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Arbeitsbelastung
Twitter weiterempfehlen  07.09.2017

Jeder Zehnte hatte 2016 überlange Arbeitszeiten

ESV-Redaktion Arbeitsschutz/destatis
Arbeiten unter hohem Arbeitstempo bestimmt den Alltag (Foto: Timon Studler - Unsplash)
Am Arbeitsplatz werden viele Stunden des Tages verbracht – oft mehr Zeit, als für Familie und Freizeit zur Verfügung steht. Durchschnittlich 41 Stunden pro Woche arbeiteten Vollzeiterwerbstätige im Jahr 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, arbeiteten 11 % der Vollzeiterwerbstätigen gewöhnlich sogar mehr als 48 Stunden pro Woche. Dies gilt als überlange Arbeitszeit.
Die Betroffenheit von überlangen Arbeitszeiten steigt mit dem Alter an. Nur 2 % der Vollzeiterwerbstätigen zwischen 15 und 24 Jahren arbeiteten 2016 gewöhnlich mehr als 48 Stunden wöchentlich. Bei den Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 55 bis 64 Jahren waren es dagegen 14 %. Einer der Gründe für die deutlichen Unterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in den höheren Altersgruppen zu finden sind. Ebenso prädestiniert für überlange Arbeitszeiten sind Selbstständige: Gut die Hälfte (51 %) arbeitete gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit waren es dagegen nur 6 %. Dr. Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, schlussfolgerte: „Überlanges Arbeiten ist bei Führungskräften und vor allem Selbstständigen fast normal.“ 

Arbeiten unter hohem Arbeitstempo und Termindruck bestimmt häufig den Berufsalltag. Im Jahr 2015 waren 40 % der Erwerbstätigen mindestens drei Viertel der Zeit einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt. Männer waren dabei mit 44 % etwas stärker betroffen als Frauen mit 36 %. Bei der Anlagen- und Maschinenbedienung (56 %), bei Führungskräften (54 %) sowie in Handwerksberufen (52 %) war jeweils etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen belastet. 

Ein immer größerer Teil der Erwerbstätigen arbeitet in Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen. 1996 hatte der Anteil noch bei 37 % gelegen, 2016 betrug er bereits 45 %. Zu den hoch Qualifizierten zählen beispielsweise Akademikerinnen und Akademiker, Fachkräfte im Technik- oder Gesundheitsbereich oder ganz allgemein Führungskräfte. Dabei arbeiten Frauen generell häufiger als Männer in den Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen. 2016 fanden sich 47 % der erwerbstätigen Frauen in solchen Berufen – im Vergleich zu 42 % bei den erwerbstätigen Männern. Der Unterschied ist auf den relativ hohen Frauenanteil beim Lehrerberuf oder auch bei Berufen der medizinischen und technischen Assistenz zurückzuführen.

Vollzeiterwerbstätige im Jahr 2016, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten
  Vollzeiterwerbstätige
Insgesamt darunter: überlange Arbeitszeiten1
in 1 000 in %

1 Vollzeiterwerbstätige, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten.

2 Vollzeiterwerbstätige im Alter von 15 Jahren und älter.

Insgesamt2 29 735 3 393 11
Frauen 10 130 680 7
Männer 19 605 2 713 14
15 bis 24 Jahre 2 941 56 2
25 bis 34 Jahre 6 644 510 8
35 bis 44 Jahre 6 103 747 12
45 bis 54 Jahre 8 312 1 192 14
55 bis 64 Jahre 5 436 783 14
Arbeitnehmer 26 396 1 709 6
Selbstständige 3 286 1 664 51
Mithelfende Familienangehörige 53 20 38

Diese und weitere Aspekte der Qualität bezahlter Arbeit enthält der Indikatorenbericht „Qualität der Arbeit 2017 – Geld verdienen und was sonst noch zählt“.

Die Ergebnisse für die einzelnen Indikatoren sind im Bereich Indikatoren „Qualität der Arbeit" abrufbar.

 
Literaturempfehlung zum Thema

Die Gefährdungsbeurteilung
Planung - Organisation - Umsetzung

Im Laufe der Jahre hat sich unter dem Eindruck neuer Technologien, neu erkannter Gefährdungssituationen sowie gestiegener arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse der Charakter der Gefährdungsbeurteilung verändert. Im Vordergrund steht weniger die isolierte Erfassung von Einzelgefährdungen, sondern vielmehr die Integration der Beurteilung in einen allgemeinen Organisationsrahmen von Schutzmaßnahmen, um Arbeit sicherer und gesundheitsförderlicher zu gestalten.

Daher unterscheidet sich diese Darstellung von vielen anderen, weil sie eine Neubewertung der einzelnen Teile der Gefährdungsbeurteilung vornimmt, moderne Erkenntniswege aufzeigt und insbesondere die Verschränkung zwischen Erkenntnisgewinn und betrieblicher Praxis besonders in den Fokus nimmt. Es versteht sich sowohl als Hintergrundinformation als auch als Handlungshilfe für:
- Arbeitgeber/Führungskräfte
- Fachkräfte für Arbeitssicherheit
- Betriebsärzte
- Betriebsräte
- Aufsichtspersonen
- und andere im Arbeitsschutz Verantwortung tragende Personen.
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