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Einwegmaterial und Littering
Twitter weiterempfehlen  24.10.2018

NABU alarmiert: 350.000 Tonnen Einweg-Müll im Jahr aus Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen

ESV-Redaktion Recht
NABU: Sechs Milliarden To-Go-Becher verursachten mehr als 55.000 Tonnen Abfall (Foto: weixx /Fotolia.com)
Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen sind ein Grund für ständig steigende Abfallmengen in Deutschland. Daher hat der NABU Daten zu Abfallmengen durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen in Deutschland erheben lassen. Die Ergebnisse bewertet Katharina Istel für den Umweltverband in der Fachzeitschrift Müll und Abfall.
Beauftragt hatte der NABU die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM). Das wichtigste Ergebnis: Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen tragen mit fast 350.000 Tonnen Abfall inzwischen ganz erheblich zum Abfallaufkommen in Deutschland bei.

Hauptverursacher: Systemgastronomie und Imbisse

Hauptverursacher sind Istel zufolge vor allem die Systemgastronomie und Imbisse. Beide Bereiche bringen jeweils circa ein Drittel des Einweggeschirrs bzw. der To-Go-Einwegverpackungen in Verkehr. Eine weitere wichtige Rolle spielt das Einweggeschirr, das Privathaushalte kaufen. Mit 19 Prozent ist auch dieser Bereich eine wesentliche Abfallquelle.

Veränderte Konsumgewohnheiten und Kostendruck

Vor allem Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen prägen zunehmend den Alltag und setzen daher die Ursachen für stetig steigende Abfallmengen. Dies liegt vor allem an veränderten Konsumgewohnheiten. So werden heute in vielen Bereichen Einweggegenstände genutzt, wo früher Mehrweg Standard war. Auch in Deutschland werden Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen immer häufiger in Flüssen und Meeren gefunden. Ebenso kommen die Stadtreinigungen nicht mehr nach, Straßen und Parks sauber zu halten.

Zur Person
Katharina Istel ist Referentin für Ressourcenpolitik beim NABU e.V. Sie arbeitet zu den Themen Abfallvermeidung, Kreislaufwirtschaft,  Verpackungen und Konsum.

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Größter Abfallposten: Teller, Boxen und Schalen

Besondere Relevanz haben Einwegteller, Snackboxen, Schalen unter anderem für Speisen: hier gab es 2017 knapp 116.000 Tonnen Abfall aus Papier, Pappe oder Karton (PPK) und über 39.000 Tonnen Abfall aus Kunststoff. Mit Alu und Naturmaterialien kamen über 163.000 Tonnen zusammen, fährt die Autorin fort.

Unterschiedliche Entwicklungen bei Geschirr- und Verpackungstypen

Die Abfallmengen, so Istel, haben sich nach Geschirr- und Verpackungstypen sehr unterschiedlich entwickelt. Hier einige Beispiele:
  • Teller, Snackboxen, Schalen etc.: +173 Prozent
  • Becher, Tassen für Getränke: +102 Prozent
  • Einweg-Besteck u. ä.: +114 Prozent
Über alle Geschirr- und Verpackungstypen hinweg betrachtet, ist die Abfallmenge gestiegen - und zwar von 203.785 Tonnen auf 281.185 Tonnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 77.400 Tonnen – also einer Steigerungsrate von 38 Prozent. Diese vergleichsweise moderate Steigerung führt Istel vor allem auf einen starken Rückgang der Abfälle für Beutel, Einschläge und Zuschnitte um knapp 68.000 Tonnen zurück.

Zwar ist der „Coffee-To-Go“ ist in aller Munde. Doch wurden in Deutschland 2017 mit drei Milliarden Bechern sogar mehr Einwegbecher für Kaltgetränke als für Heißgetränke verbraucht, die „nur“ auf rund 2,9 Milliarden Becher kamen. Insgesamt verursachen die knapp sechs Milliarden Becher mehr als 55.000 Tonnen Abfall.

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Tendenz steigend

Insgesamt stiegen die Abfallmengen zwischen 1994 und 2017 um 44 Prozent. Die Hauptursachen sind laut Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) sowohl sozialer, kultureller als auch technischer Natur. Ebenso haben Einwegsysteme gegenüber dem Mehrwegprinzip nicht unerhebliche Kostenvorteile für diejenigen, die die Abfälle in den Verkehr bringen.

Damit nicht genug: Die GVM sagt einen weiteren erheblichen Anstieg der Tonnagen voraus. Es sei denn, der Gesetzgeber würde regulierend in den Markt eingreifen, so Istel.

Die Hauptursachen für den Anstieg

Die Ursachen sind vielfältig. Neben dem demografischen Wandel macht die Verfasserin auch ein verändertes Verzehrverhalten aus sozialen und kulturellen Gründen aus. Zudem hätten sich technische Gegebenheiten verändert. Die einzelnen Ursachen: 
  • Anstieg der Zahl der Studierenden und der Ein-Personen Haushalte seit den 1990er Jahren 
  • Verkleinerung der Küchen in der Tendenz verbunden mit schlechterer Austattung
  • Zunehmende Außer-Haus-Verpflegung aufgrund sozialer und gemeinschaftlicher Erlebnisse.
Ein wichtiger Faktor ist der Autorin zufolge auch das Internet: Die mache einfache Bestellungen einfacher und ermögliche einen schnellen Kontakt zwischen Kunden und Lieferservice. Zudem wurden Packmittel für eine längere Haltbarkeit der Lebensmittel verbessert und Einsatzgewichte führten zu Kostenreduzierungen. Schließlich, so Istel weiter, ermögliche eine effizientere Logistik ein breiteres Angebot.

Lösungsansätze des NABU

Dementsprechend komplex sind die Lösungsansätze des NABU. Der Ausgangspunkt:

                     Mehrweg statt Einweg für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung.

Dementsprechend fordert der NABU eine Einweg/Mehrweg-Debatte anstatt einer reinen Materialdiskussion. Zudem fordert der Verband zahlreiche rechtliche, regulatorische oder gar steuerliche Änderungen.

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Müll und Abfall warum nach Auffassung des NABU:
  • regulative Maßnahmen nicht nur auf Kunststoff beschränkt werden sollten,
  • das Abfallvermeidungsprogramm des Bundes und der Länder sowie das Verpackungsgesetz verbindliche Reduktionsziele für Einweggeschirr und To-Go-Einwegverpackungen muss,
  • der vergünstigte Mehrwertsteuersatz für To-Go-Speisen und Milchgetränke abgeschafft werden muss und es Preisnachlässe oder steuerliche Vergünstigungen nur für die Abfüllung in Gefäßen geben muss, die Kunden mitbringen,
  • effiziente To-Go-Pfandsysteme eingeführt werden sollten,
  • die Abschaffung von Branchenlösungen für die Gastronomie notwendig ist,
  • Duale Systeme die Recyclingfähigkeit von To-Go-Packmitteln pauschal mit null Prozent einzustufen müssen,
  • Kommunen und Bundesländer Fördermöglichkeiten für Mehrweg nutzen sollten,
  • Bundesländer und Kommunen dazu verpflichtet werden sollten, Mehrweg-Gebote bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum und bei Auftragsvergaben in ihre verbindlichen Auflagen mit einzubeziehen.
  • Kommunen lokale, unternehmensübergreifende Mehrweg-Pfandsysteme für To-Go-Angebote unterstützen sollten.
Global mitdenken -  lokal wertschöpfen

Müll und Abfall

Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen. In der Fachzeitschrift Müll und Abfall dreht sich alles um diese Themen. Setzen Sie auf den Austausch mit Fachleuten und sichern Sie sich stetigen Wissensvorsprung zum Beispiel durch:
  • Aktuelles aus der Rechtspraxis
  • Beiträge zur internationalen Abfallwirtschaft
  • praxisorientierte Beiträge, mit technischen, ökologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten
  • Kommentare von Experten der deutschen Abfallwirtschaft
  • Berichte aus Bundestag, Landtagen und Europäischem Parlament
  • Mitteilungen aus Verbänden und Organisationen der Abfallwirtschaft (z. B. ANS, LAGA)

(ESV/bp)

Programmbereich: Umweltrecht und Umweltschutz

 
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