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Mobilität
Twitter weiterempfehlen  21.08.2017

Immer mehr Menschen haben längere Arbeitswege

ESV-Redaktion Arbeitsschutz/BBSR
Immer längere Arbeitswege (Mike Kotsch - Unsplash)
Immer mehr Pendler legen immer längere Strecken zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor.
60 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland sind 2016 in eine andere Gemeinde zur Arbeit gefahren. 2000 waren es 53 Prozent. Der einfache Arbeitsweg verlängerte sich im Schnitt von 14,6 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,8 Kilometer 2015. Besonders lang sind die Distanzen in dünn besiedelten Gebieten abseits der Ballungsräume. In großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts legen Beschäftigte im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. Auch die Zahl der Fernpendler mit einem einfachen Arbeitsweg von mehr als 150 Kilometern ist seit der Jahrtausendwende gestiegen – von 1 Million auf 1,3 Millionen.

Besonders viele Menschen pendeln in die Großstädte. Zwei Drittel der Beschäftigten, die in den Metropolen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart arbeiten, wohnen außerhalb der Stadtgrenzen. Die meisten Pendler gibt es in München. 355.000 Menschen pendelten 2016 täglich in die Stadt, 21 Prozent mehr als im Jahr 2000. Frankfurt am Main folgt mit 348.000 Pendlern (+14 Prozent). Am dynamischsten entwickelte sich Berlin: Hier nahm die Zahl der Pendler gegenüber dem Jahr 2000 um 53 Prozent auf 274.000 zu.

Dass viele Menschen zum Arbeiten vor allem in die Großstädte pendeln, liegt auch an einem deutlichen Beschäftigtenzuwachs in den vergangenen Jahren. "Insbesondere die Umlandkommunen profitieren vom Wachstum der wirtschaftsstarken Großstädte", sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. "Es hat aber auch Nebenwirkungen, dass immer mehr Beschäftigte außerhalb wohnen. Der Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung steigen. Deshalb ist es wichtig, dass die Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt hält und das Umland gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden bleibt."

Wichtig sind die Themen Verkehrsinfrastruktur und ÖPNV, denn nicht nur die Zahl der Pendler, sondern auch die durchschnittliche Länge des einfachen Arbeitsweges ist in den vergangenen Jahren gestiegen: von 14,6 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,8 Kilometer im Jahr 2015 – und das obwohl sich der Trend in den letzten Jahren wegen der positiven Situation auf dem Arbeitsmarkt schon abgeschwächt hat. Besonders lang sind die Distanzen zu den Arbeitsmarktzentren in den dünn besiedelten Räumen abseits der Ballungsräume. In großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts legen Beschäftigte im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. Auch die Zahl der Fernpendler mit einem einfachen Arbeitsweg von mehr als 150 Kilometern ist seit der Jahrtausendwende gestiegen – von 1 Million auf 1,3 Millionen.

"Viele Beschäftigte nehmen für eine ihrer Qualifikation entsprechende Anstellung längere Distanzen in Kauf und sind nur über das Wochenende zuhause. Die Ballungsräume sind gut vernetzt. Das fördert die Mobilität, auch über große Distanzen", so Herrmann.

Zur Datenquelle: Datenquelle sind die Pendlerverflechtungsmatrizen der Bundesagentur für Arbeit. Dabei handelt es sich um eine im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung erstellte Bestandsaufnahme der rund 30 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die anhand der Betriebsnummer des Arbeitgebers und der Anschrift des Versicherten einem Arbeitsort und einem Wohnort zugeordnet werden können. Bei einer räumlichen Trennung von Arbeitsort und Wohnort wird indirekt auf eine Pendelbeziehung geschlossen, ohne dass diese Information direkt abgefragt bzw. erhoben wurde. Es geht daher  nicht aus den Daten hervor, ob es sich um Tagespendler, Wochenendpendler oder nur um gelegentliches Pendeln handelt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass bei relativ geringen Pendeldistanzen (bis zu 150 km) das Tagespendeln dominiert.

Programmbereich: Arbeitsschutz

 
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