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Nachgefragt bei Katharina Völker-Lehmkuhl
Twitter weiterempfehlen  14.10.2019

Völker-Lehmkuhl: „Hier ist kein missionarischer Eifer gefragt, sondern kreative Ideen”

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Katharina Völker-Lehmkuhl im Interview. (Foto: privat)
Kaum ein Thema bewegt die Gemüter wie der Klimawandel, mögliche Maßnahmen zum Schutz des Klimas sowie zur Eindämmung von CO2-Emissionen. Wir sprachen darüber mit WP und StB Katharina Völker-Lehmkuhl, Autorin des Buches „Bilanzierung und Besteuerung des CO2-Emissionshandels”.
Frau Völker-Lehmkuhl, Sie beschäftigen sich seit Anfang des Jahrtausends mit dem Thema Klimaschutz. Was hat Sie dazu veranlasst, sich als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin auf das Thema CO2-Emmissionshandel und Nachhaltigkeit zu spezialisieren?

Katharina Völker-Lehmkuhl: Es war letztendlich mein Wunsch, etwas nachhaltig Sinnvolles zu tun. Selbstverständlich ist auch Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung sinnvoll, die Sinnhaftigkeit erstreckt sich aber erst über abstrakte logische Überlegungen.

Sehr beeindruckt hat mich 2006 der Film „Eine unbequeme Wahrheit” von Al Gore, der – wie der zweite Teil aus dem Jahr 2017 – nicht nur dramatisch, sondern überaus seriös ist. Wenn ich darüber nachdenke, dass mein Sohn und gegebenenfalls seine Kinder und Enkel unter den Folgen des Klimawandels massiv leiden werden, werde ich nicht nur traurig, sondern auch entschlossen zu handeln. Dabei wähle ich die Handlungsmöglichkeiten, mit denen ich am meisten erreichen kann. Bei mir sind es insbesondere das Verfassen von Fachliteratur, Vorträge und Seminare und die Beratung von Unternehmen.

Was hat sich Ihrer Wahrnehmung nach seit Anfang 2000 verändert?

Völker-Lehmkuhl: Als ich 2004 begann mich mit dem Thema zu beschäftigen, war es ein Nischenthema, das in konservativen Kreisen kaum besetzt war. Ich bin damals bei Berufskollegen auf viel Unverständnis gestoßen. Heute begegnen mir deutlich mehr Verständnis und Interesse, aber immer noch sehr viel Unkenntnis. Mein Eindruck ist, dass sich viele Kollegen noch nicht wirklich intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz auseinandergesetzt haben. Das veranlasst mich zum Verfassen entsprechender Fachliteratur, die ich stets versuche durch anschauliche Beispiele und Abbildungen lesefreundlich zu gestalten, denn diesem Thema sollte man bei aller Ernsthaftigkeit auch mit Spaß begegnen.

Klimaschutz wird mittlerweile als Notwendigkeit verstanden

Wie hat sich die Wahrnehmung des Themas auf Seiten von Unternehmen seitdem verändert?
 
Völker-Lehmkuhl:
Die Anzahl der Unternehmen, die sich mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz befassen, hat deutlich zugenommen. Das Thema wird nicht mehr nur als freiwilliges Add-On, sondern als Notwendigkeit verstanden.

Zur Autorin
Katharina Völker-Lehmkuhl ist Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin sowie Inhaberin der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei Völker-Lehmkuhl in Heiligenhaus. Zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten zählt neben der Teilnahme an Abschlussprüfungen internationaler Konzerne (u.a. DAX 30) für Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften die steuerliche Betreuung von KMU und Erstellung von Jahresabschlüssen gem. HGB, EStG und IFRS sowie die Nachhaltigkeitsberatung.

Mit welchen Fragen kommen die Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz heute auf Sie zu?

Völker-Lehmkuhl: Die Unternehmen wünschen praktikable und bezahlbare Möglichkeiten zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Unternehmen. Hier ist kein missionarischer Eifer gefragt, sondern kreative Ideen. Es zeigt sich immer wieder, dass unternehmerischer Klimaschutz nur ohne Verbote und ohne Zwänge, sondern mit Pfiffigkeit erfolgreich in der Praxis umgesetzt werden kann. Versucht man Mitarbeitern wegen der täglichen Anreise mit dem eigenem PKW ein schlechtes Gewissen zu machen, wird man im Regelfall höchstens erreichen, dass sie das Auto einen Straßenblock vom Betrieb entfernt parken, damit die Benutzung des Autos nicht mehr so offenkundig ist.

Alternativen anbieten und schmackhaft machen

Der Unternehmer, der die Emissionen der Arbeitswege seiner Mitarbeiter reduzieren möchte, kann stattdessen seiner Belegschaft gelegentlich E-Bikes oder E-PKWs ausleihen oder Zuschüsse für die Anschaffung anbieten. Einen halben Arbeitstag für Fahreffizienztrainings zu spendieren ist nicht nur ein guter Beitrag zum Klimaschutz, sondern verbessert auch das Arbeitsklima und die Motivation.

In anderen Bereichen ist es ähnlich: Die Produktion von Rindfleisch ist ein wahrer Klimakiller. Statt es zu verbieten oder den Genuss zu vermiesen, sollte man die Alternativen schmackhaft machen. Man kann die Kantinenbetreiber bitten, einmal eine Woche lang die gleichen Gerichte sowohl in der konventionellen wie in der vegetarischen Variante anzubieten, also die Burger mit Beef und alternativ mit Veggie-Patties, die Bolognese mit Hack und alternativ mit veganem Hack. Hier gibt es viele Möglichkeiten und ich bin sicher, es wird dazu führen, dass zumindest einige Mitarbeiter in Zukunft gelegentlich Fleisch durch Alternativen ersetzen.

Lesen Sie den zweiten Teil des Interviews hier auf COMPLIANCEdigital.de.

Bilanzierung und Besteuerung des CO2-Emissionshandels

Autorin: Dipl.-Kffr. Katharina Völker-Lehmkuhl

Der seit 2005 stattfindende Handel mit CO2-Emissionsrechten ist eine der ambitioniertesten klimapolitischen Initiativen. In der betrieblichen Umsetzung ist er jedoch für manche Tücke berüchtigt: Auch die Bilanzierung und Besteuerung dieser Rechte zeigt sich als anspruchsvoller Spezialfall, der alle gängigen Rechnungslegungsstandards an ihre Grenzen bringt.

Wie die bilanzielle und steuerliche Abbildung eines gemischten Portfolios aus kostenlos zugeteilten bzw. ersteigerten oder käuflich erworbenen Rechten gelingt, beschreibt die 2. Auflage des Praxisbuchs von Katharina Völker-Lehmkuhl:

  • Grundlagen und Regulierung des Klimaschutzes im Kontext der jeweiligen Handelsperiode und der Auswirkungen durch MiFID II
  • Bilanzierungslösungen nach allen verbreiteten Methoden der Rechnungslegung: HGB, EStG, IFRS/IAS und US-GAAP sowie den Auslegungen des IDW
  • Umsatzsteuerliche Behandlung der Emissionsrechte
  • Wirtschaftsprüfung, mit praxisnahen Hinweisen

Viele Beispiele und eine ausführliche Fallstudie veranschaulichen das bilanzierungspraktische Geflecht. Pflichtlektüre für alle, die die Klimawende betriebswirtschaftlich tiefgehend verstehen und mitgestalten möchten.

(ESV/uw, me)

Programmbereich: Management und Wirtschaft

 
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