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Fremdsprache Deutsch Heft 60
Twitter weiterempfehlen  11.04.2019

Kreatives Schreiben mit Kindern

ESV-Redaktion Philologie
Die Lust, zu erzählen, bringen Kinder meistens von alleine mit (Foto: strichfiguren.de/Fotolia.com)
Freies Schreiben will gelernt sein – aber wie und wann fängt man damit an? Unsere Autorin beschreibt, wie Wortbilder und Wortlandschaften helfen können, mit kleinem Wortschatz kreativ zu werden. So können Grundschulkinder oder Sprachanfänger/-innen einen leichten Einstieg in das Schreiben finden.

Wortbilder und Wortlandschaften zu Wortfeldern und Geschichten

Das aktive schriftliche Produzieren von Sprache im Primarunterricht DaF mit Lernenden ohne Vorkenntnisse ist – wie überhaupt im Fremdsprachenunterricht für Anfängerinnen und Anfänger – nur sehr begrenzt möglich. Unter Anleitung kann man den Kindern jedoch zeigen, dass sie bereits mit ihrem geringen, neuen Wortschatz durchaus kreativ und spielerisch umgehen können. Das Bauen, Basteln und Gestalten von Wortbildern hilft den Kindern, den neuen Wortschatz effektiver zu lernen und langfristiger zu speichern.

Was sind Wortbilder und Wortlandschaften?

Bei Wortbildern und Wortlandschaften werden Wortbedeutungen grafisch-visuell dargestellt. Bekannt geworden sind sie durch die Visuelle Poesie, die sich in den 50er bis 70er Jahren des 20. Jahrhunderts als eine besondere Sprachkunstform der konkreten Poesie entwickelte. Sprache dient dabei nicht nur der Vermittlung von Bedeutung, sondern das visuelle Erscheinungsbild, z. B. die Art und Weise wie Sätze, Wörter, Silben und Buchstaben gestaltet sind, steht im Vordergrund. Die Wörter vermitteln also über die äußere Form eine Aussage; es entsteht tatsächlich ein Bild.

Warum Wortbilder und Wortlandschaften?

Im frühen DaF-Unterricht ist in der Regel freies Schreiben, wie z. B. das Schreiben von eigenen Sätzen, Gedichten und Geschichten, kaum möglich, da die Kenntnisse der Kinder in dieser Hinsicht noch sehr begrenzt sind. Die Gestaltung von Wortbildern und Wortlandschaften bietet den Kindern jedoch die Möglichkeit, kreativ mit dem gelernten Material umzugehen, ohne überfordert zu sein. Die Auswahl der Wörter für ein zu erstellendes Wortbild, die Gestaltung und Anordnung der Buchstaben, Silben und Wörter – das räumliche Setting, das für eine Wortlandschaft gewählt wird – das alles erfordert Phantasie und Lust am Spielen mit der Sprache. Das Kind besetzt die Wörter für sich, es entsteht etwas Eigenes / Individuelles. Diese entstehenden Wortbilder prägen sich besser ein als der abgeschriebene Lernwortschatz, denn sie sind emotional besetzt. Die jungen Lernenden können sich durch die persönlich strukturierten Visualisierungen den neuen Wortschatz auch längerfristig merken.

In einigen Fällen können die Lernenden selbst Rätsel für ihre Mitschüler und Mitschülerinnen entwerfen. Beim Silben-Smoothie sollen die Lernenden z. B. die Bestandteile finden, die sich im Smoothie befinden, den sich ein Kind ausgedacht hat. Ein Smoothie besteht vorwiegend aus Obst- und Gemüsesorten, Milch und Wasser. Alles wird püriert und gemixt, sodass ein gesundes und leckeres Getränk entsteht. Die Gruppe, die das Silben-Smoothie-Rätsel entwirft, zerlegt also alle Obst- und Gemüseanteile in Silben und verteilt sie im Glas. Eine andere Aufgabe könnte sein, die in Wortbildern versteckten Wörter zu finden. Mit ein wenig Hilfe durch die Lehrkraft machen solche Detektivaufgaben nicht nur Spaß, sondern sie führen auch zu eigenständigem Handeln.

Wenn Lernende eine Wortlandschaft in Einzelarbeit erstellen, nimmt das viel Zeit in Anspruch. Deshalb ist es sinnvoller, eine Wortlandschaft in Kleingruppen kooperativ zu planen, die Arbeit aufzuteilen, individuell zu gestalten und gemeinsam die Landschaft zusammenzufügen und vorzustellen. Aus dem Auftrag wird auf diese Weise ein überschaubares Unterrichtsprojekt, bei dem neben der Sprachkompetenz auch die Sozialkompetenz der Kinder gefördert wird.

Ab welchem Alter und für welches Sprachniveau ist die Arbeit mit Wortbildern und Wortlandschaften sinnvoll?

Selbst Kindergartenkinder, die Deutsch lernen und noch nicht schreiben können, haben die Möglichkeit, aktiv und kreativ zu werden und Wortbilder zu gestalten. Das neue Wortmaterial und das dazu gehörige Schriftbild sollten den Kindern allerdings bereits bekannt sein, z. B. durch Wort-Bildkarten.

(ESV/Angelika Lundquist-Mog/LP)

Fremdsprache Deutsch Heft 60 (2019): Schreiben

In der 60. Ausgabe von Fremdsprache Deutsch steht wie in der ersten, 1989 erschienenen Ausgabe das Schreiben als zentrale sprachliche Fertigkeit im Mittelpunkt.

Diese Ausgabe zeigt an konkreten Beispielen, wie heute in der Fremdsprache Deutsch geschrieben wird und welche methodisch-didaktischen Wege erprobt wurden. Praktikerinnen und Praktiker stellen ihre Erfahrungen in der Schule und an der Hochschule vor. Kooperatives Schreiben ist dabei ein wichtiges Thema, wenn Lernende z. B. gemeinsam an einer Online Schülerzeitung arbeiten oder einen Comic-Roman verfassen.

Schreiben ist aber auch Arbeit an Sprache, wie Beiträge zur Rechtschreibung oder zum Umgang mit Beschreibungen darstellen. Zum Schreiben gehört immer auch der kreative Umgang mit Sprache und natürlich die Nutzung sozialer Medien. Die erste Ausgabe von Fremdsprache Deutsch stand 1989 im Zeichen der „Wiederentdeckung“ des Schreibens, die Beiträge der 60. Ausgabe zeigen, welche neuen Formen des Schreibens sich heute für den Deutschunterricht entdecken lassen.

Das ganze Heft, einzelne Artikel als Download und Suchfunktionen finden Sie hier.

Programmbereich: Deutsch als Fremdsprache

 
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