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Eine kurze Verlagsgeschichte in zehn Kapiteln



Kapitel X: Die 2000er Jahre

Sie sind die beherrschenden Schlagworte der ersten Dekade des neuen Jahrtausends: Transformation und Volatilität. Die Transformation betrifft die Digitalisierung nahezu aller gesellschaftlichen Bereiche. Kern dieser Entwicklung sind die Verbreitung des Internets sowie das rasante Wachstum der Kompetenz für digitale Technologien. Die Gesellschaft wird zunehmend volatil − der Anteil stabiler Entwicklungen schwindet – und weltweite Krisen prägen das Wirtschaftsleben: 2008 ist es die Finanzkrise, 2010 die Schuldenkrise. Mehr denn je schärft die Globalisierung ihre Konturen. Sie trägt teilweise gar fanatische Züge mit verheerenden Auswüchsen, wie sie sich in den Anschlägen vom 11.09.2001 in New York auf das World Trade Center, sowie anschließend in Madrid und London manifestieren.

COMPLIANCEdigital
Das Online-Angebot COMPLIANCEdigital

Die Digitalisierung revolutioniert das Publizieren und damit das Verlagsgeschäft. Beendet ist diese Revolution noch lange nicht. Neue technische Möglichkeiten senken die Eintrittsbarrieren auf den Publikationsmärkten in nie gekannter Art und Weise. Und nicht nur das: Die Kosten der Vervielfältigung und Verbreitung von Informationen fallen dramatisch. Diese Entwicklungen schaffen immer wieder Raum zur Diskussion des Urheberrechts. Schrittweise wird das Recht im Kontext der Digitalisierung fortentwickelt. Das führt mitunter zu schwierigen Abwägungen von Interessen − nicht selten zu Ungunsten der Urheber und Rechteverwerter.

Schließlich entfaltet das Gut Information seine volle Widersprüchlichkeit: Einerseits sind Informationen kostenfrei erhältlich, werden einfach kopiert und in alle Welt verbreitet. Andererseits gewinnen Informationen an Wert – was exklusiv ist und zum eigenen Vorteil verhilft, das kann kosten.

Im Einklang mit diesen Entwicklungen befindet sich der ESV in einer der innovativsten Phasen seiner langen Geschichte. Alle Bereiche des Unternehmens werden von Veränderungen erfasst. Grundlegend und mit spürbarer Geschwindigkeit wandeln sich der Aufbau, die Prozesse und die Produkte des Hauses.

Die technologische Kompetenz des Verlages wird mit dem Aufbau der Abteilung ESVdigital 2001 sowie durch die Modernisierung der Herstellungsabläufe erheblich erweitert. Die redaktionelle Kompetenz wird mit der Schaffung neuer Stellen im Lektorat umfassend ausgebaut. In der Folge steigert sich die inhaltlich-technologische Marktgeltung des Verlages. So sind immer mehr wichtige Werke des Hauses nicht nur gedruckt, sondern auch in verschiedensten Produktformen digital erhältlich. Und Angebote entstehen, die rein elektronisch verfügbar sind, wie die Datenbanken UMWELTdigital.de und COMPLIANCEdigital.de.

Berliner Kommentare

Zunehmend besteht das Angebot des ESV nicht mehr allein aus Büchern, Zeitschriften und Loseblattwerken. Datenbanken, eJournals, eBooks, Extranets und CD-ROMs sind ein fester Bestandteil des Sortiments. Das Anzeigengeschäft wird multimedial. Stark zugenommen hat die Anzahl der Werke mit Kommentar- bzw. Handbuchcharakter. Das führt nicht zuletzt zum Entstehen neuer Reihen wie die der Berliner Kommentare und Berliner Handbücher.

Der Ausbau der inhaltlichen Kompetenz beruht auf organischem Wachstum und Zukäufen − beispielsweise durch den Erwerb des juristischen Programms des Chmielorz Verlages im Jahre 2006. Aber auch in der Aufgabe von Teilen des Programms zeigen sich die Veränderungen: So wurden die seit Ende des Zweiten Weltkrieges im Haus redaktionell erarbeiteten Zahlenbilder Anfang 2010 veräußert und einige der seit vielen Jahren gepflegten Loseblattwerke nicht weiter fortgeführt.

Ebenso sind der Vertrieb und die Werbung von innovativen Prozessen erfasst: Letztendlich bedarf es einer veränderten Kundenansprache, die oft mit einer engen Kundenbetreuung einhergeht. Am stärksten ist das im Bereich Key Account digital spürbar. Der persönliche Kundenkontakt mündet oft im Wunsch nach maßgeschneiderten Produktangeboten.

Das neue Gebäude in Berlin
Das neu erworbene Haus in Berlin

Grundlegende Veränderungen prägen das Geschäft des ESV seit Anfang des neuen Jahrtausends aber nicht allein technologisch-inhaltlich. So wurden 2003 viele Jahrzehnte deutscher Teilung auch in den Strukturen des ESV letztendlich überwunden: Die Niederlassung in Bielefeld wurde geschlossen. Zuvor wurde im Jahr 2001 am Sitz des Stammhauses in Berlin ein neues Gebäude erworben und saniert, um das in Bielefeld betriebene Geschäft in der Hauptstadt fortzuführen.

Ende 2009 wechselte der langjährige Geschäftsführer des Verlages Claus-Michael Rast in den Ruhestand. Nach dem Tode von Dr. Erich Schmidt jun. im Jahr 1985 verantwortete er zuerst die Geschäfte allein, dann ab Ende 1998 mit Dr. Joachim Schmidt gemeinsam. Mit dem Ausscheiden von Claus-Michael Rast wurde die Führungsstruktur des Hauses im Lektorat maßgeblich verändert: Vier Verlagsleitungen verantworten seitdem das Verlagsprogramm: Recht – Dr. Ursula Schweitzer, Steuern – Dr. Claudia Teuchert-Pankatz, Management und Wirtschaft – Claudia Splittgerber sowie Philologie – Dr. Carina Lehnen. Die Geschäftsführung wird fortan von Dr. Joachim Schmidt allein wahrgenommen.

Für das Geschäft des ESV eröffnet das Ende des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend eine bisher ungewöhnliche Perspektive: die enge Kooperation mit weiteren namhaften Fachverlagen und der juris GmbH in einer Allianz. Ihr Ziel ist die Schaffung eines kompletten und integrierten Onlineangebots für den juristischen Kernmarkt. Verschiedenste Rechtsgebiete, erschlossen durch verlinkte Kommentierungen, Vorschriften und Entscheidungen, sollen den juristischen Zielgruppen auf einer Allianzplattform online zur Verfügung stehen. Die besondere Verantwortung des ESV liegt hier inhaltlich auf den Gebieten des Sozial- und Umweltrechts.

Diese und weitere Aktivitäten sowie die zahlreichen Veränderungen innerhalb der hochinnovativen Phase von 2000 bis 2010 werden den Erich Schmidt Verlag auch im kommenden Jahrzehnt vorantreiben.
 
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