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Hitze beeinträchtigt Leistungsfähigkeit und Arbeitssicherheit, Extremwetter erfordern eigene Sicherheitskonzepte. (Foto: itssinaali/Pixabay)
Klimawandel

Hitzeschutz am Arbeitsplatz gewinnt für Unternehmen an Bedeutung

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/TÜV
01.06.2026
Die Folgen des Klimawandels machen sich auch in der Arbeitswelt bemerkbar: Steigende Temperaturen, Extremwetterereignisse, höhere UV-Belastungen und eine schlechtere Luftqualität verändern die Bedingungen an Arbeitsplätzen. Besonders stark wirken sich Hitzeperioden in Branchen mit körperlich belastender Arbeit aus, bei Tätigkeiten im Freien und dort, wo die Beschäftigten schwere Schutzkleidung tragen müssen.
Das ist unter anderem in der Bauwirtschaft, Logistik, Landwirtschaft, Gastronomie, bei Rettungsdiensten oder kommunalen Dienstleistungen der Fall. Aber auch Beschäftigte in Büros, Produktionsstätten, Kliniken oder Pflegeeinrichtungen werden durch lange Hitzeperioden belastet. Nach Angaben der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) ist bereits heute rund ein Drittel der Beschäftigten in Europa klimabedingten Risiken wie extremer Hitze, schlechter Luftqualität oder Extremwetter ausgesetzt. Das Whitepaper „Klimawandel – eine Herausforderung auch im Arbeitsschutz“ von TÜV Rheinland Arbeitsmedizinische Dienste fasst zusammen, welche Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz dazu beitragen können, Belastungen durch den Klimawandel im Unternehmen zu reduzieren.

Risikofaktor Hitzestress

Hohe Temperaturen können zu Konzentrationsverlust, Dehydrierung, Erschöpfung und somit zu einer erhöhten Unfallgefahr führen. Gleichzeitig sinkt die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Bereits wenige Grad Temperaturanstieg können erhebliche Auswirkungen auf Produktivität und Fehlerquoten haben. „Wer die Gefährdungsbeurteilung regelmäßig aktualisiert, erkennt frühzeitig neue Risiken durch Hitze und Klimawandel – und kann gezielt gegensteuern“, betont Dr. Ludwig Brands, Experte für Arbeitssicherheit bei TÜV Rheinland. Zur Minderung der Belastungen am Arbeitsplatz können organisatorische, technische und personenbezogene Schutzmaßnahmen beitragen. Dazu gehören unter anderem:
  • Anpassung von Arbeitszeiten bei Hitze, z. B. früherer Arbeitsbeginn und keine Arbeit in der Mittagshitze
  • Bereitstellung von Trinkwasser und Erholungsräumen
  • Verschattung von Innenräumen und Kühlung z. B. durch Klimaanlagen und Klimageräte oder Lüften am frühen Morgen/späten Abend
  • UV-Schutzmaßnahmen bei Außenarbeiten z. B. durch Sonnensegel, geeignete Bekleidung inklusive Kopfbedeckung und Sonnenbrille sowie Sonnenschutzcreme
  • Schulungen zum Umgang mit Hitzebelastung und geeigneten Notfallmaßnahmen
Für Beschäftigte, die Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr ausführen, muss der Arbeitgeber in regelmäßigen Abständen eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Im Gespräch mit dem Betriebsarzt erhalten die Beschäftigten Informationen und Tipps, die auf ihre individuelle Arbeitssituation abgestimmt sind.

Tropische Nächte beeinträchtigen die Schlafqualität

Tropische Nächte mit Temperaturen ab 20 Grad können den Schlaf beeinträchtigen und zu Müdigkeit und Konzentrationsmangel am Tag führen. Das kann sich besonders stark bei Menschen mit Schichtarbeit auswirken, da hier die Aktivitäts- und Ruhezeiten zusätzlich verschoben sind.

Extremwetter erhöhen das Gefahrenpotenzial

Mit zunehmenden Starkregenereignissen, Überschwemmungen und Waldbränden wachsen die Risiken für Einsatzkräfte, Infrastrukturbetreiber und Beschäftigte in sicherheitsrelevanten Bereichen. Feuerwehr, Rettungsdienste und technische Hilfsorganisationen sind dabei besonderen Belastungen durch häufigere und längere Einsätze ausgesetzt.

Darüber hinaus stellen Stürme und Starkregen in allen Branchen, die im Freien tätig sind, eine Gefährdung dar: Im Baugewerbe müssen Baustellen so geplant werden, dass Wege auch bei starkem Regen begehbar bleiben und Arbeitsgeräte bei außergewöhnlich starkem Wind standsicher befestigt sind. Auch bei Veranstaltungen im Freien, auf Campingplätzen und in der Außengastronomie sind Sicherheitskonzepte für das Vorgehen bei einem Unwetter sinnvoll.

Quelle: Pressemitteilung TÜV Rheinland

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