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200. Geburtstag Theodor Fontanes
Twitter weiterempfehlen  06.03.2019

Der Erich Schmidt Verlag lädt ein: Lesung zum „Storm-Fontane-Briefwechsel“

ESV-Redaktion Philologie
Fontane-Jahr: Lesung aus seinem berühmten Briefwechsel mit Theodor Storm in der ESV-Akademie (Foto: ESV-Archiv)
„Allseits Fontane“ ist das Motto anlässlich des 200. Geburtstags Theodor Fontanes im Jahr 2019. Auch der Erich Schmidt Verlag stimmt in das Jubiläumsjahr mit ein und erinnert an die besondere Freundschaft zwischen Fontane und Theodor Storm mit einer Lesung am 5. April in der ESV-Akademie.
Runde Geburtstage sind oftmals ein Anlass, zusammenzufinden und eines besonderen Menschen zu gedenken. Auch wenn Theodor Fontane nicht zu unseren nächsten Angehörigen zählt, stellt sich bei der Lektüre seiner Werke doch oft ein Wunsch nach „Wahlverwandtschaft“ ein. Auch der Erich Schmidt Verlag möchte Fontane zu seinem Ehrentag gratulieren und das Ganze mit einer Lesung aus dem Briefwechsel zwischen ihm und seinem Namensvetter Theodor Storm feiern.

Zu dieser Lesung laden wir Sie herzlich ein!

ESV-Akademie: „… als hätten wir was aneinander versäumt“ – Kommentierte Lesung in Berlin
Eine kommentierte Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Theodor Storm mit Alexander Bandilla, Berlin (Schauspieler und Sprecher) und Dr. Gabriele Radecke, Herausgeberin des Briefwechsels Theodor Storm – Theodor Fontane, Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Universität Göttingen.

5. April 2019, 18–19:30 Uhr,
ESV-Akademie
Genthiner Straße 30 C
10785 Berlin

Anmelden für die Lesung können Sie sich hier.


Lesen Sie hier bereits einen Auszug aus dem Briefwechsel zur Einstimmung auf den Abend.

Fontane an Storm, Berlin, Samstag, 19. März 1853

Sehr geehrter Herr.
Schneller fast als ich erwartete, komm ich dazu meinem Schreiben von neulich einige weitre Zeilen folgen zu lassen. Ich sprach Ihnen – wenn ich nicht irre – von einem belletristischen Unternehmen, das vorbereitet werde und dessen Abschluß ich nur noch erwartete um mich mit der Bitte um Beteiligung an Sie wenden zu können. […]
P. S. Das Wachslicht war schon angesteckt um meinen Brief an Sie einzusiegeln, als Eggers mit neuesten Nachrichten aus Husum erschien. Ich habe Ihnen zunächst meinen herzlichsten Dank für Ihre freundl. Zeilen auszudrücken. […] Dennoch geb’ ich nicht alle Hoffnung auf etwas von Ihnen zu empfangen und statt meine Bitte zurückzuziehn, wiederhol’ ich sie nur um so dringlicher. – Die Aussicht Sie auf ein halb Jahr, vielleicht für immer, hier zu sehn erfüllt uns alle mit großer Freude. Glauben Sie mir, es ist nicht so kreuzerbärmlich hier wie unsre Gegner in Süd und Nord gewöhnlich glauben. Das ‚Berliner Wesen‘ das Einem auf der Straße und in der Kneipe, überhaupt im alltäglichen Leben entgegentritt ist anfangs ungenießbar; Schärfe, Unverschämtheit, Lieblosigkeit bringen den Fremden um. Aber hinter diesen trostlosen Erscheinungen die sich aufdrängen, giebt es wohltuende die sich verbergen und die man kennen lernen muß, um nicht voll ungerechter Vorurteile uns wieder zu verlassen. […] Die Süddeutschen und wir verhalten uns zu einander wie die ‚fliegenden Blätter‘ zum Kladderadatsch; – ich glaube wir sind ihnen um eine ganze Pferdelänge vor.
Ihrer baldigen Antwort entgegensehend und unter ergebensten Empfehlungen an Frau Constanze
Ihr
Th. F o n t a n e.
 
Historisch-kritische und kommentierte Ausgabe 17.05.2018
Storm und Fontane: „Wenn auch keine Flocke aus dem goldnen Vließ, so doch ein Stück meiner eignen armen Seele“
Wer kennt sie nicht: Theodor Storm und Theodor Fontane – die beiden berühmtesten Vertreter des deutschen Realismus. In diesem Frühjahr erscheint im Erich Schmidt Verlag die Neuauflage des Briefwechsels zwischen beiden. Wir bieten Ihnen hier eine Leseprobe, die hoffentlich Ihre Lust auf mehr weckt. mehr …

Storm an Fontane, Husum, Sonntag, 27. März 1853

Herzlichen Dank für Ihren Brief, Ihre Mittheilungen und vor Allen für den guten Glauben an mich! Ob ich ihn dießmal rechtfertigen werde, weiß ich nicht. […] Ob ich bei Ihnen in Berlin meine Probezeit bestehen werde ist sehr fraglich; denn da meine demnächstige Anstellung doch wohl in einem kleinen Städtchen Neuvorpommerns /wegen der dortigen Geltung des gemeinen Rechts/ sein wird, so wäre es am Ende nicht wohlgethan, meine Vorschule im Gebiete des Preuß. Landrechts zu machen. Eine kurze Reise werde ich indessen ja jedenfalls nach Berlin zu machen haben. Das Berliner Wesen, wie Sie es schildern, habe wenigstens ich bei meinem letzten Aufenthalte nicht empfinden können; man hat sich fast überall und namentlich im Kreise Ihrer Bekannten, des Fremden fast mehr als gastfreundlich angenommen. Gleichwohl ist in der berliner Luft etwas, was meinem Wesen widersteht, und was ich auch bis zu einem gewissen Grade zu erkennen glaube. Es ist, meine ich das, daß auch in den gebildeten Kreisen man den Schwerpunkt nicht in die Persönlichkeit, sondern in Rang, Titel, Orden und dergleichen Nipps legt, für deren auch nur verhältnißmäßige Würdigung mir, wie wohl den meisten meiner Landsleute, jedes Organ abgeht. […] Man scheint sich mir in Berlin mit der Geschmacksbildung zu begnügen, mit der die Rücksichtnahme auf alle Factoren eines bequemen Lebens ungestört bestehen kann, während die Vollendung der sittlichen, der Gemüthsbildung in einer Zeit, wie die unsre, jeden Augenblick das Opfer aller Lebensverhältnisse- und güter verlangen kann. […] Es ist dieß natürlich kein Urtheil, sondern nur ein allgemeiner Eindruck, von dem ich mich demnächst gern werde zurückbringen lassen. […]
Und nun für heute lebewohl! Meine Frau erwidert ungesehener, doch ja nicht ganz unbekannter Weise Ihren Gruß.
Herrn Theodor Fontane
Ihr
Theodor Storm.
 
 
Theodor Storm – Theodor Fontane Der Briefwechsel

Herausgegeben von Dr. Gabriele Radecke

Der Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Theodor Storm ist wohl der prominenteste Briefwechsel des deutschen Realismus. Er ist eine wichtige Quelle für die Beschäftigung mit den beiden Autoren und wird hier in einer textkritischen, nach neuen editorischen Standards erarbeiteten und umfangreich kommentierten Edition erstmals als Sonderausgabe im Taschenbuch vorgelegt.
Die 104 Briefe, die zwischen Dezember 1852 und Oktober 1887 geschrieben wurden, informieren nicht nur über die existentiellen Sorgen Storms und Fontanes; sie berühren auch zentrale literarische und politische Themenbereiche und geben Einblicke in das gesellschaftliche und kulturelle Leben um die Mitte des 19. Jahrhunderts.


Dr. Gabriele Radecke ist Literatur- und Editionswissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen und Leiterin der dortigen Theodor Fontane-Arbeitsstelle und Herausgeberin der Großen Brandenburger Ausgabe zu den Werken und Briefen Theodor Fontanes und der digitalen Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern.

 


(ESV/Pa)

Programmbereich: Germanistik und Komparatistik

 
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