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Twitter weiterempfehlen  23.01.2020

Mehr Insolvenzen erwartet

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
„Der Dominoeffekt bei Großinsolvenzen auf die Lieferkette ist meist sehr groß.“ (Foto: rtype/stock.adobe.com)
Insolvenzen werden weltweit betrachtet weiter zunehmen. Zu diesem Schluss kommt der Kreditversicherer Euler Hermes anhand einer aktuellen Studie.
Demnach wird die Zahl neuer Insolvenzfälle in diesem Jahr um sechs Prozent steigen.

Pleitewelle schwappt auf weitere Staaten über

Im vergangenen Jahr sei der Zuwachs mit neun Prozent zwar größer gewesen. Doch dafür würden 2020 mehr Staaten von der Pleitewelle erfasst. Waren 2019 zwei von drei Ländern von steigenden Insolvenzzahlen betroffen, so werden es in diesem Jahr voraussichtlich vier von fünf Staaten sein. „Das bedeutet, dass Exportrisiken praktisch überall lauern – einen sicheren Hafen gibt es kaum noch“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

China nicht mehr Schlusslicht

Deutschland wird erstmals seit zehn Jahren wieder eine Steigerung der Insolvenzen hinnehmen müssen – voraussichtlich um drei Prozent. Exakt dieser Zuwachs wird auch für Großbritannien im Brexit-Sog erwartet. Frankreich dürfte dagegen auf dem Vorjahresniveau bleiben.

In Nordamerika waren Pleiten ab dem Jahr 2010 rückläufig. Das änderte sich 2019, und der Anstieg setzt sich 2020 fort: in den USA um vier Prozent, in Kanada um fünf Prozent.

Mit dem weltweit größten Zuwachs von 21 Prozent rechnet Euler Hermes in Chile. In den drei Jahren zuvor hatte es in China die höchsten Steigerungsraten gegeben, dort dürfte der Zuwachs 2020 bei zehn Prozent liegen. Brasilien wird der Prognose zufolge nach acht Jahren die Trendwende schaffen und drei Prozent weniger Pleiten erleben.

Eine Weltkarte der prognostizierten Insolvenzen finden Sie hier.

Konjunkturschwäche, politische und soziale Unsicherheiten

Als Ursachen für steigende Insolvenzzahlen nennt Euler Hermes die Konjunkturschwäche, insbesondere in den Industriestaaten und dem produzierenden Gewerbe. Die schwache Nachfrage habe die Lagerbestände vielerorts steigen lassen und zu Überkapazitäten geführt, vor allem in der Automobilindustrie. Auch die Folgen aus Handelskonflikten, politischen Unsicherheiten und sozialen Spannungen werden die Unternehmen 2020 in Atem halten, so Euler Hermes.

Großinsolvenzen schaden Lieferkette

Beunruhigend ist aus Sicht des Kreditversicherers auch die Entwicklung bei Pleiten von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2019 seien Großinsolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar nur um einen Fall auf 249 gestiegen. Allerdings seien die Umsätze der insolventen Großunternehmen auf rund 145 Milliarden Euro geklettert. Das sind 38 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

„Der Dominoeffekt bei Großinsolvenzen auf die Lieferkette ist meist sehr groß“, stellt Ron van het Hof fest. „Je höher die Umsätze der Pleitekandidaten, desto größer die Schäden bei den einzelnen Lieferanten.“ In Deutschland lag der Anstieg der großen Insolvenzen in den ersten neun Monaten 2019 bei 42 Prozent. Bezogen auf die Umsätze waren es sogar 81 Prozent auf 339 Millionen Euro.

Welche juristischen, ökonomischen und strukturellen Ansätze bestehen, um nationale und internationale Konzerninsolvenzen zu bewältigen? Ziel ist es, im Fall einer Pleite die Unternehmenseinheit zunächst zusammenzuhalten und gemeinschaftlich entweder zu sanieren oder im Interesse der Beteiligten zu verwerten. Das Buch Konzerninsolvenzrecht beleuchtet die Rechtslage in Deutschland, der EU und weltweit.

Weitere Infos zur Studie von Euler Hermes finden Sie hier.

Konzerninsolvenzrecht

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Mit aktuellen Praxisfällen


(ESV/fab)

Programmbereich: Management und Wirtschaft

 
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