Wie geopolitische Spannungen Handel und Industrie neu ordnen
US-Außenminister Marco Rubio warb für eine erneuerte transatlantische Partnerschaft, machte jedoch deutlich, dass sie auf größerer europäischer Eigenverantwortung beruhen müsse. Europa solle Verteidigung und industrielle Basis stärken, strategische Abhängigkeiten reduzieren und sich selbstbewusst zu nationaler Souveränität und westlicher Identität bekennen. Seine Rede formulierte damit klare Erwartungen an Europas sicherheits- und wirtschaftspolitische Ausrichtung.
Europäische Vertreter reagierten zurückhaltend, aber bestimmt: Sie bekannten sich zur Partnerschaft, pochten jedoch auf größere europäische Handlungsfähigkeit, multilaterale Regeln und eine eigenständige Industrie- und Sicherheitspolitik. Im Fokus standen Aufrüstung, Resilienz, Geoökonomie und der Schutz demokratischer Strukturen.
Diese politische Verschiebung spiegelt sich auch in der globalen Handelsordnung wider. Laut Munich Security Report 2026 ist das regelbasierte System massiv unter Druck geraten. Die USA lösen sich zunehmend vom System der Welthandelsorganisation (WTO) und setzen Zölle als politisches Druckmittel ein. China verschärft Exportkontrollen und hält an marktverzerrenden Subventionen fest. Die Folgen sind wachsende Unsicherheit, mehr Protektionismus und steigende Risiken für Wachstum und Wohlstand. Zugleich entstehen neue Handelsallianzen, die am WTO-Regelwerk festhalten. Ob sie das multilaterale System stabilisieren können, bleibt offen – die Ordnung ist „angeschlagen, aber nicht zerbrochen“, heißt es im Bericht.
Auch der Munich Security Index, eine Umfrage der MSC mit dem Beratungsunternehmen Kekst CNC, zeigt eine zunehmend fragmentierte Welt. In den G7 dominieren Sorgen über Cyberangriffe, Finanzkrisen und Desinformation; in den BICS-Staaten stehen Klimawandel, Extremwetter und Ungleichheit im Vordergrund. Während die Klimasorgen in den G7 sinken, bleiben sie in BICS hoch. Zugleich wachsen weltweit Protektionismus und Handelskonflikte. Für Unternehmen bedeutet das: Strategien und Kommunikation müssen global konsistent, aber lokal angepasst und auf Resilienz ausgerichtet sein.
Risikomanagement in Supply ChainsHerausgegeben von Dr. Oliver BungartzDie zunehmende Vernetzung globaler Lieferketten, technologischer Wandel und volatile Marktbedingungen stellen Unternehmen vor immer komplexere Entscheidungen. Das Risikomanagement in Supply Chains wird damit zur hoch dynamischen, proaktiv zu gestaltenden Kernfunktion, um langfristig wettbewerbsfähig und resilient zu bleiben. Orientiert am global anerkannten COSO-Rahmenwerk entwickelt das Expertenteam um Oliver Bungartz hierfür einen prägnanten Leitfaden:
Der anschließende Methodenteil stellt konkrete Instrumente und Techniken des Risikomanagements vor, mit denen sich Lieferketten nachhaltig stärken lassen. |
Programmbereich: Management und Wirtschaft