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KI ist da, doch die Umsetzung bleibt vielerorts lückenhaft. (Grafik: Generiert mit DALL-E, Prompt und Bearbeitung mit ChatGPT: Redaktion)
KI-Strategie

KI-Lücke schließen: Risiken für Talente, Kundschaft und Umsatz vermeiden

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
24.06.2026
Viele Unternehmen kommen bei der praktischen Umsetzung von Künstlicher Intelligenz nicht schnell genug voran. Das kann Umsätze und die Bindung von Fachkräften gefährden, warnt Thomson Reuters im „Future of Professionals Report 2026“.

Nach Angaben von Thomson Reuters nutzen 74 Prozent der befragten Fachkräfte mindestens einmal pro Woche KI-Anwendungen. Dabei sind 91 Prozent der Ansicht, dass ihre Organisation hinter den Möglichkeiten der Technologie zurückbleibt.

Für den Bericht wurden weltweit 1.800 Fachkräfte befragt. Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung des Unternehmens eine wachsende Lücke zwischen strategischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung. 35 Prozent der Befragten sagen, dass sich die KI-Ambitionen ihrer Organisation im Arbeitsalltag nicht widerspiegeln. Fast jeder fünften Organisation fehle zudem eine KI-Strategie.

Nicht freigegebene KI-Tools als Risiko

Eine Folge der schleppenden Umsetzung ist laut Bericht die Nutzung von Schatten-KI. Ein Drittel der Fachkräfte in Recht, Steuern, Accounting und Compliance greift demnach auf KI-Anwendungen zurück, die von der eigenen Organisation nicht freigegeben wurden. Unter Beschäftigten, die das Vorgehen ihres Arbeitgebers bei KI als zu langsam empfinden, liegt der Anteil bei 41 Prozent.

Die Anforderungen an KI in regulierten und haftungssensiblen Berufen sind jedoch hoch. 96 Prozent der Befragten erwarten den Schutz vertraulicher Daten, 94 Prozent verlässliche und überprüfbare Inhalte und 90 Prozent Ergebnisse, die sich erklären und verteidigen lassen. 41 Prozent geben an, keinen Zugang zu professionellen KI-Werkzeugen zu haben, die diese Anforderungen erfüllen.

KI-Ausstattung wird zum Faktor im Wettbewerb um Talente

Auch für die Bindung von Mitarbeitenden gewinnt das Thema an Bedeutung. 24 Prozent der Fachkräfte, die eine deutliche Lücke zwischen dem technisch Möglichen und den von ihrer Organisation bereitgestellten Lösungen sehen, erwägen laut Bericht einen Arbeitgeberwechsel innerhalb der kommenden zwei Jahre. 13 Prozent ziehen einen Wechsel bereits innerhalb eines Jahres in Betracht.

62 Prozent der Befragten geben an, dass der Zugang zu professioneller KI ihre Entscheidung für eine neue Stelle beeinflussen würde. Gleichzeitig unterschätzen Führungskräfte laut Thomson Reuters den Zeitdruck: Fast die Hälfte geht davon aus, dass sich ein spürbarer Effekt auf die Mitarbeiterabwanderung erst in drei Jahren oder später zeigen werde.

Kundschaft überprüfen Dienstleisterbeziehungen

Auch seitens der Kundinnen und Kunden wächst der Druck. Aus diesem Kreis gaben 78 Prozent der Befragten an, dass sie KI-gestützte Qualitätsverbesserungen für sehr wichtig oder wesentlich halten. Nur sechs Prozent sind der Ansicht, dass die Mehrheit ihrer Dienstleister diese Erwartungen bereits erfüllt.

32 Prozent wollen ihre Dienstleisterbeziehungen innerhalb der kommenden zwölf Monate überprüfen. Thomson Reuters beziffert das in diesem Zusammenhang gefährdete Umsatzvolumen im US-amerikanischen Rechts- und Accounting-Markt auf 143 Milliarden US-Dollar.

Neue Wege der Unternehmenssteuerung

Von neuen Risikobereichen über methodische Ansätze zu technologischen Innovationen – aktuelle Fragestellungen und Lösungsansätze im Risikomanagement nimmt das neue Jahresbuch der RMA Risk Management & Rating Association e. V. in den Blick, u. a.:

  • Wie gelingt eine Analyse der Risikotragfähigkeit und wie kann ein Unternehmen ratingorientiert gesteuert werden?
  • Wie gut vertragen sich ESG, Risikomanagement und KI?
  • Wie ist der Reifegrad des Krisenmanagements in Unternehmen?
  • Wie können Risikomanagement und Interne Revision zielführend zusammenwirken?
  • Wie funktioniert ein gelungenes Business Performance Management?
  • Wo sind die Grenzen der quantitativen Modellierung von Extremrisiken?

Der Band bildet zugleich einen Teil der Beiträge des jüngsten Risk Management Congress (RMC), aber auch weitere Gedanken und aktuelle Ansätze im Risikomanagement ab.

Programmbereich: Management und Wirtschaft