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Ein Beispiel eines Erklärvideos (Foto: Eva Zick)
Fremdsprache Deutsch, Heft 65: Arbeit mit Lehrwerken

Lernvideos für abwechslungsreichen Unterricht

ESV-Redaktion/LP
21.10.2021
Videos ersetzen immer mehr Texte. Eine spezielle Art sind Lernvideos, die gerne im Unterricht eingesetzt werden. Wie sieht die Arbeit mit solchen Videos aus? Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Artikel Lehrwerkinhalte kreativ in Szene setzen von Eva Zick, erschienen in Fremdsprache Deutsch, Heft 65.
Vorteile der Lernvideos

Schülerinnen und Schüler lieben Videos, und sobald die bewegten Bilder im Unterricht laufen, ist die Klasse ruhig und die Aufmerksamkeit hoch. Diesen Eindruck hat die Studie Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung. Horizont 2019 des Rates für Kulturelle Bildung bestätigt und darüber hinaus festgestellt, dass etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler Videos auf digitalen Plattformen zum Lernen nutzen (Rat für Kulturelle Bildung, 2019, 28).

Laut der Studie schätzen die Schülerinnen und Schüler an den Videos besonders:
  • Das Lernen im eigenen Tempo, denn die Videos können so oft wiederholt angeschaut werden, bis man den Inhalt verstanden hat;
  • die unbegrenzte Verfügbarkeit, denn die Videos können überall und jederzeit mit dem Smartphone abgerufen werden;
  • die Konzentration auf die wichtigsten Inhalte, die kurz und knapp in den Videos dargestellt werden;
  • die Aktualität und den Einsatz moderner Technik, die der Lebenswelt der Jugendlichen entspricht;
  • die Anschaulichkeit der Clips, durch die das Lernen zum Spaß wird.
Außerdem gaben die befragten Schülerinnen und Schüler bei der Studie an, dass sie die Lernvideos von Gleichaltrigen schätzen, weil diese mit ihren eigenen Worten oft viel verständlicher und einfacher erklären als die Lehrkräfte im Unterricht (Rat für Kulturelle Bildung, 2019, 30).
Diese Gründe sind zugleich die besten Argumente, um Videos auch für die Textarbeit im Unterricht zu nutzen. Dabei sollen die Lernvideos nicht die Textarbeit ersetzen, sondern eine weitere Methode bieten, damit die Schülerinnen und Schüler die Lehrwerktexte zu strukturieren lernen, sie sprachlich und inhaltlich verstehen und in eigenen Worten wiedergeben können. Doch wie kann das in der Praxis konkret aussehen?

Nachgefragt bei: Dr. Rainer E. Wicke 21.10.2021
„Medien haben lediglich Werkzeugcharakter“
Für viele Lehrkräfte bildet das Lehrwerk die Basis ihres Unterrichts. Aber ist es die Antwort auf alles? Wie gehe ich damit im Unterricht richtig um? Und wo muss bzw. sollte ich ergänzen? Lesen Sie dazu unser Interview mit Dr. Rainer E. Wicke, dem Herausgeber von Heft 65 von Fremdsprache Deutsch zum Thema <a href="https://www.esv.info/978-3-503-20583-7">Arbeit mit Lehrwerken</a>. mehr …

Erklärvideos

Erklärvideos sind Clips, in denen ein Sachverhalt oder ein Vorgang mit einfachen Worten, Symbolen und Bildern erklärt und visualisiert wird. Für die Gestaltung und den Einsatz von Erklärvideos gibt es zahlreiche Möglichkeiten; wie Erklären üben mithilfe von Audioaufnahmen oder auch von Videos erleichtert werden kann, zeigt z. B. Antje Rügers Beitrag in Heft 61 von Fremdsprache Deutsch (Rüger 2019).

Eine Form der Erklärvideos arbeitet mit der Legetechnik. Die Erfahrung bei der Anwendung im Unterricht hat gezeigt, dass diese Form der Erklärvideos für die Arbeit mit Lehrwerktexten besonders gut geeignet ist, da sie von den Schülerinnen und Schülern schnell und mit einfachen Mitteln produziert werden können.
Bei der Legetechnik erklärt eine sprechende Person einen konkreten Sachverhalt oder Vorgang, während die Zuschauenden im Video nur Kärtchen mit Schlüsselwörtern oder Symbolen und Bildern sehen, welche die Erklärungen veranschaulichen.
Ein Erklärvideo, das das Erstellen eines eigenen Erklärvideos erläutert, finden Sie auf der Webseite www.fremdsprachedeutschdigital.de unter dem Reiter Webangebot.
Es müssen also keine Personen in den Erklärvideos zu sehen sein, so dass auch schüchterne Schülerinnen und Schüler aktiv beim Videodreh mitarbeiten können. Auch datenschutzrechtliche Bedenken spielen daher bei diesen Videos keine Rolle. Außerdem sind diese Videos einfach herzustellen, denn man benötigt nur eine gerade Fläche (z. B. den Schultisch), dicke Stifte und Papier. Das Video selbst kann mit jedem Handy/Tablet aufgenommen werden, das über eine Kamera verfügt. Da die Videos kurz sein sollen, benötigt man für die Erklärvideos keine Schnitttechnik und sie können am Stück gedreht werden. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die optimale Länge für Erklärvideos je nach Arbeitsauftrag bei einer bis drei Minuten liegt.
Außerdem kennen sich viele Schülerinnen und Schüler sehr gut mit Videoschnitttechniken aus und haben bereits zahlreiche Apps auf ihren Handys, die sie gerne anwenden, um das Video noch professioneller zu gestalten.

Um anderen etwas erklären zu können, muss man es selbst verstanden haben. Den Schülerinnen und Schülern gelingt das Erklärvideo also nur dann, wenn sie sich sprachlich und inhaltlich mit dem Text auseinandergesetzt haben. Das Erklärvideo ist deshalb gleichzeitig eine Rückmeldung für die Lehrkraft, um zu überprüfen, was verstanden wurde.

Diese Form von Lernvideo kann abhängig von der Komplexität der zu bearbeitenden Texte bereits ab einem Sprachniveau A2 eingesetzt werden, da die Sprachenlernenden ab diesem Niveau über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, um Sachverhalte in einfachen Worten zu erklären.

von Eva Zick

Fremdsprache Deutsch Heft 65 (2021): Arbeit mit Lehrwerken

Im Heft 65 zum Thema „Lehrbuch“ wird ein wichtiges, vielleicht sogar das wichtigste Medium im fremdsprachigen Deutschunterricht behandelt. Die Themen und Inhalte eines Lehrbuchs prägen die tägliche Arbeit einer Lehrkraft maßgeblich, denn sie geben einen Rahmen vor, der die Arbeit im Klassenzimmer bestimmt.
Die einzelnen Beiträge des Heftes befassen sich daher mit den Fragestellungen, die für die Lehrbucharbeit besonders relevant sind. Darunter fallen etwa Kriterien für die Auswahl eines neuen Lehrbuches, die dessen zielorientierten Einsatz gewährleisten. Dazu liefert das Heft zahlreiche praktische Vorschläge und Herangehensweisen. Weiterhin beschäftigt sich das Heft 65 mit der Frage, wie ein neues Lehrwerk behutsam eingeführt, erprobt und mit Fortbildungsmaßnahmen begleitet werden kann.
Dass das Lehrwerk eine Fundgrube für neue Ideen sein kann, wird ausführlich in dieser Ausgabe erörtert. Kleine praktische Aktivitäten und Projekte verdeutlichen, dass man durch den Einsatz von Zusatzmaterialien mit dem Medium Lehrbuch lehrwerkergänzend aber auch lehrwerkersetzend arbeiten kann.
Das fächerübergreifende Lernen im Sinne von CLIL wird ebenso berücksichtigt, wie der Einsatz von Literatur zu bestimmten Lehrwerksthemen.
Die Berücksichtigung moderner Medien spielt ebenso eine wichtige Rolle, indem Möglichkeiten digitaler Lehrbucharbeit, aber auch der Einsatz von Videomaterialien und vor allen Dingen die Erarbeitung von Videos durch die Schüler/innen vorgestellt werden.
Hinweise zum Blended Learning mit einem Lehrbuch runden die Vorschläge ab.
Wie aus der Beschreibung deutlich wird, ist es das erklärte Ziel der Ausgabe, die Arbeit von Lehrer/innen und Schüler/innen in der täglichen Praxis wertzuschätzen, zu unterstützen und für diese neue Anregungen zu geben, die dazu beitragen, den Deutschunterricht kreativer, attraktiver und handlungsorientierter zu gestalten.

Programmbereich: Deutsch als Fremdsprache