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Ursula Bredel ist Preisträgerin des Friedrich-Preises (Foto: „Pessoa Escrevendo, Estudando, Trabalhando e Fazendo Anotações“ Seguindo o Fluxo/stock.adobe.com)
Vergabe des Friedrich-Preises

Der Friedrich-Preis 2026 geht an Ursula Bredel

ESV-Redaktion Philologie
24.09.2026
Unsere Autorin Prof. Dr. Ursula Bredel erhält den diesjährigen Friedrich-Preis der Friedrich Stiftung. Damit werden ihre besonderen Leistungen in der Fachdidaktik gewürdigt.
Das Symposion Deutschdidaktik 2026 fand vom 20. bis zum 23. September an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. Den Höhepunkt der Kongresseröffnung bildete dabei die Verleihung des Friedrich-Preises für wegweisende Publikationen zur Didaktik der deutschen Sprache. Seitens der Friedrich Stiftung heißt es: „Der Stifter Erhardt Friedrich war der festen Überzeugung, dass ein lebendiger Deutschunterricht junge Menschen unterstützt, zu gut ausgebildeten und einer offenen demokratischen Gesellschaft zugewandten Erwachsenen heranzureifen. Deshalb hat er zur gezielten Förderung der Wissenschaft auf diesem Gebiet den Friedrich-Preis ausgelobt.“

Mit diesem Preis wurde 2026 nun Prof. Dr. Ursula Bredel betraut. Ursula Bredel ist Professorin für deutsche Sprache und ihre Didaktik in Hildesheim. Sie forscht und lehrt seit über 25 Jahren zur Schrift- und zur Schrifterwerbstheorie. Bekannt geworden sind vor allem ihre Arbeiten zum Interpunktionssystem des Deutschen sowie ihre Modelle zum Erwerb der Wortschreibung. Als Mitglied des Rats für deutsche Rechtschreibung trägt sie zur Weiterentwicklung der Kodifizierung der deutschen Orthographie bei.

Im Erich Schmidt Verlag veröffentlichte sie den in der Reihe Grundlagen der Germanistik erschienenen Band Das Schriftsystem des Deutschen. Graphetik - Graphematik - Orthographie - Erwerb. Eine Einführung. Wir gratulieren Ursula Bredel ganz herzlich zur Preisträgerschaft!

 
Nachgefragt bei Prof. Dr. Ursula Bredel 08.01.2024
„Die zentrale Rolle der Schriftstruktur für das Lesen findet in der Schule praktisch keine Berücksichtigung“
Das Schriftsystem des Deutschen ist seit der Mitte des 18. Jahrhunderts stabil, auch wenn sein Regelwerk bis heute immer wieder verändert wurde. Ursula Bredels neues Buch liefert uns Antworten auf alle Fragen rund ums Thema: Sie erklärt, weshalb die Rechtschreibreform von 1996 so viele verärgerte, wie man Kindern den Schriftspracherwerb erleichtern kann und inwiefern Schrift als Struktur und Kultur in einem gedacht werden muss. mehr …

Das Schriftsystem des Deutschen
Graphetik - Graphematik - Orthographie - Erwerb. Eine Einführung

Von Ursula Bredel

Der vorliegende Band führt in Theorien und Modelle zur Beschreibung des Schriftsystems des Deutschen ein.
Im Zentrum stehen drei schriftlinguistische Teildisziplinen: die Graphetik, die sich mit der äußeren Form schriftsprachlicher Mittel befasst, die Graphematik, die die schriftsprachlichen Gesetzmäßigkeiten rekonstruiert, und die Orthographie, die Fragen der Normierung ins Zentrum stellt. In einem eigenen Kapitel werden weitere schriftlinguistische Teildisziplinen überblicksartig dargestellt.
Strukturiert ist der Band entlang der relevanten Phänomenbereiche der Schrift: Bearbeitet werden die klassisch zu nennenden Bereiche Wortschreibung (Kern- und Fremdwortschreibung), Getrennt-/Zusammenschreibung, Groß-/Kleinschreibung und Interpunktion.
In einem abschließenden Kapitel werden Modellbildungen des Schriftspracherwerbs diskutiert, die sich aus den schrifttheoretischen Konzepten ergeben.


Programmbereich: Deutsch als Fremdsprache