Was darf es denn kosten?
Ein für alle Beteiligten akzeptabler Kaufpreis
Rund 227.000 mittelständische Unternehmer planen bis Ende des Jahres 2020 ihr Unternehmen in die Hand eines Nachfolgers zu legen (6 Prozent aller KMU). Auch wenn erfolgreiches Nachfolgemanagement stärker ins Bewusstsein des Mittelstands rückt – nicht allen Inhabern wird dieses Unterfangen auch gelingen. Ein schwieriger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge ist zweifelsohne das Finden eines für alle Beteiligten akzeptablen Kaufpreises.Unterschiedliche Blickwinkel von Inhaber und potenziellem Käufer
Möglicherweise liegen Altinhaber und potenzieller Nachfolger bei ihren Vorstellungen weit auseinander und eine angedachte Nachfolge scheitert. Schwierig in diesem Zusammenhang dürften die unterschiedlichen Blickwinkel der Akteure sein. Während der aktuelle Inhaber vermutlich eher eine retrospektive, nicht selten emotionsbehaftete, Bewertung der Entwicklung vornimmt (Investitionen, Aufwand, Verzicht, Wachstum etc.), stehen beim möglichen Nachfolger tendenziell künftige Potenziale und Ertragsmöglichkeiten im Vordergrund (Wettbewerbssituation, Kundenstamm, Auftragsbestand, Modernisierungsgrad, etc.).Anhand des KfW-Mittelstandspanels, eine seit 2003 regelmäßig stattfindende Befragung von KMUs, lässt sich eine grobe Abschätzung für Unternehmenswerte bzw. Kaufpreise im Mittelstand für das Jahr 2018 treffen: Wird eine Nachfolge konkret in den kommenden fünf Jahren anvisiert, müsste ein potenzieller Nachfolger im Durchschnitt 351.000 EUR für den Kauf eines Unternehmens einplanen. Etwa ein Drittel der zur Nachfolge anstehenden Unternehmen setzt allerdings einen Kaufpreis von maximal 100.000 EUR an. Dabei sind die Veränderungen in den Bewertungen der Inhaber zum Vorjahr sehr überschaubar.
Einschätzungen der Inhaber sind plausibel
Im Durchschnitt über alle Nachfolgeplaner zeigt sich: Die Werteinschätzung der Inhaber entspricht ungefähr dem einfachen Jahresumsatz bzw. liegt im Mittel leicht darunter. Belege für strukturell zu hohe Kaufpreiseinschätzungen der Inhaber finden sich nicht. Die Ergebnisse geben diesbezüglich keine stichhaltigen Anhaltspunkte einer systematischen Überschätzung der Unternehmenswerte seitens der aktuellen Inhaber.Etwa 80 Prozent der Nachfolgeplaner sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten bzw. lassen sich in der Branchensicht den Dienstleistungen zuordnen. 62 Prozent der Altinhaber haben bereits die notwendigen Verhandlungen mit einem Nachfolger finalisiert oder verhandelen aktuell konkret. Überhaupt nicht vorbereitet sind rund 36.000 KMU. Bei den anvisierten Nachfolgevarianten liegen eine familieninterne Nachfolge und externe Käufer mit jeweils 45 Prozent aktuell gleich hoch im Kurs. Der zentrale Engpass für viele Nachfolgewünsche ist nach wie vor eine zu geringe Anzahl nachrückender Existenzgründer.
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(ESV, uw)
Programmbereich: Management und Wirtschaft