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Einführung in die deutsche Sprache der Wissenschaften
Twitter weiterempfehlen  14.11.2019

Wörter ermöglichen es, über Dinge zu reden, die nicht präsent sind

ESV-Redaktion/LP
Wörter sind für den Schriftverkehr wichtig (Foto: Jacob Lund/stock.adobe.com)
Wir alle verständigen uns mit Worten – doch was ist eigentlich ein Wort? Wozu brauchen wir Wörter? Und was macht ein Fachwort aus?
Lesen Sie hier einen Ausschnitt aus unserer Neuerscheinung Einführung in die deutsche Sprache der Wissenschaften:

Fachbegriffe

Fachbegriffe sind maßgeblich für die identitätsstiftende Funktion der Fachsprache verantwortlich […]. Durch die Kenntnis und Verwendung eines bestimmten Fachwortschatzes zeigen sich Forschende zu einem Sachgebiet bzw. einer Disziplin zugehörig. Gleichzeitig grenzt das Nicht-Verstehen-Können und Nicht-Erschließen-Können Nicht-Fachleute aus. Doch was ist eigentlich ein Fachwort und warum haben Fachwörter diese besondere Stellung in den Fach- und Wissenschaftssprachen?

Das Wort

Bevor wir uns dieser Frage zuwenden können, müssen wir zunächst überlegen, was Wörter ganz allgemein eigentlich sind. Ein Wort ist zunächst ein sprachliches Zeichen. Menschen benutzen solche Zeichen, um auf einen Gegenstand der realen Welt Bezug zu nehmen und über ihn zu sprechen. Der Zusammenhang zwischen dem Wort bzw. dem sprachlichen Zeichen und dem Gegenstand der realen Welt ist dabei kein von Natur aus gegebener, sondern wird vom Zeichenbenutzer hergestellt […].

Ein Wort bzw. sprachliches Zeichen besteht aus einer Inhalts- und einer Ausdrucksseite. Die Inhaltsseite bezieht sich auf den Gegenstand, der bezeichnet werden soll (z. B. ein Baum) und bildet quasi eine bildliche Vorstellung des Gegenstandes. Die Ausdrucksseite des sprachlichen Zeichens besteht aus der Laut- bzw. Buchstabenfolge, die benutzt wird, um das gedankliche Bild auszudrucken (B-A-U-M) […].

Die Beziehung zwischen Inhalt und Ausdruck ist keine natürliche, sondern vom Menschen festgelegt. Außerdem ist sie in der Mehrzahl der Fälle nicht durch Ähnlichkeit charakterisiert, sondern die Beziehung zwischen dem Bezeichneten und dem Bezeichnenden ist willkürlich: Die Buchstabenfolge B-a-u-m hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Gegenstand, sie steht als Symbol für das Bezeichnete. Die Charakteristika und Bildungsweisen der Ausdrucksseite zu untersuchen ist eine Aufgabe der Sprachwissenschaft. Sie erforscht, wie Wörter gebildet werden und wie diese Neubildungen zu entschlüsseln sind […].

Mit Wörtern über Dinge reden

Diese Ausführungen machen deutlich, dass es durch Sprache möglich wird, über etwas zu sprechen, das nicht in der aktuellen Situation vorhanden ist. Wenn wir über einen Baum sprechen wollen, der für uns beide sichtbar ist, können wir einfach darauf zeigen, um darüber zu reden. Mit Hilfe eines sprachlichen Zeichens für den Gegenstand können wir aber auch über ihn sprechen, wenn er nicht in der aktuellen Situation sichtbar ist. Wörter ermöglichen es also, über Dinge zu reden, die nicht präsent sind. Dies ist für Wissenschaftssprachen besonders wichtig, denn Wissenschaft befasst sich oft mit Gegenständen, die nicht sichtbar sind. Wenn man über den Wirtschaftskreislauf sprechen möchte, kann man nicht auf einen vorhandenen deuten, um daran etwas zu erklären. Wörter machen abstrakte Sachverhalte greifbar und kommunizierbar.

Die AutorInnen
Dr. Günter Schade war Studiendirektor am Studienkolleg für Ausländer der FU Berlin. Während seiner dortigen Tätigkeit entwickelte er das vorliegende Lehrbuch für ausländische Studierende, die sich auf ein Studium in Deutschland vorbereiten.

Dr. Sandra Drumm arbeitet zur Fachsprache der Biologie in der Schule und befasst sich seit einiger Zeit mit dem Zusammenhang zwischen Fachlichkeit und Sprachlichkeit. Durch die Mitarbeit in internationalen Forschungsprojekten kennt sie die Herausforderungen der deutschen Wissenschaftssprache für Studierende und Lehrende aus nicht-deutschsprachigen Ländern.

Ute Henning
unterrichtet Deutsch als Fremdsprache für internationale Studierende. Sie arbeitet außerdem an einem Schreibzentrum, wo sie Schreibberatung durchführt und sich mit den sprachlichen Anforderungen wissenschaftlichen Schreibens beschäftigt.

Prof. Dr. Britta Hufeisen forscht und lehrt zu Fragen des Lernens von Sprachen, insbesondere Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, hat Forschungs- und Lehrerfahrungen im nichtdeutschsprachigen Ausland und kennt die Anforderungen, die das Lernen der deutschen Wissenschaftssprache bedeuten.

Einführung in die deutsche Sprache der Wissenschaften

Von Günter Schade, Britta Hufeisen, Sandra Drumm und Ute Henning.

Das Buch wendet sich in erster Linie an diejenigen, die an Hochschulen im deutschsprachigen Raum studieren oder wissenschaftlich arbeiten wollen und deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Es setzt Grundkenntnisse des Deutschen voraus und ebnet fächerübergreifend den Weg in die Sprache der Wissenschaften. Auf diese Weise erarbeiten die Lernenden die Grundlagen, die für das Studium eines jeden gewählten Faches notwendig sind.

Die für die Wissenschaftssprache relevanten sprachlichen Phänomene werden dabei im syntaktischen Zusammenhang gezeigt. Jeder Abschnitt beschreibt zunächst die thematisierte sprachliche Erscheinung, es folgen Übungen und ausgewählte Texte. Die einzelnen Kapitel sind voneinander unabhängig und nicht progressiv geordnet.

Die 14. Auflage dieses erfolgreichen Lehrbuchs wurde grundlegend überarbeitet, zahlreiche Übungen und Texte wurden aufgrund der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung erneuert. Außerdem geht die Neuauflage auf die Bedeutung der wissenschaftlichen Sprache für die Arbeit in wissenschaftlichen Zusammenhängen ein und vertieft dies an Beispielen aus unterschiedlichen Disziplinen.

Zur Kontrolle des Gelernten können die Studierenden online auf einen Lösungsschlüssel für die Übungen zugreifen.

Programmbereich: Germanistik und Komparatistik

 
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