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Laut DIW ist die Wirtschaftsleistung 2020 um 5,1 Prozent gesunken. Für 2021 rechnet das Institut mit einem Plus von 5,3 Prozent. (Foto: meenkulathiamma/stock.adobe.com)
Bilanz 2020

Mehr Arbeitslose, niedrige Inflationsrate, Wirtschaft in der Achterbahn

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
07.01.2021
Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie schlagen sich in der wirtschaftlichen Bestandsaufnahme 2020 in Deutschland nieder.

Die Arbeitslosenquote ist gestiegen, wenngleich Kurzarbeit bislang weitere Stellenstreichungen verhinderte. Der Anstieg der Inflationsrate ist so niedrig wie zuletzt 2016, wobei die gefühlte Teuerung bei vielen deutlich höher liegen dürfte. Die Wirtschaftsleistung befindet sich nach einer Erholung wieder auf Talfahrt. Der Einzelhandel legte zu und sieht einen klaren Gewinner.

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Krise stark unter Druck. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldet für das Jahr 2020 eine durchschnittliche Arbeitslosenzahl von rund 2,7 Millionen Menschen. Das seien 429.000 mehr als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt sei gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent gestiegen.

„Der Einbruch am Arbeitsmarkt vom Frühjahr wirkt noch nach“, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Detlef Scheele. Die Folgen der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung seien weiterhin sehr deutlich sichtbar. Die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit habe jedoch Beschäftigung gesichert und eine höhere Arbeitslosigkeit verhindert.

Kurzarbeit

Mit dem Beginn des Lockdowns im März stieg die Kurzarbeit binnen kürzester Zeit auf ein historisches Niveau, teilte die BA in ihrem Jahresrückblick mit. Der bisherige Höchststand wurde demnach im April 2020 mit knapp 6 Millionen Personen in Kurzarbeit erreicht, das entspricht 18 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

In der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 hatte der Höchststand bei 1,4 Millionen gelegen. Anders als damals beanspruchten im Frühjahr 2020 nicht nur überwiegend Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, sondern auch viele Dienstleistungsbetriebe konjunkturelle Kurzarbeit, etwa das Hotel- und Gastgewerbe. In der Spitze bezogen 63 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe und 27 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe konjunkturelles Kurzarbeitergeld.

Inflationsrate

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Jahresdurchschnitt 2020 voraussichtlich bei 0,5 Prozent liegen. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Das ist der niedrigste Anstieg seit 2016. Im Jahr 2019 hatte die Teuerungsrate noch um 1,4 Prozent zugelegt. Dagegen war sie 2020 monatelang sogar negativ.

Im Dezember 2020 sanken die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent. Grund dafür sind vor allem die niedrigeren Energiepreise. Sie verbilligten sich um sechs Prozent. Hinzu kam die im zweiten Halbjahr gesenkte Mehrwertsteuer. Für 2021 rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,6 Prozent, auch wegen der Rückkehr zu den höheren Mehrwertsteuersätzen.

Wirtschaftsleistung

Das DIW sieht die deutsche Wirtschaft weiterhin auf Achterbahnfahrt: Nachdem es im Sommer unerwartet stark aufwärts ging, schrumpft Bruttoinlandsprodukt zum Jahresende wieder. Laut DIW-Prognose aus dem Dezember 2020 ist die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent gesunken. Für 2021 rechnet das Institut mit einem Plus von 5,3 Prozent.

Die Risiken seien allerdings beträchtlich. Viele wichtige Handelspartner Deutschlands steckten in noch weitaus größeren Schwierigkeiten. Lediglich die USA, China und Japan sorgten für kleine Lichtblicke im Auslandsgeschäft.

Einzelhandel

Der Einzelhandel in Deutschland hat im Jahr 2020 mehr umgesetzt als im Vorjahr. Das Plus lag nach den Schätzungen des Statistischen Bundesamts preisbereinigt bei 3,9 bis 4,3 Prozent und nominal bei 5,1 bis 5,5 Prozent. Wegen der Sonderentwicklungen aufgrund der Corona-Pandemie bestünden bei der Schätzung jedoch größere Unsicherheiten als in den Vorjahren.

Für den Zeitraum Januar bis November 2020 ermittelte das Statistische Bundesamt den größten Zuwachs im Internet- und Versandhandel mit real 23,4 Prozent. Der Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren legte real um 5,1 Prozent zu, während Waren- und Kaufhäuser real 9,9 Prozent verloren. Den stärksten Rückgang gab es im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren mit real minus 21,5 Prozent.

(ESV/fab)

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Programmbereich: Management und Wirtschaft