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Fachgerechte Reparaturen können die Nutzungsdauer verlängern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen, solange die Schutzfunktion vollständig erhalten bleibt. (Foto: Lina_cao/Pixabay)
Nachhaltigkeit

Was Arbeitgeber bei Berufs- und Schutzkleidung beachten müssen

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/VTH
24.06.2026
Reparatur und professionelle Pflege verlängern die Lebensdauer von Arbeits- und Schutzkleidung – bei kontaminierter oder beschädigter Berufs- und Schutzkleidung ist jedoch eine fachgerechte Entsorgung Pflicht. Wirtschaftliche Konzepte für die Reinigung und Wartung, den Austausch und die fachgerechte Entsorgung bieten technische Händler an, die auf Arbeitsschutz spezialisiert sind.
Berufs- und Schutzkleidung gelten längst nicht mehr als Wegwerfprodukte. Gerade hochwertige Arbeits- und Schutzkleidung für Industrie, Handwerk oder Chemiebetriebe lässt sich durch professionelle Reinigung, Reparatur und Aufarbeitung deutlich länger nutzen. Anbieter im technischen Handel setzen deshalb auf sogenannte „Second-Life“-Konzepte: Kleidung wird geprüft, sortiert, gereinigt und instand gesetzt. Repariert werden etwa Risse, Verschlüsse oder verschlissene Partien.

„Modernes Bekleidungsmanagement heißt, Arbeitskleidung so lange zu reparieren und professionell zu reinigen, wie es geht. Erst wenn die Kleidung ihre Funktion verliert, gehen die Textilfasern ins Recycling. Über ein Mitarbeiter-Bekleidungsmanagementsystem werden Rückgaben und Auskleidungen – etwa bei Fluktuation oder Saisonarbeit – gesteuert. So kann der Arbeitgeber gebrauchte und aufbereitete Kleidung den Mitarbeitern erneut zur Verfügung stellen. Das ist insbesondere wichtig, wenn die Kleidung mit Firmenlogo versehen ist“, erklärt Lars Lübbert vom technischen Händler GEBR. RUNDE GmbH (Hamburg) stellvertretend für die Branche. Für Arbeitgeber bedeute dies weniger häufige Ausgaben für Neuanschaffungen.

Langlebig, industriell waschbar und reparaturfreundlich

Renommierte Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung versorgen den Fachhandel mit qualitativ hochwertigen, langlebigen und industriell waschbaren Produkten. Durch ihre Haltbarkeit werden wertvolle Ressourcen eingespart. „Dieser Anspruch bezieht sich aber nicht nur auf Stoffe, Garne und Materialien, sondern reicht viel weiter: zum Beispiel bis hin zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen“, erläutert Fabian Kusch, Leiter Einkauf/Nachhaltigkeit bei Bierbaum-Proenen, aus Sicht der Hersteller.

Fachgerechte Reparaturen können die Nutzungsdauer weiter verlängern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schutzfunktion der Kleidung vollständig erhalten bleibt.

Grenzen erreicht die Weiternutzung dort, wo Schutzkleidung sicherheitsrelevante Mängel oder gefährliche Kontaminationen aufweist. Das betrifft insbesondere PSA aus der chemischen Industrie, Lackierbetrieben oder dem Gefahrstoffbereich. Sobald Kleidung mit Lösemitteln, Lacken, Ölen, Isocyanaten oder anderen Gefahrstoffen belastet ist und sich diese Belastung nicht mehr sicher entfernen lässt, darf sie nicht mehr getragen oder repariert werden. Gleiches gilt bei beschädigten Chemikalienschutzschichten, durchtränktem Gewebe oder Materialermüdung.

Rechtliche Grundlagen sind unter anderem die Gefahrstoffverordnung, die PSA-Benutzungsverordnung sowie das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Arbeitgeber sind verpflichtet, sichere Schutzkleidung bereitzustellen und kontaminierte Textilien ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist ausdrücklich darauf hin, dass PSA regelmäßig geprüft und bei eingeschränkter Schutzwirkung unverzüglich ersetzt werden muss.

Ist eine Wiederaufbereitung nicht mehr möglich, muss die Kleidung fachgerecht recycelt oder entsorgt werden – bei gefährlich kontaminierter Schutzkleidung häufig über spezialisierte Entsorgungswege. Technische Händler stellen dafür inzwischen zertifizierte Vernichtungsnachweise bereit, um Unternehmen bei der gesetzeskonformen Entsorgung zu unterstützen.
Arbeitsschutzfachhändler im VTH Verband Technischer Handel e.V. finden sich auf www.vth-verband.de/mitgliederverzeichnis (Fachgruppe Persönliche Schutzausrüstungen). Der Verband vergibt ein Siegel für „Zertifizierte Fachbetriebe für PSA nach VTH-Standard“ auf Basis definierter und transparenter Kriterien.

Stichwort „Industriewäschetauglichkeit“

Workwear und Schutzkleidung, die nach EN ISO 15797 industriewäschetauglich ist, ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Zudem schont sie durch professionelle Pflege Ressourcen. Das macht sie nachhaltiger – in ökologischer, aber auch in ökonomischer Hinsicht. Für viele Kunden des Handels, zum Beispiel aus der Industrie, der Pflege- und Gesundheitsbranche, der Gastronomie oder der Lebensmittelindustrie, ist die Industriewäschetauglichkeit daher eine Grundanforderung.

Über den VTH
Der VTH Verband Technischer Handel e.V. ist seit 1904 der Fach- und Berufsverband von heute rund 230 Großhändlern für industriellen und technischen Bedarf im deutschsprachigen Raum. Mit ihren insgesamt über 400 Verkaufsstützpunkten versorgen die Mitgliedsunternehmen die Industrie, das Handwerk und Gewerbe mit technischen Produkten und persönlichen Schutzausrüstungen sowie vielfältigen Dienstleistungen.

Quelle: Pressemitteilung VTH

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