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Chinesisches Importverbot für Kunsstoffabfall
Twitter weiterempfehlen  20.02.2018

Wird Deutschland im Plastikmüll versinken?

ESV-Redaktion Recht
Verpackung von morgen sollte für qualitativ hochwertiges Recycling geeignet sein (Foto: Aleksey/Fotolia.com)
Seit dem 01.01.2018 gilt das chinesische Importverbot für Kunststoffabfälle. Für Deutschland bedeutet dies vor allem eines: Wandel. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Müll und Abfall setzt sich mit den Konsequenzen dieser Entscheidung auseinander.
2016 wurden mehr als 560.000 Tonnen Alt-Plastik nach China exportiert. Doch das Reich der Mitte schließt die Tore und Europa steht vor neuen Herausforderungen. Wirtschaft und Umweltverbände sehen in der Reaktion Chinas durchaus auch neue Chancen für die Kreislaufwirtschaft, haben aber unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. In einem Punkt sind sie sich einig: Der Schlüssel zur sauberen Umwelt heißt Recycling.

Kunststoffstrategie der EU-Kommission auf dem richtigen Weg?

So unterstützt der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. – kurz BDE – in Sachen Plastik die Pläne der Europäischen Kommission.

„Die Kunststoffstrategie setzt die richtigen Akzente“, meint hierzu BDE-Präsident Peter Kurth.

So fordert die EU-Kunststoffstrategie, Recycling voranzutreiben und die Verschmutzung der Meere zu bekämpfen. Die Anforderungen an künftige Kunststoffverpackungen sind klar definiert:  
  • Wiederverwertbar oder effizient recycelbar muss der Kunststoff von morgen sein.
  • Denkbar auch ein zunächst freiwilliger Ansatz für Hersteller von Kunststoffprodukten, um die Nachfrage nach Rezyklaten zu steigern.
Wer sich dieser Selbstverpflichtungskampagne nicht anschließen möchte, dem drohen später möglicherweise Zwänge zur Verwendung von Recyclingstoffen.

Design for Recycling

Auch der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) fordert von den Herstellern ein „Design for Recycling“. Danach muss die Funktion der Verpackung gewährleistet bleiben. Die gebrauchte Verpackung muss aber für ein qualitativ hochwertiges Recycling geeignet sein. Allerdings sieht der Verband noch folgende weitere Aspekte: 
  • Recycling-Ampel: Um ein Umdenken auch beim Verbraucher zu steigern, hält der Verband die Einführung einer Recycling-Ampel für möglich.
  • Neues Verpackungsgesetz: Zudem tritt bereits zum Jahreswechsel 2019 das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Und mithin die Kunststoffrecyclingsquote. Von derzeit 36 Prozent wird der Anteil an wiederverwendbaren Stoffen auf 58,5 Prozent erhöht – Tendenz steigend!
Bisher ist der Recycling-Kunststoff allerdings nicht besonders wettbewerbsfähig und stößt auf wenig Akzeptanz. Neue Anreize müssen geschaffen werden. „Spätestens in ein, zwei Jahren wird die Situation in Deutschland extrem eng, wenn sich nichts ändert“, warnt bvse-Kunststoffexperte Thomas Probst. Sein Lösungsansatz: Schon bei der Produkt- oder Verpackungsentwicklung sollte der Fokus auf Recyclingfähigkeit gelegt werden.

Verbindliche Standards

Auch der Umweltverband NABU sieht in dem Importstopp durchaus Chancen – jedoch hauptsächlich mit Blick auf die Vermeidung von Verpackungsabfall. Gerade für Verpackungen fordert Sascha Roth, Referent für Umweltpolitik des NABU-Bundesverbandes, deshalb verbindliche Standards zur Recyclingfähigkeit.

Nachgefragt bei: Sascha Roth (NABU Bundesverband) 20.06.2017
Roth: „Deutschland könnte 400.000 Tonnen Plastikmüll und 1,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen”
Wer kennt es nicht, das Einwegpfand für Plastikflaschen, das 2003 eingeführt wurde. Doch hat der Gesetzgeber seine damaligen Ziele erreicht? Im Interview mit der ESV-Redaktion zeigt Sascha Roth vom Naturschutzbund Deutschland die Schwachstellen dieser Reform auf und bietet Lösungen an. mehr …

Die Debatte macht deutlich, dass die europäische und deutsche Politik zeitnah ein Konzept für die täglich wachsenden Müllberge schaffen muss. Sekundärrohstoffe müssen attraktiver werden, Müllverbrennung muss  in den Hintergrund treten. Auch der Gedanke über die Einführung einer Plastiksteuer steht im Raum - ebenso wie eine grundsätzlich stärkere Produzentenverantwortung. 

Weitere Lösungsansätze

Welche Lösungen die Vertreter vom Grünen Punkt, BUND, AGVU oder DUH anbieten, lesen Sie in den vollständigen Beiträgen der Fachzeitschrift Müll und Abfall, Ausgabe 02/2018 auf den Seiten 85/86 bzw. den Seiten 87/88.
Global mitdenken -  Lokal wertschöpfen

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  • Verwertung, Recycling, Rohstoffrückgewinnung, Ressourceneffizienz

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(ESV/sr, bp)

Programmbereich: Umweltrecht und Umweltschutz

 
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