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Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen – Handlungshilfen

die BG Heft 11/2010
12.01.2011
Immer noch sind Muskel-Skelett-Erkrankungen der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit. Rund ein Viertel der Ausfalltage von Arbeitnehmern geht darauf zurück – Grund genug, in diesem Feld weiter vorbeugend tätig zu sein.
Nach drei Jahren Projektlaufzeit sind jetzt im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen drei Handlungshilfen erschienen, die sich mit der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen beschäftigen. Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleiteten Projekte haben unterschiedliche Präventionsansätze entwickelt und in Betrieben erprobt. Im Mittelpunkt standen Branchen mit schweren körperlichen Tätigkeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden ganz konkret in den Broschüren als Anleitung für andere Unternehmen bereit gestellt. Beigefügte CDs enthalten Hintergrundmaterial und praktische Instrumente zur Umsetzung. Das Projekt KoBRA – Kooperationsprogramm zu normativem Management von Belastungen und Risiken bei körperlicher Arbeit des Instituts für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt – untersuchte, wie eine vorausschauende Produktentwicklung und Arbeitsgestaltung in Produktion und Logistik gefördert und in vorhandenen Prozessen stärker berücksichtigt werden kann. Realisiert wurden die Maßnahmen in der Automobil- und Zulieferindustrie. Im Projekt PAKT – Programm Arbeit Rücken Gesundheit – entwickelten die uve GmbH für Managementberatung, die Bergische Universität Wuppertal (BUW) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ein ganzheitliches Präventionskonzept. In zwölf Unternehmen der Entsorgungsbranche wurden unterschiedlichste Maßnahmen von der Einführung eines Arbeitsschutzmanagements über arbeitsorganisatorische Maßnahmen bis hin zur Schulung und Sensibilisierung von Führungskräften realisiert. Das vom Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP) durchgeführte Projekt naprima – Nachhaltige Präventionskonzepte zur Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen in dezentralen Strukturen – befasste sich mit der Primärprävention für Beschäftigte in dezentralen Strukturen am Beispiel Einzelhandel.