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Berliner Handbücher
 
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Eine kurze Verlagsgeschichte in zehn Kapiteln



Kapitel IV: Die Jahre 1946 bis 1949

Politisch bestimmt nach dem Krieg die Berliner Vier-Mächte-Erklärung von 1945 ganz entscheidend die Zukunft Deutschlands. In vier Zonen geteilt, werden Deutschland und Berlin dem Alliierten Kontrollrat unterstellt. Neben dem Aufbau des eigenen Verlages engagiert sich Dr. Erich Schmidt ganz besonders bei der Wiederherstellung der buchhändlerischen Verbandsstrukturen. Der Vier-Mächte-Status der Stadt stellt dabei ein besonderes Problem dar. So wird auf Initiative von Dr. Schmidt zunächst im Mai 1946 die "Deutsche Verleger- und Buchhändlervereinigung für den britischen Sektor von Berlin" gegründet. Mit großem Engagement treibt er dann in den folgenden Monaten die Idee der Gründung einer "Groß-Berliner" Vereinigung voran, die nach Überwindung verschiedenster Schwierigkeiten am 21. November 1946 zur Gründung der "Berliner Verleger- und Buchhändlervereinigung" führt. Dr. Erich Schmidt wird der erste 1. Vorsitzende dieser Vereinigung und kann in dieser Position und in Funktionen des später wieder gebildeten Börsenvereins viel für den deutschen Buchhandel erreichen. Im Juli 1947 gelingt ihm in Berlin die erste Ausstellung des gesamtdeutschen Buchschaffens in den vier Besatzungszonen nach dem Kriege. Die Veranstaltung gilt heute als der Vorläufer der zwei Jahre später etablierten Frankfurter Buchmesse.

Vertragslizenz der alliierten Militärregierung
Vertragslizenz der alliierten Militärregierung

Am 5. Februar 1946 erhält der Verlag unter der Zulassungsnummer C.B.37.B als einer der ersten Verlage in Berlin von der Militärregierung die Lizenz und kann von da an wieder eine richtige Verlagstätigkeit aufnehmen und an einer Erweiterung des Verlagsprogramms denken. Für die lizensierten Verlage gibt es aber äußerst knappe Papierzuteilungen, die eine größere Produktion nicht erlauben. Die Überlegungen der Papierkapazität spielen z. B. bei dem dickleibigen "Handbuch des Deutschen Wasserrechts" von Wüsthoff, das 1949 in gebundener Form erscheint und noch heute als Loseblattwerk fortgeführt wird, eine gravierende Rolle.
Dennoch werden die Bereiche Recht, Wirtschaft, Technik im Rahmen des zunächst Möglichen gleich wieder aufgegriffen. Rasch wird das "Neue Steuerrecht von A-Z" gestartet. Auf sozialpolitischem Gebiet wird als erstes großes Loseblattwerk "Die Sozialversicherung und ihre Selbstverwaltung" von Maunz/Schraft begonnen. Dieses Werk bildet den Grundstein für das heute weit verzweigte sozialrechtliche Programm des Verlages. Verschiedene noch heute erscheinende Fachzeitschriften werden in dieser Zeit in das Verlagsprogramm aufgenommen, wie z. B. "Die Berufsgenossenschaft" und "Verkehr und Technik". Zusätzlich entsteht eine Jugendbuchabteilung, die bis Ende 1971 existiert.

ZAHLENBILDER 1949
ZAHLENBILDER 1949

Dem besonderen Informationsbedürfnis der damaligen Zeit trägt die Eingliederung eines für den Verlag völlig neuen thematischen Bereichs Rechnung. Im Frühjahr 1949 wird eine staatsbürgerkundliche Abteilung eröffnet: Die hier publizierten "ZAHLENBILDER aus Politik, Wirtschaft und Kultur" enthalten Schaubilder und Informationen für den Schulunterricht und die Publizistik. Mit der "Arbeitsmappe Sozial- und Wirtschaftskunde" im Mittelpunkt hat dieser Programmbereich noch heute eine wichtige Stellung im Verlagsprogramm.

Die Teilung Berlins und Deutschlands in vier Besatzungszonen erschwert die Pflege bestehender und das Knüpfen neuer Kontakte im Verlag erheblich. Zwar kann Mitteldeutschland von Berlin aus erreicht werden, doch die Autoren und Kunden in den damaligen Westzonen Deutschlands erreicht man nur mit schwerwiegenden Einschränkungen. Mit der Zielsetzung, die Sicherung des Absatzes wieder auf eine neue Grundlage zu stellen, wird am 1. Dezember 1945 eine kleine Zweigstelle in Detmold eröffnet. Am 1. Februar 1948 wird die Niederlassung in Bielefeld gegründet, in der im Juli 1949 die Zweigstelle Detmold aufgeht. Ebenfalls 1948 kommt es zur Einrichtung der Zweigstelle in München.

Neue zusätzliche Belastungen beschert die Währungsreform im Juni 1948 und die anschließende Blockade der Stadt 1948/49. Zwar kann das Berliner Stammhaus seine Kunden in Berlin wie auch in Mitteldeutschland vorläufig noch beliefern, jedoch werden die Lieferungen in die sowjetische Besatzungszone durch die unsicheren Währungsverhältnisse immer mehr erschwert. Im August 1950 werden sie schließlich durch die dortigen Behörden ganz unterbunden.

 
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