von fossilen Energien weniger eine moralische als eine finanzielle Notwendigkeit ist.

Fazit: Davos 2026 markiert einen Wendepunkt. Risiken sind strategische Kernthemen. Zukunftsfähigkeit sichern bedeutet, geopolitische Brüche zu berücksichtigen, Leitplanken für KI zu setzen und Klimarisiken nicht zu vertagen.

Corporate Governance, Compliance und ökonomische Analyse

Herausgegeben von Prof. Dr. Florian Follert, Prof. Dr. Stefan Behringer

Regulierung determiniert unternehmerisches Handeln – mit oft erheblichen Folgen für die Entscheidungsfreiheit, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen sehen sich einem Spannungsfeld gegenüber: gesetzlich zu handeln und gesellschaftliche Legitimität zu sichern, ohne unternehmerische Ziele aus den Augen zu verlieren.

Mit Fokus auf ökonomische Perspektiven moderner Compliance hinterfragen die Beiträge dieses Bandes verbreitete Gewissheiten und entwickeln entlang ausgewählter Schwerpunkte mögliche Lösungen.

  • Unternehmensverantwortung im Spannungsfeld von Unternehmenszielen und Compliance
  • Regulierungsdichte aus marktwirtschaftlicher Perspektive
  • Künstliche Intelligenz und Automatisierung in der Compliance
  • Nachhaltigkeit und globale Lieferketten
  • Stakeholder und spezielle Zielgruppen, z.B. Sportorganisationen
  • Zertifizierungen von Compliance-Management Systemen

Programmbereich: Management und Wirtschaft