KI-Lücke schließen: Risiken für Talente, Kundschaft und Umsatz vermeiden
Nach Angaben von Thomson Reuters nutzen 74 Prozent der befragten Fachkräfte mindestens einmal pro Woche KI-Anwendungen. Dabei sind 91 Prozent der Ansicht, dass ihre Organisation hinter den Möglichkeiten der Technologie zurückbleibt.
Für den Bericht wurden weltweit 1.800 Fachkräfte befragt. Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung des Unternehmens eine wachsende Lücke zwischen strategischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung. 35 Prozent der Befragten sagen, dass sich die KI-Ambitionen ihrer Organisation im Arbeitsalltag nicht widerspiegeln. Fast jeder fünften Organisation fehle zudem eine KI-Strategie.
Nicht freigegebene KI-Tools als Risiko
Eine Folge der schleppenden Umsetzung ist laut Bericht die Nutzung von Schatten-KI. Ein Drittel der Fachkräfte in Recht, Steuern, Accounting und Compliance greift demnach auf KI-Anwendungen zurück, die von der eigenen Organisation nicht freigegeben wurden. Unter Beschäftigten, die das Vorgehen ihres Arbeitgebers bei KI als zu langsam empfinden, liegt der Anteil bei 41 Prozent.
Die Anforderungen an KI in regulierten und haftungssensiblen Berufen sind jedoch hoch. 96 Prozent der Befragten erwarten den Schutz vertraulicher Daten, 94 Prozent verlässliche und überprüfbare Inhalte und 90 Prozent Ergebnisse, die sich erklären und verteidigen lassen. 41 Prozent geben an, keinen Zugang zu professionellen KI-Werkzeugen zu haben, die diese Anforderungen erfüllen.
KI-Ausstattung wird zum Faktor im Wettbewerb um Talente
Auch für die Bindung von Mitarbeitenden gewinnt das Thema an Bedeutung. 24 Prozent der Fachkräfte, die eine deutliche Lücke zwischen dem technisch Möglichen und den von ihrer Organisation bereitgestellten Lösungen sehen, erwägen laut Bericht einen Arbeitgeberwechsel innerhalb der kommenden zwei Jahre. 13 Prozent ziehen einen Wechsel bereits innerhalb eines Jahres in Betracht.
62 Prozent der Befragten geben an, dass der Zugang zu professioneller KI ihre Entscheidung für eine neue Stelle beeinflussen würde. Gleichzeitig unterschätzen Führungskräfte laut Thomson Reuters den Zeitdruck: Fast die Hälfte geht davon aus, dass sich ein spürbarer Effekt auf die Mitarbeiterabwanderung erst in drei Jahren oder später zeigen werde.
Kundschaft überprüfen Dienstleisterbeziehungen
Auch seitens der Kundinnen und Kunden wächst der Druck. Aus diesem Kreis gaben 78 Prozent der Befragten an, dass sie KI-gestützte Qualitätsverbesserungen für sehr wichtig oder wesentlich halten. Nur sechs Prozent sind der Ansicht, dass die Mehrheit ihrer Dienstleister diese Erwartungen bereits erfüllt.
32 Prozent wollen ihre Dienstleisterbeziehungen innerhalb der kommenden zwölf Monate überprüfen. Thomson Reuters beziffert das in diesem Zusammenhang gefährdete Umsatzvolumen im US-amerikanischen Rechts- und Accounting-Markt auf 143 Milliarden US-Dollar.
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Programmbereich: Management und Wirtschaft