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Literaturtipps zur Weihnachtszeit
Twitter weiterempfehlen  14.12.2018

„Von drauß vom Walde komm ich her; ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!“

ESV-Redaktion Philologie
Weihnachtlich wird's mit Büchern unter dem Weihnachtsbaum (Fotos: captblack76/Fotolia.com)
Zu keiner Zeit im Jahr gibt es so viele Traditionen und Bräuche wie in der Weihnachtszeit. Allerdings sind viele dieser Bräuche nicht so alt, wie man meinen könnte. Wie wir heute die Adventszeit und die Feiertage verbringen, haben wir den Entwicklungen innerhalb der Bürgerfamilien des 19. Jahrhunderts zu verdanken.
Denn wer könnte sich heute noch ein Weihnachten ohne Adventskranz, Adventskalender, geschmückten Tannenbaum, Weihnachtslieder und Weihnachtsmärkte vorstellen? Im Zuge der Aufklärung wandelte sich Weihnachten von einem öffentlichen Fest zu einem Ereignis, das im Kreise der Familie gefeiert wurde. So entstand im 19. Jahrhundert der Brauch, Weihnachtsbäume nicht nur auf öffentlichen Plätzen aufzustellen, sondern auch in heimischen Wohnzimmern. 

Die erste Version des Adventskranzes von 1839 erfüllte mit seinen 23 Kerzen die Funktion eines heutigen Adventskalenders: Der Erzieher Johann Hinrich Wichern erfand ihn, um seinen Schutzbefohlenen die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen. Als der Adventskranz mit seiner heutigen Form mit vier Kerzen Verbreitung fand, entstanden die ersten Adventskalender mit 24 Bildchen zum Aufkleben oder Abreißen, die schon in Thomas Manns Roman die „Buddenbrooks“ Erwähnung finden. 

Obwohl Weihnachtsmärkte schon seit dem Mittelalter bekannt sind, erhielten sie erst vor 200 Jahren die heutige Atmosphäre, die Groß und Klein dazu einlädt, in der Vorweihnachtszeit über einen der zahlreichen Märkte zu schlendern, um Geschenke zu erstehen und kulinarische Spezialitäten zu probieren.

Weihnachten in Italien 09.12.2015
„Kerzen gehören in die Kirche oder auf den Friedhof”
„Krippen, La Befana, Weihnachtsmärkte” – ein paar Gedanken zu Weihnachten in Italien von Dr. Birgid Rauen, der Herausgeberin des Italien-Lexikons. mehr …

Und was wäre Weihnachten ohne Weihnachtsgedichte! Für viele Menschen gehören Storms Gedicht „Knecht Rupprecht“, Fontanes „Alles still“ oder auch Goethes Gedicht „Weihnachten“ genauso zur Weihnachtszeit wie der Duft von frisch gebackenen Keksen, Weihnachtsmann, Christkind und Nikolaus. Ob Theodor Storm, Theodor Fontane oder Johann Wolfgang von Goethe – in ihren Gedichten und weihnachtlichen Geschichten werden nicht nur der Zauber der Jahreszeit präsent, sondern auch die Enttäuschungen überhöhter Erwartungen, falsche Geschenke sowie die wehmütige Sehnsucht, die alle Festtagsstimmung begleitet.

Weihnachten ist ein Familienfest, und Theodor Fontane pflegte die familiären und freundschaftlichen Beziehungen zumindest mit eifriger Feiertagskorrespondenz. Einer seiner Korrespondenzpartner war auch Theodor Storm.

Ihm widmete denn auch Theodor Fontane eines seiner Weihnachtsgedichte:

O Heilgenstadt, du heilge Stadt
Die Dichter in den Mauern hat,
Nicht bändereiche, nicht enorme
Doch Storm und seine kleinen Storme,
Die, wenn sie naht die Weihnachtszeit,
Gelesen werden weit und breit
Am Ofen und am Flackerfeuer
Die „Immensee“, die „Hinzelmeier“,
O Heilgenstadt beschütz den Mann,
Daß er noch vieles dichten kann.

Dieses Gedicht über Theodor Storm und dessen erste Novelle „Immensee“ (die zu Storms Lebzeiten sein erfolgsreichstes Werk bleiben sollte) und sein Märchen „Hinzelmeier“ ist Teil des Briefwechsels zwischen den zwei Autoren. Der Briefwechsel zwischen Theodor Storm und Theodor Fontane erlaubt dem Lesenden, in den bürgerlichen Alltag des 19. Jahrhunderts einzutauchen und jene Zeit besser kennenzulernen, in der die Ursprünge vieler weihnachtlicher Traditionen liegen, die aus unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken sind.

Wenn Sie mehr aus diesem Briefwechsel lesen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren neu erschienenen Briefwechsel-Band zwischen Theodor Storm und Theodor Fontane. Das Buch wäre vielleicht auch ein schönes Weihnachtsgeschenk für Ihre Lieben.

Theodor Storm – Theodor Fontane Der Briefwechsel

Herausgegeben von: Dr. Gabriele Radecke

Der Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Theodor Storm ist wohl der prominenteste Briefwechsel des deutschen Realismus. Er ist eine wichtige Quelle für die Beschäftigung mit den beiden Autoren und wird hier in einer textkritischen, nach neuen editorischen Standards erarbeiteten und umfangreich kommentierten Edition erstmals als Sonderausgabe im Taschenbuch vorgelegt.

Die Briefe werden ergänzt durch Rezensionen und Essays von Storm und Fontane, wie etwa Fontanes „Erinnerungen an Theodor Storm“. Neben der Forschungsliteratur sind auch unveröffentlichte Archivalien aus Storms und Fontanes Nachlass genutzt worden, die die subjektiven Aussagen der Briefe relativieren und kontextualisieren.

Dr. Gabriele Radecke, geb. 1967. Literatur- und Editionswissenschaftlerin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen und Leiterin der dortigen Theodor Fontane-Arbeitsstelle. Herausgeberin der Großen Brandenburger Ausgabe zu den Werken und Briefen Theodor Fontanes und der digitalen Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern. 2017 wurde sie mit dem Preis des Stiftungsrats der Universität Göttingen in der Kategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ ausgezeichnet.


 

 


Auch Storms berühmteste Geschichte, der „Schimmelreiter“ – in wunderschöner Ausstattung in unserem Verlag erscheinen –, würde sich natürlich als Geschenk unter dem Tannenbaum eignen.

Theodor Storm: Der Schimmelreiter. Eine kommentierte Leseausgabe

Herausgegeben von: Prof. Dr. Gerd Eversberg

Theodor Storms Erfolgsnovelle „Der Schimmelreiter” findet bis heute unter Literaturinteressierten viele Freunde. Sie möchten wissen, wo der Schimmelreiter entlang ritt, und nacherleben, wo und wie Storms bekannteste Gestalt gelebt und gewirkt hat. Die Landschaft an der Küste Nordfrieslands ist ohne den Deichbaumeister Hauke Haien und ohne den Spuk des gespenstischen Reiters für viele nicht mehr vorstellbar. Der Deichgraf Hauke Haien verkörpert für viele den Widerstand der Menschen an der Westküste Schleswig-Holsteins gegen die ständigen Angriffe der Nordsee. Sein neues Deichprofil und sein Scheitern werden seit dem Erscheinen von Storms Novelle im Jahre 1888 bis heute glorifiziert. Storms berühmter "Schimmelreiter" wird mit dieser bibliophilen Leseausgabe erstmals durchgehend kommentiert und enthält sämtliche Radierungen von Alex Eckener.

Prof. Dr. Gerd Eversberg leitete bis 2011 das Theodor-Storm-Zentrum in Husum mit dem Storm-Archiv, der größten Sammlung von Dokumenten und Materialien über den Husumer Dichter. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und gilt als bedeutender Kenner der Werke Theodor Storms. Nach seiner Pensionierung lehrt er als Honorarprofessor an der Georg-August-Universität Göttingen.

 

 


(ESV/lp)

Programmbereich: Germanistik und Komparatistik

 
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