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Stiftungen
Twitter weiterempfehlen  09.07.2019

Verbrauchsstiftung – der unsterbliche Erbe

Manuel und Martin Theisen
Die beiden Autoren Manuel und Martin Theisen (Foto: Privat)
Obwohl es seit 2013 zur "Ewigkeitsstiftung" eine Alternative gibt, ist die sogenannte Verbrauchsstiftung bislang kaum bekannt. Die Autoren Manuel und Martin Theisen zeigen in einem exklusiven Beitrag für Stiftung&Sponsoring, wie sich die Verbrauchsstiftung als Ersatz- oder Schlusserbe einsetzen lässt.

Stiftung als Erbe – warum und wann?

Soweit die Einrichtung einer Stiftung als potenzieller Erbe diskutiert wird, wurden in der Vergangenheit überwiegend große (Unternehmens-)Vermögensmassen als Grundstockvermögen für eine „Ewigkeits-Stiftung“ thematisiert. In vielen Fällen konnte damit die nachhaltige Förderung ausgewählter Stiftungszwecke mit einer Chance auf eine „Unsterblichkeit“ der Stifter kombiniert werden. Große Persönlichkeiten und Unternehmen haben sich auf diesem Wege ein „förderndes Denkmal“ gesetzt.

Aufgrund der Beschränkungen, das Stiftungsvermögen vollständig einsetzen zu können, bleiben derartige Stiftungen aber faktisch auch in Zukunft auf große und nachhaltige Vermögen beschränkt. Gleichzeitig sehen sich immer mehr Personen mit der Situation konfrontiert, dass keine nahestehenden Familienmitglieder oder zu bedenkende Verwandte vorhanden sind.

Verbrauchstiftung als Ersatz- oder Schlusserbe

In Zusammenhang mit den aufgezeigten Erbfall-Situationen erscheint eine Verbrauchsstiftung besonders geeignet, die Funktion eines Ersatz- bzw. Schlusserben einzunehmen; diese Aufgabe kann exklusiv, aber auch zusätzlich übernommen werden. Eine zu Lebzeiten des/der Stifter(s) errichtete Verbrauchsstiftung kann in der Form als Schusserbe eingesetzt werden, dass ihr alles, über das testamentarisch bzw. bereits vor dem Erbfall seitens der Stifter nicht anders verfügt wurde, im Todesfall zufällt: Damit entfällt die ansonsten testamentarisch erforderliche Detailierung des potenziellen Erbumfangs für die Stiftung ebenso wie die im Zeitablauf häufig erforderlichen Anpassungen an geänderte Vermögens- und Lebensumstände im Rahmen testamentarischer Verfügungen.

Die Autoren
Univ.-Prof. Dr. Dr. Manuel Theisen ist (em.) Universitätsprofessor, LMU München, und Mitbegründer sowie geschäftsführender Herausgeber der Fachinformation „Der Aufsichtsrat“.
Dipl.-Ing. Martin Theisen ist Architekt und freier Schriftsteller.

Bereits zu Lebzeiten stiften

Manchen Menschen fällt es schwer für den eigenen Tod vorzusorgen. Deshalb wird gelegentlich empfohlen, eine Verbrauchsstiftung als Erben erst „von Todes wegen“ zu errichten. Doch dies erscheint wenig sinnvoll:
  • Zum einen besteht nach dem Ableben der Stifter keine Möglichkeit mehr, Einzelheiten noch zu diskutieren und gegebenenfalls zeitgerecht und zeitnah zu gestalten.
  • Zum anderen bestehen zumindest nach unserer Einschätzung erhebliche zeitliche Risiken, bis eine solche Verbrauchsstiftung von Todes wegen tatsächlich effektiv wird; diese Folge kann besonders bei Vermögen im Ausland zu Schwierigkeiten führen. Das wichtigste Argument aber erscheint uns, dass die Stiftung in diesen Fällen für die Stifter „abstrakt“ bleibt, sie sich nicht mit der von ihnen gewünschten Stiftung und ihrer Organisation sowie dem von ihr ausgehenden Nutzen identifizieren kann.

Bislang wenig Praxis

Sowohl die Beratungspraxis als auch die Finanzverwaltung konnten bisher nur begrenzt Umsetzungs- und Praxiserfahrung mit der Verbrauchstiftung sammeln. So existiert für die Verbrauchsstiftung auch noch kein amtliches Muster für eine (Geld- oder Sach-)Spendenbescheinigung. Die Vorgaben für die klassische Stiftung sind für Verbrauchsstiftungen bisher noch nicht angepasst worden, sie können nicht zutreffend verwendet werden;die Finanzverwaltung sollte sie zeitnah anpassen.

Stiftung&Sponsoring

Redakteur: Christian Veh

Erfolgreich stiften

Als führende Grantmaking-Zeitschrift im deutschsprachigen Raum widmet sich Stiftung&Sponsoring dem gesellschaftlich wichtigen Feld gemeinnütziger Aktivitäten aus der Sicht der Stifter und Spender sowie der Sponsoren: Mit viel Praxisorientierung und hoher fachlicher Kompetenz, national und international.

Herausgegeben wird Stiftung&Sponsoring vom DSZ – Deutsches Stiftungszentrum GmbH im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. und dem Institut für Stiftungsberatung Dr. Mecking & Weger GmbH.

In der Stiftung&Sponsoring finden Sie Beiträge zu aktuellen Praxisthemen aus Stiftungsmanagement, Stiftungsrecht und Steuerrecht, Fördertätigkeit und Vermögensverwaltung, Marketing und Kommunikation. Lesen Sie Interviews mit bekannten Persönlichkeiten, Branchennews und Rezensionen. Erfahren Sie Neuigkeiten aus den Institutionen und Verbänden, aus Politik und Forschung, Erziehung und dem sozialen Bereich. Spezialdossiers zu aktuellen Themen bietet Ihnen die regelmäßige Fachbeilage „Rote Seiten“.


(ESV/cv)

Programmbereich: Management und Wirtschaft

 
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