Mehr Beschwerden, mehr Handlungsdruck für Plattformbetreiber
Nach dem Tätigkeitsbericht 2025 der Koordinierungsstelle für Digitale Dienste (DSC) gingen im vergangenen Jahr 2.033 Beschwerden über mögliche DSA-Verstöße ein. Im ersten Jahresbericht waren es noch 824. Der deutliche Anstieg zeigt: Nutzer prüfen Plattformentscheidungen genauer, zugleich wächst der Druck auf Anbieter, Verfahren nachvollziehbar, nutzerfreundlich und rechtssicher auszugestalten.
Im Mittelpunkt der Beschwerden standen unzureichende Begründungen bei der Beschränkung von Accounts, Inhalten oder Diensten. Auch Entscheidungen über die Entfernung oder Nicht-Entfernung von Inhalten sowie die Nutzerfreundlichkeit von Meldewegen für illegale Inhalte wurden häufig beanstandet. Viele Fälle betrafen sehr große Online-Plattformen mit Sitz oder gesetzlicher Vertretung in Irland und wurden an den dortigen Koordinator weitergeleitet.
Der deutsche DSC leitete 2025 insgesamt 26 nationale Verwaltungsverfahren ein. Schwerpunkte waren Melde- und Abhilfeverfahren, Begründungspflichten gegenüber Nutzern und internes Beschwerdemanagement. Zudem wurden weitere Trusted Flagger und eine außergerichtliche Streitbeilegungsstelle zertifiziert. Für Plattformbetreiber wird DSA-Compliance damit zu einer Frage von Prozessqualität, Dokumentation und Risikosteuerung.
DA/DGAHerausgegeben von Prof. Dr. Behrang RajiZusammenspiel im Datenrecht
Wertvolle Impulse für alle, die im KI-Zeitalter die Datenökonomie und digitale Regulierung erfolgreich mitgestalten – insb. auch im Kontext der diskutierten Konsolidierung von DA und DGA im Digital-Omnibus-Vorschlag. |
Programmbereich: Management und Wirtschaft