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Das Elisabeth-Prosa-Portal
Twitter weiterempfehlen  24.10.2018

Die vier Saarbrücker Prosaepen – Bestseller der frühen Neuzeit

ESV-Redaktion Philologie
Eine Szene aus „Huge Scheppel“ (Foto: „Huge Scheppel“, Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Cod 12 in scrinio, image-N. 21 bzw. Bl. 9 r.)
Spätestens seit Umberto Ecos mittelalterlichem Kriminalroman  „Der Name der Rose“, dem historischen Roman „Die Päpstin“ von Donna Woolfolk Cross oder neuerdings auch der erfolgreichen Serie „Game of Thrones“ sind viele Leser/-innen und Zuschauer/-innen an mittelalterlichen Stoffen interessiert. Sie bieten oft deftige Geschichten und sparen nicht an Intrigen, Morden, Kämpfen oder Sexdarstellungen.
Auch in den vier Prosaepen, die im Umkreis der Elisabeth von Lothringen und Nassau-Saarbrücken im 15. Jahrhundert erschienen sind, finden wir neben Geschichten von Löwen und weißen Rittern Erbschaftsstreitigkeiten, (unbeabsichtigte) Tötungen und (beabsichtigte) Vergiftungen.

Prosaepen aus dem 15. Jahrhundert sind für viele ein unbekanntes Feld. Dabei waren die vier Saarbrücker Bearbeitungen von französischen Heldenepen in der frühen Neuzeit echte Bestseller: „Die Historie von Herzog Herpin“, „Huge Scheppel“, „Loher und Maller“ und „Königin Sibille“ stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen der gereimten Großepik des Mittelalters und dem frühneuzeitlichen Roman dar. Es handelt sich dabei um sogenannte Heldenepen, die vielfach auf das typische Epenpersonal rekurrieren: Romanhafte Elemente wie diverse Liebesabenteuer der Protagonisten oder Auftritte von Figuren aus der Artuswelt gehören ebenso dazu wie komische Erzählmotive.

Im Erich Schmidt Verlag sind nun im Rahmen eines von der DFG geförderten Gemeinschaftsvorhabens alle vier französischen Heldenepen in kritischen und kommentierten Editionen erschienen. Verantwortlich dafür zeichnen an der Ruhr-Universität Bochum Professor Dr. Bernd Bastert mit seinem Team sowie an der Universität Potsdam Professorin Dr. Ute von Bloh mit ihrem Team.

Nachgefragt bei: Dr. Veronika Hassel 16.07.2018
Hassel: „Von unseren mittelalterlichen Autoren wissen wir fast nichts“
Als eine hochpoetische Kunstform sticht der Minnesang neben den für das Mittelalter typischen Heldenepen und Artusromanen heraus. Die Lieder des Minnesängers Friedrich von Hausen bilden da keine Ausnahme – auch wenn biografische und realhistorische Bezüge bislang in der Forschung dominieren. mehr …

Die Ausgaben orientieren sich sowohl an der Überlieferungssituation dieser frühen Prosaepen als auch an den Erwartungen an einen lesbaren Text. Die Editionen stellen die Prosaepen in ihrer historisch überlieferten, zugleich aber in einer benutzerfreundlichen Gestalt zur Verfügung, indem sie Lese- und Verständnishilfen sowie Varianten in entsprechenden Apparaten bieten. Stellenkommentare, Materialitätsaspekte, Anmerkungen zu Bild-Text-Relationen unterstützen darüber hinaus die Benutzung der Editionen in Forschung und Lehre.

Neu im Erich Schmidt Verlag erschienen ist nun auch das ‚Elisabeth-Prosa-Portal‘. Das Elisabeth-Portal ergänzt die Bände online mit zusätzlichen Informationen. Sie finden zu jedem der vier Texte inhaltliche Zusammenfassungen, Angaben zu den Handschriften und Drucken, einen Link zu den Digitalisaten sowie eine weiterführende Bibliographie zu jedem Text. Wenn Sie also einen Eindruck von den Handschriften und ihren teils wunderschönen Illustrationen bekommen möchten, sind diese hier in digitalisierter Form leicht aufzufinden.

Das Portal  ist auf unserer Homepage frei abrufbar unter der Adresse http://www.esv.info/t/elisabethportal/sub/general/aktualisierung.html

Königin Sibille · Huge Scheppel. Editionen, Kommentare und Erschließungen

Herausgegeben von: Prof. Dr. Bernd Bastert, Prof. Dr. Ute von Bloh

Die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Umkreis der Elisabeth von Lothringen und Nassau-Saarbrücken entstandenen Werke „Königin Sibille“ und „Huge Scheppel“ zählen, wie auch „Loher und Maller“ und „Herzog Herpin“ aus dem gleichen Umfeld, zu den frühesten Beispielen großepischen Erzählens in deutschsprachiger Prosa.

„Loher und Maller“ und „Herzog Herpin“ sind als Band 50 und 51 in der Reihe „Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit“ in wissenschaftlichen Editionen erschienen, ergänzt um Stellenkommentare und weitere Materialien in Band 55.

 

Loher und Maller · Herzog Herpin. Kommentar und Erschließung

Herausgegeben von: Prof. Dr. Ute von Bloh, Prof. Dr. Bernd Bastert

Im thematischen Zentrum des spätmittelalterlichen Romans 'Loher und Maller' stehen Freundschaft, Liebe und Verrat. Erzählt wird von der Hintergehbarkeit von Recht und Verpflichtungen, welches dazu führt, dass die Kaiserwürde nicht mehr wie die Königswürde erblich ist. Als Störfaktoren erweisen sich vor allem das sexuelle Begehren, Machtinteressen und Gewalt.
Entstanden ist das auf einer Chanson de geste basierende Prosaepos im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts, und zwar im Umkreis des Saarbrücker Hofes der Gräfin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken. Im Fall des 'Loher und Maller' handelt es sich um eines von vier Epen, die wohl im Auftrag der Gräfin in frühneuhochdeutsche Prosa umgesetzt wurden und die zyklisch miteinander verbunden sind: ' Herzog Herpin', 'Loher und Maller', Huge Scheppel', 'Königin Sibille'. Alle diese Epen befinden sich in drei, im Auftrag des Sohnes Elisabeths (Johann III.) entstandenen Codices in Hamburg und Wolfenbüttel, wobei Basis für die Edition des 'Loher und Maller' die Hamburger Handschrift bildet.

 


Herzog Herpin. Kritische Edition eines spätmittelalterlichen Prosaepos

Herausgegeben von: Prof. Dr. Bernd Bastert

Der in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Umkreis des Hofes der Elisabeth von Lothringen und Nassau-Saarbrücken entstandene, auf einer französischen Quelle beruhende "Herzog Herpin" zählt zu den frühesten Beispielen großepischen Erzählens in deutschsprachiger Prosa. Das in drei Handschriften des 15. Jahrhunderts, zudem unter dem Titel "Der weis Ritter" in zahlreichen Drucken des 16. bis 18. Jahrhunderts überlieferte Werk erfreute sich im ausgehenden Mittelalter und in der Frühen Neuzeit einiger Bekanntheit und Beliebtheit. Gleichwohl existierte bislang keine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende, im akademischen Unterricht verwendbare Ausgabe. Im Zentrum des nun erstmals edierten Prosaepos stehen die am Beispiel von mehreren Generationen einer Familie in unterschiedlichen, sich überkreuzenden Erzählsträngen durchgespielten Trennungen, Wiedervereinigungen und erneuten Trennungen.

 


Loher und Maller. Kritische Edition eines spätmittelalterlichen Prosaepos

Herausgegeben von: Prof. Dr. Ute von Bloh

Die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Umkreis der Elisabeth von Lothringen und Nassau-Saarbrücken entstandenen Werke "Loher und Maller" und "Herzog Herpin" zählen zu den frühesten Beispielen großepischen Erzählens in deutschsprachiger Prosa. Beide Texte sind als Bd. 50 und 51 in der gleichen Reihe wie der nun vorliegende Band in wissenschaftlichen Editionen erschienen. Sie werden nun ergänzt und erschlossen durch Stellenkommentare, eine kommentierte Beschreibung der sie überliefernden Handschriften und der Erstdrucke sowie eine umfassende Darstellung und Diskussion der in den Handschriften und Drucken begegnenden Bebilderung.
Zusätzlich zu den vier Prosaepen finden Sie auf unserer Homepage das ‚Elisabeth-Prosa-Portal‘ unter der Adresse http://www.esv.info/t/elisabethportal/sub/general/aktualisierung.html. Es soll die Bände mit zusätzlichen Informationen (Übersicht zu den einzelnen Handschriften und Drucken, Digitalisate, Bibliographien zu den vier Texten) komplettieren.

 


(ESV/lp)

Programmbereich: Germanistik und Komparatistik

 
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