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Besorgter Blick auf die Finanzzahlen: Die Zahl der Insolvenzen wird drastisch zunehmen. (Foto: Panumas/stock.adobe.com)
Studie

Drastischer Anstieg der Insolvenzen erwartet

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
22.07.2020
Weltweit angelegte Analysen der zu erwartenden Insolvenzen deuten auf Negativrekorde hin.

Globaler Anstieg um 35 Prozent

Einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes zufolge werden die Insolvenzen weltweit bis 2021 um insgesamt 35 Prozent auf einen Negativrekord steigen. Nach einer Steigerung um 17 Prozent in diesem Jahr zeichnet sich für 2021 mit einer Zunahme um 16 Prozent keine Entspannung ab. Zwei von drei Ländern sind schon in diesem Jahr stark betroffen, darunter die USA, Brasilien, China, Portugal, Spanien und Italien. Bei einem Drittel der Länder, darunter Deutschland, folgt der stärkste Anstieg 2021. Aktuell im Epizentrum der Entwicklung sehen die Studienautoren die USA: Erwartet wird eine Zunahme in diesem und dem kommenden Jahr von insgesamt 57 Prozent.

Zeitversetzte Entwicklung in Deutschland

Das sind auch keine guten Nachrichten für die Exportnation Deutschland, bei der sich negative Entwicklungen in den Exportmärkten meist stärker auswirken als in anderen Staaten. Trotzdem kommt Deutschland im Vergleich voraussichtlich besser durch die Krise als viele andere. Allerdings häuften sich auch in Deutschland Großinsolvenzen in Schlüsselbranchen bereits im ersten Halbjahr 2020. Insgesamt dürften die Pleiten hierzulande im Zuge der Covid-19-Pandemie bis 2021 um insgesamt 12 Prozent auf dann etwa 21.000 Fälle steigen.

„Deutschland könnte im Vergleich zu vielen anderen Ländern mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt der Studienleiter Van het Hof. „Gründe dafür sind neben der besseren Ausgangssituation und dem kürzeren, weniger strikten Lockdown vor allem die schnellen und sehr umfangreichen Sofortmaßnahmen der Regierung. Insbesondere der gemeinsame Schutzschirm von Bund und Kreditversicherern für deutsche Unternehmen hat den Handel erst einmal stabilisiert und Lieferketten zusätzlich geschützt.“

Neue Geschäftsmodelle gefragt

Hinzu kommen große Herausforderungen für die Unternehmen bezüglich der sich – nicht zuletzt durch Covid-19 – drastisch verändernden Geschäftsmodelle. „So ist z.B. kein Unternehmen darauf ausgerichtet, plötzlich nur noch die Hälfte der Kunden zu bedienen. Viele Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell grundlegend überdenken und adaptieren. Das müssen sie erst einmal finanzieren, dazu brauchen sie Margen und eine Lösung für die Restrukturierungen ihrer Schuldenberge, die durch Covid-19 bei vielen Unternehmen stark gewachsen sind. Zusammen mit der digitalen Transformation sind das viele Variablen, die über die weitere Entwicklung auch nach 2021 entscheiden werden.“

Die vollständige Studie zur Entwicklung der weltweiten Insolvenzen finden Sie hier.

Die aktuelle Studie & Präsentation zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ist hier veröffentlicht.

Restrukturierungs- und Turnaround-Management

Herausgegeben von: Prof. (FH) DDr. Mario Situm, Prof. Dr. Markus W. Exler
Beiträge von: Dr. jur. Ernst Chalupsky, Dr. Lothar Czaja

Um Krisensituationen in Unternehmen frühzeitig zu erkennen und geeignete Reorganisationsmaßnahmen zur Erhaltung von Rendite- und Wettbewerbsfähigkeit einzuleiten, sind heute äußerst vielseitige strategische, operative und kommunikative Qualitäten erforderlich.

In der 2. Auflage ihres Praxisbuchs vermitteln Ihnen die Experten um Markus W. Exler und Mario Situm alle für Turnaround- und Transformationsprozesse typischen Perspektiven aus Geschäftsleitung und Interim Management, von Kreditinstituten und weiteren Stakeholdern.

    • Krisenerkennung und -analyse: Krisenindikatoren, Analysemethodik, Identifikation von Wertschöpfungspotenzialen
    • Initiation von Turnaround-Prozessen: Anforderungen an Leadership und Stakeholder-Kommunikation
    • Planung und Umsetzung: z.B. Generierung von „Quick-Wins“; analytische, kommunikative und organisatorische Funktionen
    • Strategische Restrukturierung: Change Management, M&A, Wertorientierte Managementkonzepte
    • Sanierungskonzepte nach IDW S 6 sowie insolvenzrechtliche Besonderheiten

(ESV/fab)

Programmbereich: Management und Wirtschaft