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Elisabeth-Prosa-Portal: ‚Historie von Herzog Herpin‘

Quelle: Handschrift B, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelferbytanus 46 Nov. 2°, Bl. 3r.

Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung des Epos, die Bibliographie der Bochumer Arbeitsgruppe sowie eine Übersicht und nützliche Links zu den Handschriften und Drucken.

Zusammenfassung

Auf einem Hoftag Karls des Großen wird Herzog Herpin von Burges durch Clarien von Anderlaub verleumdet, tötet den Verleumder und soll dafür gehängt werden. Auf Bitten seiner schwangeren Ehefrau Alheit und durch die Intervention der zwölf Räte Karls wird das Urteil in lebenslängliche Verbannung aus Frankreich abgewandelt. Auf dem Weg ins Exil werden Herpin und seine hochschwangere Frau in einem Wald getrennt. Unmittelbar nach der Geburt des Kindes wird Alheit durch Räuber entführt. Den Säugling trägt eine Löwin in ihre Höhle und nährt ihn dort. Wenig später wird das Kind von dem Ritter Badewin von Monclin entdeckt, auf dessen Burg gebracht, aufgrund seines Fundortes Lewe genannt, adoptiert und ritterlich erzogen. Lewes Mutter kann ihren Entführern entkommen und gelangt, als Mann verkleidet, schließlich an den Hof des ‚heidnischen‘ Königs von Toledo, wo sie als Küchenjunge Besem Dienst tut und sich in ritterlicher Verkleidung in Zweikämpfen und Kriegen große Verdienste erwirbt. Um den Heiratsabsichten der Königstochter Florie und auch des Königs zu entgehen, flieht sie vom Hof und lebt unerkannt als Bettlerin in den Straßen von Toledo. Herpin kämpft währenddessen vor Rom im päpstlichen Heer gegen die sarazenischen Feinde des christlichen Glaubens. Während einer vorgeblichen Wallfahrt wird Herpin an sarazenische Kaufleute verkauft, woraufhin er in Gefangenschaft des ‚heidnischen‘ Königs von Cipern gerät, der die christlichen Gefangenen wiederum an den König von Toledo verschenkt. 

Lewe verdient sich unterdessen als Ritter in einem Turnier am Königshof von Sizilien die Königstochter Florentyne, die jedoch unmittelbar vor der Heirat von dem Herzog von Kalaber entführt wird. Auf dem Weg zum Turnier gesellt sich Lewe Gerna zu, ein früherer Schildknecht Herzog Herpins, während des Turniers außerdem der weiße Ritter, ein dankbarer Toter, dem Lewe zu einem Begräbnis verholfen hatte. Der überirdische Helfer begleitet Lewe fortan und hilft ihm bei der Befreiung Florentynes. Lewe und Florentyne heiraten – trotz einer zwischenzeitlichen Liebesaffäre Lewes mit Clarysse, der Schwester des Herzogs von Kalaber, der ein Sohn entspringt.

Lewe macht sich, gegen den Willen der mit Zwillingen schwangeren Florentyne, zusammen mit Gerna auf, seine Eltern zu suchen. Der Herzog von Kalaber bricht den Friedensvertrag, überzieht das Königreich Sizilien mit Krieg und entführt einen der Zwillinge. Der Diener des Herzogs setzt den Säugling unter einem Olivenbaum aus. Der Hirte Elij findet das, aufgrund des Fundortes später Oleybaum genannte, Kind und adoptiert es. Florentyne flieht mit Wilhelm, ihrem anderen Sohn, nach Affelern. Lewe gelangt unterdessen zum ‚heidnischen‘ König von Cipern, der ihm Hilfe bei der Suche nach Herpin verspricht. Beim König von Toledo treffen sie auf Lewes Vater Herpin, der die Königstochter Florie heiraten soll. Während des Festes verhindert Alheit die Vermählung und identifiziert Lewe als den gemeinsamen Sohn. Lewe bricht nach Burges auf, um sein väterliches Erbe zurückzuerobern. Gombaux, ein zauberkundiger Berater des Königs von Toledo, der Florie gegen ihren Willen zu heiraten beabsichtigt, erschlägt ihren Vater und Herpin. Alheit stirbt vor Kummer.

Lewe führt Krieg gegen Karl den Großen, der ihm sein Erbe verweigert. Auf Befehl Gottes söhnt der Kaiser sich mit Lewe aus. Gombaux hat unterdessen Karls Gemahlin entführt, die Lewe aus dessen Gewalt befreit. Auf Lewes Weg nach Kalabrien tritt Gerhart, sein unehelicher Sohn aus der Verbindung mit Clarysse, als Söldner in seinen Dienst. Lewe bittet den König von Cipern um militärische Unterstützung. Der Herzog von Kalaber wird besiegt und hingerichtet. In Affelern findet Lewe seinen Sohn Oleybaum, außerdem seine Ehefrau Florentyne und seinen Sohn Wilhelm. Affelern wird erobert, Wilhelm zum König dieses Landes gekrönt. Oleybaum, der zuvor bereits in Spanien König Ansijs Thron und dessen Tochter Galie erworben hat, kehrt heim; Florentyne stirbt, Lewe zieht sich als Einsiedler in eine Klause zurück. Seine Söhne teilen das väterliche Erbe: Oleybaum erhält Sizilien und Wilhelm das Herzogtum Burges.

Oleybaum kämpft im Heiligen Land gegen den vom Teufel besessenen König Otmase und besiegt ihn, dessen Seele fährt in einen Fisch. Nachdem Oleybaum Jerusalem eingenommen hat, tötet er nach hartem Kampf auch den teuflischen Fisch. In Burges stehlen währenddessen die 14 Söhne des vormaligen Schultheißen Hermis das Horn, das nur der rechtmäßige Herrscher zu blasen vermag. Sie übernehmen daraufhin die Herrschaft über Burges. Wilhelm unternimmt eine Fahrt zu König Synagon und wirbt um dessen Nichte Grassien. Dort wird er gefangengesetzt. Grassien gelingt es schließlich, Wilhelm zu befreien und mit ihm zu entkommen. Wilhelm begibt sich nach Burges, um sein Erbe zurückzugewinnen, wo er von den 14 Brüdern jedoch gefangen genommen wird. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet Oleybaum Frolich, die Tochter des Königs von Cipern, die unter dem Namen Betrüpniß auf der Flucht vor den inzestuösen Absichten ihres Vaters nach Spanien gelangt ist. Grassien bittet Oleybaum um Hilfe, der verlässt seine mit Zwillingen schwangere Frau und gerät vor Burges ebenfalls in Gefangenschaft. Lewe erfährt durch den weißen Ritter von der Intrige der 14 Brüder. Er verlässt seine Klause, befreit zunächst Oleybaum und bittet dann Karl den Großen um militärische Mithilfe. Schließlich gelingt die Rückeroberung von Burges.

Unterdessen musste aber Oleybaums Frau mit ihren Kindern fliehen, da ihr Beatrix, die Frau des Hirten Elij und Oleybaums Ziehmutter, nach dem Leben trachtet. Affelern wird erneut belagert. Der König von Cipern leistet noch einmal militärische Hilfe und die Eroberung gelingt. Heinrich, ein ehemaliger Bote im Dienst Oleybaums, erwirbt sich große Verdienste im Kampf und erhält die bekehrungswillige Königin, Synagons Gemahlin Mergely, zur Frau. Oleybaum und der König von Cipern suchen Frolich/Betrübniß. Lewe verabschiedet sich von seinen Söhnen und zieht sich endgültig zurück. Frolich wird endlich in Rom gefunden. Unterdessen bedrängt Gerhart die Frau Heinrichs. Daraufhin ersticht Heinrich ihn und tötet auch Wilhelm. Grassien fordert Oleybaum zur Rache an Heinrich auf. Im Kampf wird Oleybaum getötet. Erst die Kinder von Frolich und Oleybaum werden ihren Vater rächen.


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