Erneuerbare Energien gewinnen weltweit an Gewicht – Photovoltaik wichtigster Wachstumstreiber
Zwar nahm der weltweite Energiebedarf laut Internationaler Energieagentur (IEA) um 1,3 Prozent zu, doch Solarstrom, Windkraft und andere erneuerbare Quellen gewannen klar an Gewicht. Photovoltaik war der wichtigste einzelne Wachstumstreiber. Im Stromsektor fiel der Wandel noch deutlicher aus: Nach Berechnungen der Denkfabrik Ember reichten erneuerbare Energien aus, um das Plus beim Stromverbrauch aufzufangen. Fossile Kraftwerke legten weltweit kaum noch zu; unterm Strich sank ihre Erzeugung leicht.
Der Strombedarf wuchs mit knapp 3 Prozent deutlich schneller als der gesamte Energieverbrauch. Treiber waren Industrie, Gebäude, Rechenzentren und Elektroautos. In den USA entfiel laut IEA rund die Hälfte des zusätzlichen Stromverbrauchs auf Datenzentren. Zugleich erreichte Solarenergie ein Rekordjahr. Laut Ember stieg die globale Solarstromerzeugung um 30 Prozent. Nach IEA-Zahlen legte sie um rund 600 Terawattstunden zu. Solar deckte damit etwa drei Viertel des weltweiten Nachfrageanstiegs beim Strom.
Auch beim Strommix wurde 2025 eine neue Marke erreicht. Erneuerbare Energien lagen laut Ember weltweit erstmals vor Kohle. Ein Drittel der globalen Stromerzeugung kam aus Solar, Wind, Wasserkraft und weiteren erneuerbaren Quellen. Der Kohleanteil fiel unter ein Drittel. Ein wichtiger Grund lag in China und Indien: In beiden Ländern ging die fossile Stromerzeugung zurück, weil der Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft schneller vorankam als die Nachfrage.
Parallel dazu verlor auch das Wachstum bei Öl, Gas und Kohle an Tempo. Die Ölnachfrage stieg laut IEA nur noch um 0,7 Prozent. Weltweit wurden rund 20 Millionen Elektroautos verkauft, was den Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr dämpfte. Die Gasnachfrage legte nur leicht zu, auch die Nachfrage nach Kohle wuchs im gesamten Energiesystem nur schwach.
Auch die Investitionsströme spiegelten den Umbau des Energiesystems wider. Nach Schätzungen der IEA flossen 2025 weltweit rund 1,5 Billionen US-Dollar in den Stromsektor – etwa 50 Prozent mehr als in Öl, Gas und Kohle zusammen. Der größte Einzelposten war dabei die Photovoltaik: Für Solarparks und Dachanlagen veranschlagte die IEA rund 450 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen stark steigende Investitionen in Batteriespeicher von rund 66 Milliarden US-Dollar. Parallel legten auch die Ausgaben für Stromnetze zu. Damit zeigt sich auch bei den Kapitalströmen, wie stark sich das Energiesystem in Richtung erneuerbarer Energien, Speicher und Netzinfrastruktur verschiebt.
Bei Batteriespeichern verweist Ember auf stark fallende Kosten und einen kräftigen Ausbau. Das erleichtert es, Solarstrom aus den Mittagsstunden in den Abend zu verschieben. Für Länder mit viel Sonne wird das immer wichtiger, weil sinkende Preise, weniger Abregelung und mehr Flexibilität im Netz zusammenkommen.
Quellen zum Beitrag:
IEA Global Energy Review 2026 vom 20. April 2026
Ember Global Electricity Review 2026 vom 21. April 2026
Nachhaltigkeit – Verantwortung – Künstliche IntelligenzHerausgegeben von Prof. Dr. Ulf LassenNachhaltigkeit ist schon lange kein Randthema mehr, sondern eng mit verantwortungsvoller Unternehmensführung, technologischen Innovationen und dem Fortschritt der Künstlichen Intelligenz verbunden. Das Expertenteam um Ulf Lassen greift diese Entwicklungen besonders im Kontext bau-, immobilien- und energiewirtschaftlicher Fragen auf – mit Fokus u. a. auf KI als Impulsgeber für Forschung und unternehmerische Wertschöpfung sowie als Gegenstand kritischer Reflexion.
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Programmbereich: Management und Wirtschaft